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『크라튈로스 Kratylos』에 나타난 언어기호에 대한 발상과 그에 대한 비판적 해석

Zeichenkonzepte in Kratylos - Analyse und kritische Betrachtung

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주제분류독일어와문학

초록

In dieser Arbeit wird das in „Kratylos“ von Platon zum Ausdruck gebrachte Verständnis des sprachlichen Zeichens anhand der zentralen Begriffe Onoma und Orthotes herausgearbeitet und kritisch betrachtet. Onoma bezieht sich nicht nur auf Nomen proprium und Nomen appellativum, sondern auch auf andere Wortarten wie Verben und Adjektive. Orthotes bedeutet ‘Richtigkeit’. Daher ist Orthotes onomaton als die ‘Richtigkeit des sprachlichen Zeichens’ zu verstehen, was auch das Thema des „Kratylos“ ist. In Bezug auf diese Thematik vertritt Hermogenes die Meinung, dass zwischen Zeichen und Ding als Bezeichnetem keine naturgegebene Verbindung bestehe, wohingegen Kratylos behauptet, dass die Richtigkeit des Zeichens in der Natur des Dinges zu finden sei. Sokrates zieht beide Ansätze zunächst teilweise in Zweifel. Daraus arbeitete P. Schmitter zwei Zeichenmodelle heraus. Nach ihm entwickelte Sokrates im Gespräch mit Hermogenes das erste Modell, das einerseits die Arbitrarität von Laut und Inhalt des Zeichens (thesei), aber andererseits auch die naturgegebene Verbindung zwischen dem Wesen des Dinges und dem Inhalt des Wortes (physei) postuliert. Im Gespräch mit Kratylos entwickelte Sokrates dann das zweite Modell, in dem Wesen des Dinges und Inhalt des Wortes durch gedanklicher Inhalt des Sprechers und des Hörers ersetzt werden. Bei genauer Betrachtung handelt es sich bei Sokrates jedoch nicht um zwei scharf voneinander getrennte Zeichenmodelle, sondern nur um ein einziges, das sich durch den fließenden, inhaltlich nicht genau abgegrenzten Gebrauch der Bezeichnungen Ding und Wesen des Dinges sowie Zeichen als Ganzes und Laut und Inhalt als Zeichenbestandteile als doppeltes Modell zu präsentieren scheint. Letztendlich verneint Sokrates nicht nur die Naturgegebenheit der Verbindung von Laut und Inhalt des Zeichens sowie Laut und Wesen des Dinges, sondern zweifelt sogar die naturgegebene Verbindung zwischen Inhalt des Zeichens und dem Wesen des Dinges an, da durch Onoma das Wesen des Dinges, d.h. die Wahrheit, nicht zu erkennen sei. Das weist darauf hin, dass es Sokrates nicht in erster Linie um das sprachliche Zeichen an sich geht, sondern vielmehr um das sprachliche Zeichen als mögliches Instrument zur Erkenntnis der Wahrheit.

Abstract

In dieser Arbeit wird das in „Kratylos“ von Platon zum Ausdruck gebrachte Verständnis des sprachlichen Zeichens anhand der zentralen Begriffe Onoma und Orthotes herausgearbeitet und kritisch betrachtet. Onoma bezieht sich nicht nur auf Nomen proprium und Nomen appellativum, sondern auch auf andere Wortarten wie Verben und Adjektive. Orthotes bedeutet ‘Richtigkeit’. Daher ist Orthotes onomaton als die ‘Richtigkeit des sprachlichen Zeichens’ zu verstehen, was auch das Thema des „Kratylos“ ist. In Bezug auf diese Thematik vertritt Hermogenes die Meinung, dass zwischen Zeichen und Ding als Bezeichnetem keine naturgegebene Verbindung bestehe, wohingegen Kratylos behauptet, dass die Richtigkeit des Zeichens in der Natur des Dinges zu finden sei. Sokrates zieht beide Ansätze zunächst teilweise in Zweifel. Daraus arbeitete P. Schmitter zwei Zeichenmodelle heraus. Nach ihm entwickelte Sokrates im Gespräch mit Hermogenes das erste Modell, das einerseits die Arbitrarität von Laut und Inhalt des Zeichens (thesei), aber andererseits auch die naturgegebene Verbindung zwischen dem Wesen des Dinges und dem Inhalt des Wortes (physei) postuliert. Im Gespräch mit Kratylos entwickelte Sokrates dann das zweite Modell, in dem Wesen des Dinges und Inhalt des Wortes durch gedanklicher Inhalt des Sprechers und des Hörers ersetzt werden. Bei genauer Betrachtung handelt es sich bei Sokrates jedoch nicht um zwei scharf voneinander getrennte Zeichenmodelle, sondern nur um ein einziges, das sich durch den fließenden, inhaltlich nicht genau abgegrenzten Gebrauch der Bezeichnungen Ding und Wesen des Dinges sowie Zeichen als Ganzes und Laut und Inhalt als Zeichenbestandteile als doppeltes Modell zu präsentieren scheint. Letztendlich verneint Sokrates nicht nur die Naturgegebenheit der Verbindung von Laut und Inhalt des Zeichens sowie Laut und Wesen des Dinges, sondern zweifelt sogar die naturgegebene Verbindung zwischen Inhalt des Zeichens und dem Wesen des Dinges an, da durch Onoma das Wesen des Dinges, d.h. die Wahrheit, nicht zu erkennen sei. Das weist darauf hin, dass es Sokrates nicht in erster Linie um das sprachliche Zeichen an sich geht, sondern vielmehr um das sprachliche Zeichen als mögliches Instrument zur Erkenntnis der Wahrheit.

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