Aspekte der Gastsemantik in Medea von Euripides
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초록
Dieser Artikel beabsichtigt, Euripides Tragödie Medea als Tragödie über Flüchtlinge neu zu lesen. Vor allem die Familientragödie von Medea und Jason, einem gestrandeten Flüchtlingspaar, wird in der doppelten Gastsemantik der griechischen Antike erklärt. König Kreon von Korinth, der die Iasons als Gäste begrüßt, schließt einen geheimen Vertrag mit Iason ab, der die Interessen der beiden Männer widerspiegelt. Hier tritt die Doppelsemantik der alten Gastkultur hervor: einerseits das Gastrecht als absoluter und ethischer Imperativ, andererseits die Gastkultur als anthropologische Kulturtechnik und Institution, die den Fremden als Gast akzeptiert, um das Absterben einer geschlossenen Verwandtschaftsgesellschaft zu verhindern. Im Fall von König Kreon prallen beide Dimensionen der Gastkultur aufeinander. Medeas Rache führt nicht nur zur Zerstörung von Iasons Familie, indem beide Kinder von Iason getötet werden, sondern auch zur Zerstörung von Kreons eigener Dynastie. Adererseits verkörpert Medea das Gastrecht: Die Tatsache, dass Medea am Ende über all diese Katastrophen in einem vom Sonnengott erhaltenen Wagen nach Athen fliegt, enthält eine Warnung und Botschaft bezüglich des Gastrechts. Daraus läßt sich die Position der Tragödie für das “absolute Gastrecht” ablesen. Medea fungiert gleichzeitig als kulturproduzierender Gast, indem sie als Gast des athenischen Königs akzeptiert wird und zum Überleben der Gesellschaft beiträgt. Der Flüchtling Medea wird so zu einem Sinnbild einer offenen Gesellschaft.
Abstract
Dieser Artikel beabsichtigt, Euripides Tragödie Medea als Tragödie über Flüchtlinge neu zu lesen. Vor allem die Familientragödie von Medea und Jason, einem gestrandeten Flüchtlingspaar, wird in der doppelten Gastsemantik der griechischen Antike erklärt. König Kreon von Korinth, der die Iasons als Gäste begrüßt, schließt einen geheimen Vertrag mit Iason ab, der die Interessen der beiden Männer widerspiegelt. Hier tritt die Doppelsemantik der alten Gastkultur hervor: einerseits das Gastrecht als absoluter und ethischer Imperativ, andererseits die Gastkultur als anthropologische Kulturtechnik und Institution, die den Fremden als Gast akzeptiert, um das Absterben einer geschlossenen Verwandtschaftsgesellschaft zu verhindern. Im Fall von König Kreon prallen beide Dimensionen der Gastkultur aufeinander. Medeas Rache führt nicht nur zur Zerstörung von Iasons Familie, indem beide Kinder von Iason getötet werden, sondern auch zur Zerstörung von Kreons eigener Dynastie. Adererseits verkörpert Medea das Gastrecht: Die Tatsache, dass Medea am Ende über all diese Katastrophen in einem vom Sonnengott erhaltenen Wagen nach Athen fliegt, enthält eine Warnung und Botschaft bezüglich des Gastrechts. Daraus läßt sich die Position der Tragödie für das “absolute Gastrecht” ablesen. Medea fungiert gleichzeitig als kulturproduzierender Gast, indem sie als Gast des athenischen Königs akzeptiert wird und zum Überleben der Gesellschaft beiträgt. Der Flüchtling Medea wird so zu einem Sinnbild einer offenen Gesellschaft.
참고문헌 (14)
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