『암피트리온』 희곡의 비교 연구
Vergleichende Analyse von vier Amphitryon-Dramen
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초록
Der Mythos wird immer aufs Neue beleuchtet und erweitert. Der Mythos hat Vitalität und regt zu neueren Bearbeitungen an, so kommt es, dass in der Weltliteratur die Mythen viel benutzt worden sind. Der Amphitryon-Mythos ist auch ein Beispiel für die Flexibilität, die dem Mythos innewohnt. Bis jetzt wurde der Amphitryon-Stoff von vielen Dramatikern als Tragödie oder als Komödie gestaltet, z.B. Plautus, J.Rotrou, Molière, J.Dryden, J.D.Falk, H.v.Kleist, J.Giraudoux oder G.Kayser. In dieser Arbeit werden die Amphitryon-Dramen von vier Dramatikern analysiert: Plautus, Molière, Falk und Kleist. Die wichtigen Charaktere, die in den vier Amphitryon-Bearbeitungen gemeinsam auftreten, sind: Jupiter, Amphitryon, Alkmene, Merkur und Sosias. Zuerst betrachten wir die Hauptpersonen. Jupiter ist im 'Amphitruo' des Plautus als der mächtige Gott beschrieben, der alles machen kann, was er will. Er verführt Alkmene, Amphitryons Gemahlin und sie wird Mutter von Herakles. Trotz dieses Fehltritts wird er von den Menschen als der große Gott gepriesen. Bei Molière tritt Jupiter als der personalisierte Gott auf, der die Menschen beherrscht und verführt. Bei Falk trägt Jupiter göttliche ebenso wie menschliche Züge. Kleist schließlich sieht ihn als den armen Gott, der vergeblich um Alkmenes Liebe wirbt. Amphitryon tritt im Drama des Plautus als der schwache Mensch auf, der vom Gott um seine Ehre gebracht wird und gleichwohl der Autorität des Gottes nachgibt. Molière hat Amphitryon als den Diener des Stärkeren beschrieben. Bei Falk ist er der umherirrende Feldherr, der zwar den Ehebruch seiner Gemahlin bemerkt, aber kein Mittel dagegen weiß. Kleist hat ihn als den Mann dargestellt, der seine Ehre verliert und somit in eine Identitätskrise stürzt. Dem überlieferten Mythos zufolge hat Alkmene unwissentlich mit dem Gott Ehebruch begangen und beharrt auf ihrer Unschuld. Amphitryon erfährt nach seiner Rückkehr vom Schlachtfeld von Alkmenes Schuld und es kommt zum Ehestreit. Am Ende kann ihn aber Jupiter, sein Doppelgänger mit seiner Gemahlin versöhnen. Im Drama des Plautus wird sie sich des Ehebruchs nicht bewußt, weil sie den echten Amphitryon von dem falschen nicht unterscheiden kann. Molière und Falk haben Alkmene als höfische Dame beschrieben. Wenn sie auch von ihrem Gemahl des Ehebruchs verdächtigt wird, ist sie von ihrer Unschuld überzeugt. Kleist hat Alkmene als die souveräne Frau vorgestellt, die ohne Rücksicht auf ihren Ehebruch unerschütterlich treu zu ihrem Gemahl steht. Sie glaubt unentwegt an ihre Unschuld, und Jupiter muss endlich in seine Niederlage einwilligen, weil er ihre Liebe nicht gewinnen kann. Außer diesen drei Hauptpersonen treten noch zwei wichtige Akteure auf, Merkur und Sosias. Einmal handelt Merkur wie ein Regisseur, dann wieder steht die Beziehung zwischen den beiden in ironischem Kontrast zu der von Jupiter und Amphitryon. Merkur erscheint im Drama des Plautus überall als Gott, aber in den anderen drei Dramen spielt er die Rolle des Komikers. Der Sklave Sosias wird von seinem Doppelgänger zum Narren gehalten, und von seinem Herrn Amphitryon bestraft, obwohl er unschuldig ist. Die Anzahl und die Beziehung der übrigen Personen zueinander, die auf die Bühne treten, variieren je nach dem Dichter. Im Interesse des Dramenaufbaus sollen der Anfang und das Ende reflektiert werden. Im Drama von Plautus eröffnet Jupiters Bote, Merkur im Prolog das Spiel und informiert die Zuschauer kurz über den Ablauf der Handlung Am Schluss erscheint Jupiter als deus ex machina und beendet die Konfusion. Bei Molière gibt es ebenfalls einen Prolog, in dem Merkur und die Göttin Nacht über eine Verlängerung der Nacht und die Absurdität der Gesellschaft diskutieren. Am