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전후사회 가족형태의 변화와 아이들: 하인리히 뵐의 『보호자 없는 집』

Der Wandel der Form der Familie und die Kinder in der Nachkriegsgesellschaft - Haus ohne Hüter Heinrich Bölls

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주제분류독일어와문학

초록

In Heinrich Bölls Roman Haus ohne Hüter zeigen sich Folgen des Krieges darin, dass sich kriegsbedingte Vaterlosigkeit während der Zeit des Witschaftswunders auf das Leben der kindlichen Protagonisten Heinrich Brielach und Martin Bach auswirkt. Martin wohnt in einem Haus mit der Mutter, der Großmutter und deren Schwester sowie mit anderen zusammen, die ihm mehr oder weniger nahe stehen, aber nicht blutsverwandt sind. Der Vater wird funktional mehr oder weniger ersetzt durch den Onkel Albert Muchow. Die Gemeinschaft, in der Heinrich lebt, ist kleiner. Zur Mutter und der Halbschwester kommen nacheinander die Onkel dazu, die ebenfalls mehr oder weniger an die Stelle des toten Vaters treten. Im Titel ordnet Heinrich Böll diese Gemeinschaften einer gemeinsamen Kategorie zu. Es sind Gemeinschaften ohne Hüter. Haus ohne Hüter zeigt also die sogenannte Onkelehe als eine Form des Zusammenlebens von Mann und Frau. In der Regel ist damit das Zusammenleben einer Witwe und ihrer Kinder mit einem Mann, den sie nicht heiraten will, um ihre Versorgungsansprüche aus der ersten Ehe nicht zu verlieren, gemeint. Dadurch weist Böll auf den Beginn eines starken sozialen Wandels im Bereich von Ehe und Familie hin und zeigt dabei die selischen und körperlichen Leiden der Kinder. Allerdings lässt Böll die beiden Kinder nicht im Leiden bleiben. Martins Onkel Albert Muchow ist bereit, ein aktiver Hüter des Kindes zu werden. Er zieht mit den beiden Knaben in seine Heimatstadt Bietenhahn, wo seine Mutter ein Ausflugslokal betreibt. In Bietenhahn kann jeder ohne Sorge um das Morgen etwas tun, was ihm Spaß macht. Es ist eine kinderfreundliche Welt. Die Kinder können hier Kinder bleiben. Dabei wird Albert Muchow zum Träger einer Hoffnung und zum Hirten, wie Böll in Billard um halbzehn formuliert. Bietenhahn ist eine friedlich Welt, in der man ein bürgerlich-humanistisches Lebensideal verwirklichen kann. Mit diesem “Anders- und Besser-Sein” werden die Kinder von Böll nicht nur zur kritischen Darstellung des kindlichen Elendes und der daraus resultierenden allgemeinen Gesellschaftskritik verwendet. Sie sind bei ihm gleichzeitig Träger eines Utopieentwurfs. Sie verkörpern also für Erwachsenen eine hoffnungsvolle Perspektive. Als positive Gestalten in einer zerstörten Welt geben sie Anlaß für Hoffnung auf eine bessere gesellschaftliche Zukunft.

