홀로코스트와 정치적 종교의 관계 연구
Eine Studie über den Zusammenhang zwischen dem Holocaust und politischer Religion
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초록
Eric Voegelin unternahm in seinem Buch den grundsätzlichen, theoretisch fundierten Versuch einer Deutung des Nationalsozialismus als politischer Religion. Er machte klar, dass der Nationalsozialismus nicht nur deswegen als politische Religion zu interpretieren sei, weil er religiöses Vokabular verwendet und kultische Feierformen entwickelte, sondern weil er einen existentiellen Kern religiösen Charakters aufweist. Er stellte fest, dass sich die religiösen Bedürfnisse in einer säkularisierten Welt auf Teilinhalte der Welt richten können. Solche Inhalte können in der religiösen Erfahrung als ‘heilig’ erscheinen und zum Gegenstand des Glaubens werden. Der heilige Mittelpunkt der nationalsozialistischen, politischen Religion war die Rasse, das ‘Blut’; um dieses Zentrum lagerten sich weitere sakrale Symbole: das Volk als substantieller Träger des Bluts; der Boden, das Land, von dem sich das Volk nährt; das Reich, in dem es sich politisch aktualisiert; die Person des Führers als kultisch verehrter Repräsentant von Volk und Reich. Die sakralisierten Wirklichkeitsbereiche haben den Charakter von Glaubenswahrheiten, die offenbart und verkündet werden. Die Überzeugung der Nationalsozialisten, dass zur auserwählten Rasse die minderwertige, vor allem die Juden als Gegenrasse gehört, sah Voeglin als Ausdruck einer apokalyptischen Weltsicht. Aus der Retrospektive auf den vollzogenen Genozid kann man sagen: Das apokalyptische Weltbild des Nationalsozialismus war die extreme Manifestation seiner politischen Religion und ist im Grund genommen die einzige plausible Erklärung für die dem Holocaust zugrundeliegende Intention, die Juden zu vernichten. In Mein Kampf und in vielen seiner Reden entwarf Hitler ein apokalyptisches Bild von der Welt, an das er zweifellos glaubte. Er sah die Weltgeschichte durch den Kampf zweier universaler Mächte bestimmt, deren Unversöhnlichkeit er vorzugsweise in der dualistischen Symbolik ‘Licht - Finsternis’ zum Ausdruck brachte, und er glaubte die Entscheidungsschlacht nahe, die den Sieg über den Todfeind jedes Lichtes bringen. Die Macht der Finsternis verkörperte sich für Hitler im Judentum, dem bösen Feind der Menschheit, dem er Schuld an allen tatsächlichen Defiziten der Welt, aber auch an eingebildeten Bedrohungen zuschob. Hitler sah das Heil der ganzen Welt davon abhängen, dass Deutschland den apokalyptischen Endkampf gewinnt. Andere führende Nationalsozialisten teilten diese apokalyptische Weltsicht. So schrecklich jede der bereits bekannten Gewalttaten gewesen war, grauenvoll war die fabrikmäßige Vernichtung der Millionen Juden, die bürokratisch vollzogen wurde, weil sie in der apokalyptischen Weltsicht als notwendig erschien.
Abstract
Eric Voegelin unternahm in seinem Buch den grundsätzlichen, theoretisch fundierten Versuch einer Deutung des Nationalsozialismus als politischer Religion. Er machte klar, dass der Nationalsozialismus nicht nur deswegen als politische Religion zu interpretieren sei, weil er religiöses Vokabular verwendet und kultische Feierformen entwickelte, sondern weil er einen existentiellen Kern religiösen Charakters aufweist. Er stellte fest, dass sich die religiösen Bedürfnisse in einer säkularisierten Welt auf Teilinhalte der Welt richten können. Solche Inhalte können in der religiösen Erfahrung als ‘heilig’ erscheinen und zum Gegenstand des Glaubens werden. Der heilige Mittelpunkt der nationalsozialistischen, politischen Religion war die Rasse, das ‘Blut’; um dieses Zentrum lagerten sich weitere sakrale Symbole: das Volk als substantieller Träger des Bluts; der Boden, das Land, von dem sich das Volk nährt; das Reich, in dem es sich politisch aktualisiert; die Person des Führers als kultisch verehrter Repräsentant von Volk und Reich. Die sakralisierten Wirklichkeitsbereiche haben den Charakter von Glaubenswahrheiten, die offenbart und verkündet werden. Die Überzeugung der Nationalsozialisten, dass zur auserwählten Rasse die minderwertige, vor allem die Juden als Gegenrasse gehört, sah Voeglin als Ausdruck einer apokalyptischen Weltsicht. Aus der Retrospektive auf den vollzogenen Genozid kann man sagen: Das apokalyptische Weltbild des Nationalsozialismus war die extreme Manifestation seiner politischen Religion und ist im Grund genommen die einzige plausible Erklärung für die dem Holocaust zugrundeliegende Intention, die Juden zu vernichten. In Mein Kampf und in vielen seiner Reden entwarf Hitler ein apokalyptisches Bild von der Welt, an das er zweifellos glaubte. Er sah die Weltgeschichte durch den Kampf zweier universaler Mächte bestimmt, deren Unversöhnlichkeit er vorzugsweise in der dualistischen Symbolik ‘Licht - Finsternis’ zum Ausdruck brachte, und er glaubte die Entscheidungsschlacht nahe, die den Sieg über den Todfeind jedes Lichtes bringen. Die Macht der Finsternis verkörperte sich für Hitler im Judentum, dem bösen Feind der Menschheit, dem er Schuld an allen tatsächlichen Defiziten der Welt, aber auch an eingebildeten Bedrohungen zuschob. Hitler sah das Heil der ganzen Welt davon abhängen, dass Deutschland den apokalyptischen Endkampf gewinnt. Andere führende Nationalsozialisten teilten diese apokalyptische Weltsicht. So schrecklich jede der bereits bekannten Gewalttaten gewesen war, grauenvoll war die fabrikmäßige Vernichtung der Millionen Juden, die bürokratisch vollzogen wurde, weil sie in der apokalyptischen Weltsicht als notwendig erschien.
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