요젭 로트의 『엉터리 저울추』에 나타난 종교성
Die Religiosität in Joseph Roths Das falsche Gewicht
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초록
In der vorliegenden Arbeit wird der Versuch gemacht, das falsche Gewicht, eins von Joseph Roths Spätwerken, unter dem Aspekt der Religiosität zu untersuchen. In den bisherigen Interpretationen hat das Thema Religion oder Religiosität keine herausragende Rolle gespielt. Das ist umso überraschender, da Roth bereits früh, schon vor 1920 als ein religiös, ja christlich motivierter Autor angesehen werden kann. Der mit der Zeile ‘Die Geschichte eines Eichmeisters’ untertitelte Roman verweist, ähnlich wie Hiob(1930), schon im Titel auf die Welt des Alten Testaments. Auf Wunsch seiner Frau Regina hat Anselm Eibenschütz die Armee verlassen und einen Posten als Eichmeister übernommen. Aber er fühlt sich einsam mit seiner untreuen Frau und dem unehelichen Neugeborenen. Dennoch geht alles seinen alten Lauf, bis die Begegnung mit der Zigeunerin Euphemia in ihm emotionale Rauscherlebnisse ausgelöst hat. Das beharrlich wiederholte Bild von ihren klingenden Ohrringen symbolisiert die anhaltende ästhetisch-sinnliche Verzauberung des Eichmeisters. Femmes fatales wie diese Euphemia haben in den Werken von Joseph Roth die Aufgabe, die Unmöglichkeit zu reflektieren, in einem Menschen Halt und Geborgenheit zu finden. Jeder Versuch, der das zum Ziel hat, ist zum Scheitern verurteilt und endet in der Enttäuschung und Desillusionierung des Helden. Als der Langzeitgeliebte von Euphemia, der Maronibrater Sameschkin zurückkehrt, verliert der Eichmeister nicht nur Euphemias Gunst, sprich das Vorrecht, mit ihr zu schlafen, sondern auch seine Langmut gegenüber den Händlern im Bezirk. Es zeigt sich nun, dass Eibenschütz in eine Liebesfalle getappt ist. Eibenschütz wird aus Rache mit Stein erschlagen und erlebt im Sterben liegend eine Szene, die als eine Art Jüngstes Gericht erscheint, so wie der Große Eichmeister über ihn richtet. Eibenschütz wird in dieser Stelle visionär gerichtet, so wie er zuvor gerichtet hat. Anders gesagt, er wird mit dem Maß gemessen, mit dem er zuvor gemessen hat, wie es bei Matthäus heißt, wo die Anmaßung menschlichen Richtens grundsätzlich gerügt wird(Mt 7,1-5). Die Sünde liegt vor allem in dem zu hoch gehängten Maßstab. Da er viele Menschenschicksale auf dem Gewissen hat-auch das des gottesfürchtigsten aller Menschen, Mendel Singer-, erscheint ihm am Ende das Gericht des Großen Eichmeisters, von dem er zugleich verurteilt und freigesprochen wird. Der Eichmeister fühlt sich schuldig, weil er nur mit menschlichem Maß messen kann. Es gibt aber kein menschliches Maß, das die absolute Gültigkeit haben kann. Perfektion und tadelfreies Verhalten können vom Menschen nicht verlangt werden. Vor der absoluten Gewalt Gottes kann es makelloses und vollkommenes Verhalten nicht geben, so lautet Roths Bilanz.
Abstract
In der vorliegenden Arbeit wird der Versuch gemacht, das falsche Gewicht, eins von Joseph Roths Spätwerken, unter dem Aspekt der Religiosität zu untersuchen. In den bisherigen Interpretationen hat das Thema Religion oder Religiosität keine herausragende Rolle gespielt. Das ist umso überraschender, da Roth bereits früh, schon vor 1920 als ein religiös, ja christlich motivierter Autor angesehen werden kann. Der mit der Zeile ‘Die Geschichte eines Eichmeisters’ untertitelte Roman verweist, ähnlich wie Hiob(1930), schon im Titel auf die Welt des Alten Testaments. Auf Wunsch seiner Frau Regina hat Anselm Eibenschütz die Armee verlassen und einen Posten als Eichmeister übernommen. Aber er fühlt sich einsam mit seiner untreuen Frau und dem unehelichen Neugeborenen. Dennoch geht alles seinen alten Lauf, bis die Begegnung mit der Zigeunerin Euphemia in ihm emotionale Rauscherlebnisse ausgelöst hat. Das beharrlich wiederholte Bild von ihren klingenden Ohrringen symbolisiert die anhaltende ästhetisch-sinnliche Verzauberung des Eichmeisters. Femmes fatales wie diese Euphemia haben in den Werken von Joseph Roth die Aufgabe, die Unmöglichkeit zu reflektieren, in einem Menschen Halt und Geborgenheit zu finden. Jeder Versuch, der das zum Ziel hat, ist zum Scheitern verurteilt und endet in der Enttäuschung und Desillusionierung des Helden. Als der Langzeitgeliebte von Euphemia, der Maronibrater Sameschkin zurückkehrt, verliert der Eichmeister nicht nur Euphemias Gunst, sprich das Vorrecht, mit ihr zu schlafen, sondern auch seine Langmut gegenüber den Händlern im Bezirk. Es zeigt sich nun, dass Eibenschütz in eine Liebesfalle getappt ist. Eibenschütz wird aus Rache mit Stein erschlagen und erlebt im Sterben liegend eine Szene, die als eine Art Jüngstes Gericht erscheint, so wie der Große Eichmeister über ihn richtet. Eibenschütz wird in dieser Stelle visionär gerichtet, so wie er zuvor gerichtet hat. Anders gesagt, er wird mit dem Maß gemessen, mit dem er zuvor gemessen hat, wie es bei Matthäus heißt, wo die Anmaßung menschlichen Richtens grundsätzlich gerügt wird(Mt 7,1-5). Die Sünde liegt vor allem in dem zu hoch gehängten Maßstab. Da er viele Menschenschicksale auf dem Gewissen hat-auch das des gottesfürchtigsten aller Menschen, Mendel Singer-, erscheint ihm am Ende das Gericht des Großen Eichmeisters, von dem er zugleich verurteilt und freigesprochen wird. Der Eichmeister fühlt sich schuldig, weil er nur mit menschlichem Maß messen kann. Es gibt aber kein menschliches Maß, das die absolute Gültigkeit haben kann. Perfektion und tadelfreies Verhalten können vom Menschen nicht verlangt werden. Vor der absoluten Gewalt Gottes kann es makelloses und vollkommenes Verhalten nicht geben, so lautet Roths Bilanz.
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