Abstract

In Heinrich Bölls Roman Haus ohne Hüter zeigen sich Folgen des Krieges darin, dass sich kriegsbedingte Vaterlosigkeit während der Zeit des Witschaftswunders auf das Leben der kindlichen Protagonisten Heinrich Brielach und Martin Bach auswirkt. Martin wohnt in einem Haus mit der Mutter, der Großmutter und deren Schwester sowie mit anderen zusammen, die ihm mehr oder weniger nahe stehen, aber nicht blutsverwandt sind. Der Vater wird funktional mehr oder weniger ersetzt durch den Onkel Albert Muchow. Die Gemeinschaft, in der Heinrich lebt, ist kleiner. Zur Mutter und der Halbschwester kommen nacheinander die Onkel dazu, die ebenfalls mehr oder weniger an die Stelle des toten Vaters treten. Im Titel ordnet Heinrich Böll diese Gemeinschaften einer gemeinsamen Kategorie zu. Es sind Gemeinschaften ohne Hüter. Haus ohne Hüter zeigt also die sogenannte Onkelehe als eine Form des Zusammenlebens von Mann und Frau. In der Regel ist damit das Zusammenleben einer Witwe und ihrer Kinder mit einem Mann, den sie nicht heiraten will, um ihre Versorgungsansprüche aus der ersten Ehe nicht zu verlieren, gemeint. Dadurch weist Böll auf den Beginn eines starken sozialen Wandels im Bereich von Ehe und Familie hin und zeigt dabei die selischen und körperlichen Leiden der Kinder. Allerdings lässt Böll die beiden Kinder nicht im Leiden bleiben. Martins Onkel Albert Muchow ist bereit, ein aktiver Hüter des Kindes zu werden. Er zieht mit den beiden Knaben in seine Heimatstadt Bietenhahn, wo seine Mutter ein Ausflugslokal betreibt. In Bietenhahn kann jeder ohne Sorge um das Morgen etwas tun, was ihm Spaß macht. Es ist eine kinderfreundliche Welt. Die Kinder können hier Kinder bleiben. Dabei wird Albert Muchow zum Träger einer Hoffnung und zum Hirten, wie Böll in Billard um halbzehn formuliert. Bietenhahn ist eine friedlich Welt, in der man ein bürgerlich-humanistisches Lebensideal verwirklichen kann. Mit diesem “Anders- und Besser-Sein” werden die Kinder von Böll nicht nur zur kritischen Darstellung des kindlichen Elendes und der daraus resultierenden allgemeinen Gesellschaftskritik verwendet. Sie sind bei ihm gleichzeitig Träger eines Utopieentwurfs. Sie verkörpern also für Erwachsenen eine hoffnungsvolle Perspektive. Als positive Gestalten in einer zerstörten Welt geben sie Anlaß für Hoffnung auf eine bessere gesellschaftliche Zukunft.

참고문헌 (15)

  1. Heinrich Böll, "Werke. Romane und Erzählungen, Bd. II-III, Frankfurt a" (1987)
  2. Ders, "Essayistische Schriften und Reden (=ESR) 1" (1979)
  3. Ders, "Essayistische Schriften und Reden (=ESR) 2" (1979)
  4. 사지원, "하인리히 뵐의 전후작품에 나타난 어린이상", 하인리히 뵐, 9 (2009), 한국하인리히뵐학회
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  6. Fromm, Erich, "Gesamtausgabe. Bd I, Analytische Sozialpsychologie" (1980)
  7. Hengst, Heinz, "Zur Rolle des Katholizismus im Erzählwerk Bölls, In Heinrich Böll. Text+Kritik, H. 33" (1982)
  8. Hoffmann, Leopold, "Heinrich Böll" (1965), Einführung in Leben und Werk
  9. Karsten Schlotmann, "Recht und Gerechtigkeit im Werk Heinrich Bölls" (2008)
  10. König, Rene, "Soziologie der Familie, In Soziologie ein Lehr- und Handbuch zur modernen Gesellschaftskunde" (1955)
  11. Lange, Ulrich, "Das alleinstehende Kind und seine Versorgung" (1965)
  12. Monico, Marco, "Das Kind und der Jugendliche bei Heinrich Böll" (1978), Eine literarisch-psychologische Untersuchung
  13. Song, Ikhwa, "Die Darstellung des Kindes im frühen Werk Heinrich Bölls" (1978), Frankfurt a. Main
  14. Stampfli, Lucie, "Die unvollständige Familie" (1951)
  15. Wirth, Günter, "Heinrich Böll, In Essayistische Studie über religiöse und gesellschaftliche Motive im Prosawerk des Dichters" (1967)

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