쉴러의 ‘미적 교육’의 이념과 ‘실천적 문화’
Schillers Idee der ‘ästhetische Erziehung’ und die ‘praktische Kultur’
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초록
Schiller stellt der theoretischen Kultur die praktische Kultur gegenüber. Nach seinen Briefen Über die ästhetische Erziehung des Menschen (1795) ist die praktische Kultur in der ästhetischen Bildung vollendet. Sie ist aber nach Schillers Überzeugung in der heutigen Situation vor dringlicher als die reine Aufklärung der Begriffe. Denn diese allein kann den Charakter des Menschen nicht verändern. Der Rekurs auf die praktische Kultur gründet in seiner Überzeugung vom Scheitern der Aufklärung als reiner theoretischer Kultur, deren Bankrott für ihn die Französische Revolution demonstriert. Der Glaube, auf rein theoretischem Wege den Fortschritt der Menschheit fördern zu können, ist durch den Umschlag der Aufklärung in Barbarei, Terror und Despotismus als Illusion entlarvt worden. Das bedeutet keineswegs eine Absage an die Aufklärung als solche. Vielmehr geht es Schiller um die Rettung der wahren Aufklärung; es gilt durch eine praktische Kultur erst einmal den Boden zu bereiten, auf dem sich ihre Keime entfalten können. Schließlich handelt es sich darum, “die Totalität in unserer Natur durch eine höhere Kunst wieder herzustellen”. Das ist möglich durch “die praktische Kultur”, die durch das Ästhetische den Charakter des Einzelnen veredelt. Damit beansprucht Schiller auch die Veränderung der Gesellschaft. Das bedeutet aber nicht einen politisch-gesellschaftlichen Umsturz wie in der Französischen Revolution. Denn Schillers ästhetische Erziehungslehre wird der Revolution im gesellschaftlichen Bereich entgegengesetzt und erweist sich nicht als revolutionär, sondern vielmehr als evolutionär. Auch die ästhetische Erziehungsidee ist anzusehen als eine aus den Gegensätzen hervorgehende Synthese. Es ist unmöglich, die beiden Bereiche Philosophie und Politik ohne dialektische Schlüsse aufeinander zu beziehen, weil ohne dialektische Schlüsse keine praxisbezogene, handlungsmotivierende Argumentation auskommt. Schiller zielt auf eine Verbesserung des politischen Bereichs durch die Verbindung der ästhetischen Theorie mit der politischen. Dies basiert auf dem Optimismus, dass eine bessere Zukunft kraft der progressiven Erziehung und Bildung kommen kann. Die politische Revolution ist hier identisch mit der moralischen.
Abstract
Schiller stellt der theoretischen Kultur die praktische Kultur gegenüber. Nach seinen Briefen Über die ästhetische Erziehung des Menschen (1795) ist die praktische Kultur in der ästhetischen Bildung vollendet. Sie ist aber nach Schillers Überzeugung in der heutigen Situation vor dringlicher als die reine Aufklärung der Begriffe. Denn diese allein kann den Charakter des Menschen nicht verändern. Der Rekurs auf die praktische Kultur gründet in seiner Überzeugung vom Scheitern der Aufklärung als reiner theoretischer Kultur, deren Bankrott für ihn die Französische Revolution demonstriert. Der Glaube, auf rein theoretischem Wege den Fortschritt der Menschheit fördern zu können, ist durch den Umschlag der Aufklärung in Barbarei, Terror und Despotismus als Illusion entlarvt worden. Das bedeutet keineswegs eine Absage an die Aufklärung als solche. Vielmehr geht es Schiller um die Rettung der wahren Aufklärung; es gilt durch eine praktische Kultur erst einmal den Boden zu bereiten, auf dem sich ihre Keime entfalten können. Schließlich handelt es sich darum, “die Totalität in unserer Natur durch eine höhere Kunst wieder herzustellen”. Das ist möglich durch “die praktische Kultur”, die durch das Ästhetische den Charakter des Einzelnen veredelt. Damit beansprucht Schiller auch die Veränderung der Gesellschaft. Das bedeutet aber nicht einen politisch-gesellschaftlichen Umsturz wie in der Französischen Revolution. Denn Schillers ästhetische Erziehungslehre wird der Revolution im gesellschaftlichen Bereich entgegengesetzt und erweist sich nicht als revolutionär, sondern vielmehr als evolutionär. Auch die ästhetische Erziehungsidee ist anzusehen als eine aus den Gegensätzen hervorgehende Synthese. Es ist unmöglich, die beiden Bereiche Philosophie und Politik ohne dialektische Schlüsse aufeinander zu beziehen, weil ohne dialektische Schlüsse keine praxisbezogene, handlungsmotivierende Argumentation auskommt. Schiller zielt auf eine Verbesserung des politischen Bereichs durch die Verbindung der ästhetischen Theorie mit der politischen. Dies basiert auf dem Optimismus, dass eine bessere Zukunft kraft der progressiven Erziehung und Bildung kommen kann. Die politische Revolution ist hier identisch mit der moralischen.
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