Ende des Dramas wird der Konflikt von Merkur gelöst. Falk lässt viele Charaktere unterschiedlicher Berufe auftreten, so dass die Handlung verhältnismäßig langsam fortschreitet. Kleist dagegen bewirkt mit nur wenigen Personen eine große Spannung. Was die Komik des Dramas betrifft, so sind im Drama des Plautus Alkmene und Amphitryon in Wahrheit die tragischen Gestalten. Aber das Drama mit seinem Doppelgänger-Motiv belustigt die Zuschauer, zumal auch der Ausgang keine Katastrophe zeigt. Plautus hat selbst sein Drama durch den Mund von Merkur eine Tragi-Komödie genannt. Molière hat das Doppelgänger-Motiv voll benutzt, um das Stück zur Komödie zu machen. Er hat auch das Herr-Diener-Motiv angewendet, um an der damaligen Gesellschaft scharfe Kritik zu üben. Bei Falk spielen Sosias und sein Doppelgänger Merkur oft eine komödienhafte Rolle. Kleist hat sein Drama ‘ein Lustspiel nach Molière’ genannt. Aber Alkmene und Amphitryon haben tragische Züge. In der Hauptsache ist es Charis, die Frau des Sosias, die die ganze Handlung zum Lustspiel macht. Wie bei Molière weicht der Ausgang der Katastrophe aus. Ein Stoff kann zu so divergierenden Dramen verarbeitet werden, weil die weltanschaulichen Hintergründe der Dichter unterschiedlich sind. Der 'Amphitruo' des Plautus konnte die Grenzen der antiken mythologischen Welt nicht überschreiten. Molière wollte die widerspruchsvollen Probleme der höfischen Gesellschaft widerspiegeln. Falk ist zwar der Vorlage des Plautus treu gefolgt, aber die gesellschaftliche Stimmung im Zeitalter des Dichters kommt in seinem Werk zum Ausdruck. Kleist hat sein Drama nach Molière geschrieben. Also gibt es zwischen beiden viele Ähnlichkeiten im Bezug auf die Verse und Handlungen. Kleist übt allerdings keine Gesellschaftskritik wie Molière, denn er will von Natur aus keinen gesellschaftlichen Umschwung. Er hat den Amphitryon-Stoff bearbeitet, um das absolute Gefühl eines Einzelnen zu verfolgen.
Abstract
Der Mythos wird immer aufs Neue beleuchtet und erweitert. Der Mythos hat Vitalität und regt zu neueren Bearbeitungen an, so kommt es, dass in der Weltliteratur die Mythen viel benutzt worden sind. Der Amphitryon-Mythos ist auch ein Beispiel für die Flexibilität, die dem Mythos innewohnt. Bis jetzt wurde der Amphitryon-Stoff von vielen Dramatikern als Tragödie oder als Komödie gestaltet, z.B. Plautus, J.Rotrou, Molière, J.Dryden, J.D.Falk, H.v.Kleist, J.Giraudoux oder G.Kayser. In dieser Arbeit werden die Amphitryon-Dramen von vier Dramatikern analysiert: Plautus, Molière, Falk und Kleist. Die wichtigen Charaktere, die in den vier Amphitryon-Bearbeitungen gemeinsam auftreten, sind: Jupiter, Amphitryon, Alkmene, Merkur und Sosias. Zuerst betrachten wir die Hauptpersonen. Jupiter ist im 'Amphitruo' des Plautus als der mächtige Gott beschrieben, der alles machen kann, was er will. Er verführt Alkmene, Amphitryons Gemahlin und sie wird Mutter von Herakles. Trotz dieses Fehltritts wird er von den Menschen als der große Gott gepriesen. Bei Molière tritt Jupiter als der personalisierte Gott auf, der die Menschen beherrscht und verführt. Bei Falk trägt Jupiter göttliche ebenso wie menschliche Züge. Kleist schließlich sieht ihn als den armen Gott, der vergeblich um Alkmenes Liebe wirbt. Amphitryon tritt im Drama des Plautus als der schwache Mensch auf, der vom Gott um seine Ehre gebracht wird und gleichwohl der Autorität des Gottes nachgibt. Molière hat Amphitryon als den Diener des Stärkeren beschrieben. Bei Falk ist er der umherirrende Feldherr, der zwar den Ehebruch seiner Gemahlin bemerkt, aber kein Mittel dagegen weiß. Kleist hat ihn als den Mann dargestellt, der seine Ehre verliert und somit in eine Identitätskrise stürzt. Dem überlieferten Mythos zufolge hat Alkmene unwissentlich mit dem Gott Ehebruch begangen und beharrt auf ihrer Unschuld. Amphitryon erfährt nach seiner Rückkehr vom Schlachtfeld von Alkmenes Schuld und es kommt zum Ehestreit. Am Ende kann ihn aber Jupiter, sein Doppelgänger mit seiner Gemahlin versöhnen. Im Drama des Plautus wird sie sich des Ehebruchs nicht bewußt, weil sie den echten Amphitryon von dem falschen nicht unterscheiden kann. Molière und Falk haben Alkmene als höfische Dame beschrieben. Wenn sie auch von ihrem Gemahl des Ehebruchs verdächtigt wird, ist sie von ihrer Unschuld überzeugt. Kleist hat Alkmene als die souveräne Frau vorgestellt, die ohne Rücksicht auf ihren Ehebruch unerschütterlich treu zu ihrem Gemahl steht. Sie glaubt unentwegt an ihre Unschuld, und Jupiter muss endlich in seine Niederlage einwilligen, weil er ihre Liebe nicht gewinnen kann. Außer diesen drei Hauptpersonen treten noch zwei wichtige Akteure auf, Merkur und Sosias. Einmal handelt Merkur wie ein Regisseur, dann wieder steht die Beziehung zwischen den beiden in ironischem Kontrast zu der von Jupiter und Amphitryon. Merkur erscheint im Drama des Plautus überall als Gott, aber in den anderen drei Dramen spielt er die Rolle des Komikers. Der Sklave Sosias wird von seinem Doppelgänger zum Narren gehalten, und von seinem Herrn Amphitryon bestraft, obwohl er unschuldig ist. Die Anzahl und die Beziehung der übrigen Personen zueinander, die auf die Bühne treten, variieren je nach dem Dichter. Im Interesse des Dramenaufbaus sollen der Anfang und das Ende reflektiert werden. Im Drama von Plautus eröffnet Jupiters Bote, Merkur im Prolog das Spiel und informiert die Zuschauer kurz über den Ablauf der Handlung Am Schluss erscheint Jupiter als deus ex machina und beendet die Konfusion. Bei Molière gibt es ebenfalls einen Prolog, in dem Merkur und die Göttin Nacht über eine Verlängerung der Nacht und die Absurdität der Gesellschaft diskutieren. Am Ende des Dramas wird der Konflikt von Merkur gelöst. Falk lässt viele Charaktere unterschiedlicher Berufe auftreten, so dass die Handlung verhältnismäßig langsam fortschreitet. Kleist dagegen bewirkt mit nur wenigen Personen eine große Spannung. Was die Komik des Dramas betrifft, so sind im Drama des Plautus Alkmene und Amphitryon in Wahrheit die tragischen Gestalten. Aber das Drama mit seinem Doppelgänger-Motiv belustigt die Zuschauer, zumal auch der Ausgang keine Katastrophe zeigt. Plautus hat selbst sein Drama durch den Mund von Merkur eine Tragi-Komödie genannt. Molière hat das Doppelgänger-Motiv voll benutzt, um das Stück zur Komödie zu machen. Er hat auch das Herr-Diener-Motiv angewendet, um an der damaligen Gesellschaft scharfe Kritik zu üben. Bei Falk spielen Sosias und sein Doppelgänger Merkur oft eine komödienhafte Rolle. Kleist hat sein Drama ‘ein Lustspiel nach Molière’ genannt. Aber Alkmene und Amphitryon haben tragische Züge. In der Hauptsache ist es Charis, die Frau des Sosias, die die ganze Handlung zum Lustspiel macht. Wie bei Molière weicht der Ausgang der Katastrophe aus. Ein Stoff kann zu so divergierenden Dramen verarbeitet werden, weil die weltanschaulichen Hintergründe der Dichter unterschiedlich sind. Der 'Amphitruo' des Plautus konnte die Grenzen der antiken mythologischen Welt nicht überschreiten. Molière wollte die widerspruchsvollen Probleme der höfischen Gesellschaft widerspiegeln. Falk ist zwar der Vorlage des Plautus treu gefolgt, aber die gesellschaftliche Stimmung im Zeitalter des Dichters kommt in seinem Werk zum Ausdruck. Kleist hat sein Drama nach Molière geschrieben. Also gibt es zwischen beiden viele Ähnlichkeiten im Bezug auf die Verse und Handlungen. Kleist übt allerdings keine Gesellschaftskritik wie Molière, denn er will von Natur aus keinen gesellschaftlichen Umschwung. Er hat den Amphitryon-Stoff bearbeitet, um das absolute Gefühl eines Einzelnen zu verfolgen.
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