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테오도르 슈토름의 『임멘 호수』에서 공간 및 시간의 문화적 구조와 의미

Struktur und Bedeutung von Zeit und Raum in Theodor Storms Novelle Immensee

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주제분류독일어와문학

초록

Die Art und Weise, wie man Zeit und Raum wahrnimmt, dürfte als ein - wenn nicht gar das - Kernmoment einer eigentümlich strukturierten und bedeutungsgenerierenden Kultur gelten, das diese dann auch (in einer positiven oder negativen Richtung) ändern kann: Die Auffassungen von Zeit und Raum gehen mit einem Verständnis vom Sein und Nicht-Sein zusammen und werden somit letztendlich von Wertvorstellungen bestimmt und umgekehrt. Am Anfang steht hierbei jenes divergierende Begriffspaar von Leben und Tod, von dem sich im Grunde alle Dualismen wie Endlichkeit und Unendlichkeit, Gott und Mensch, Mensch und Natur, Subjekt und Objekt, Gut und Böse etc. ableiten - Begriffe, die das Verständnis von Zeit und Raum bzw. die Wertvorstellung vom Sein und Nicht-Sein in sich tragen. So liefert die Analyse der Zeit und des Raums sehr wichtige Anhaltspunkte für die Auslegung, wie das menschliche Leben geformt und entwickelt wurde/wird, und welche Maßstäbe dabei angelegt wurden/werden. Kultursemiotische Elemente entspringen also einem zeitlich-räumlichen Selbstverständnis des menschlichen Daseins und sind zugleich sowohl gedankliches Mittel als auch Ergebnis. Dies lässt sich natürlich auch im literarischen Text, in seinen Zeichen und Symbolen, nachweisen. In der literarischen ‘Welt’ tauchen verschiedene Räume und Zeiteinheiten auf und bekommen - aneinander gekoppelt - quasi authentische Bedeutungen. Die Manier einer Sinngebung und -werdung kann je nach Zeitalter, d.h. je nach realen Lebensverhältnissen variieren. Vor allem in den bürgerlichen Epochen, wo der Glaube an ein ganzheitliches Menschendasein und damit an ein grundlegendes Ideal zu schwinden begann, scheint ein komplizierter Werdegang fast zu einer zeittypischen, literarisch-lebensgeschichtlichen Form geworden zu sein. Der vorliegende Aufsatz analysiert Phänomen in Theodor Storms Novelle Immensee (1849). Es stellt sich heraus, dass der Stormsche Text aus eminent vielen Elementen von Zeit und Raum besteht, die ein geradezu werkkonstituierender Bestandteil der Rahmen- und Binnengeschichte sind. Der Raum weist dabei eine immer wiederkehrende, somit kreisförmige Struktur auf, die auf die stagnierende oder gar stillstehende innere Seelenlandschaft des Protagonisten hinweist. Diese findet dann auch in jener linear-polaren Struktur der Zeit eine Analogie, welche wiederum die nichtkontinuierlich-abgebrochene Konstitution des Menschen nahelegt.

Abstract

Die Art und Weise, wie man Zeit und Raum wahrnimmt, dürfte als ein - wenn nicht gar das - Kernmoment einer eigentümlich strukturierten und bedeutungsgenerierenden Kultur gelten, das diese dann auch (in einer positiven oder negativen Richtung) ändern kann: Die Auffassungen von Zeit und Raum gehen mit einem Verständnis vom Sein und Nicht-Sein zusammen und werden somit letztendlich von Wertvorstellungen bestimmt und umgekehrt. Am Anfang steht hierbei jenes divergierende Begriffspaar von Leben und Tod, von dem sich im Grunde alle Dualismen wie Endlichkeit und Unendlichkeit, Gott und Mensch, Mensch und Natur, Subjekt und Objekt, Gut und Böse etc. ableiten - Begriffe, die das Verständnis von Zeit und Raum bzw. die Wertvorstellung vom Sein und Nicht-Sein in sich tragen. So liefert die Analyse der Zeit und des Raums sehr wichtige Anhaltspunkte für die Auslegung, wie das menschliche Leben geformt und entwickelt wurde/wird, und welche Maßstäbe dabei angelegt wurden/werden. Kultursemiotische Elemente entspringen also einem zeitlich-räumlichen Selbstverständnis des menschlichen Daseins und sind zugleich sowohl gedankliches Mittel als auch Ergebnis. Dies lässt sich natürlich auch im literarischen Text, in seinen Zeichen und Symbolen, nachweisen. In der literarischen ‘Welt’ tauchen verschiedene Räume und Zeiteinheiten auf und bekommen - aneinander gekoppelt - quasi authentische Bedeutungen. Die Manier einer Sinngebung und -werdung kann je nach Zeitalter, d.h. je nach realen Lebensverhältnissen variieren. Vor allem in den bürgerlichen Epochen, wo der Glaube an ein ganzheitliches Menschendasein und damit an ein grundlegendes Ideal zu schwinden begann, scheint ein komplizierter Werdegang fast zu einer zeittypischen, literarisch-lebensgeschichtlichen Form geworden zu sein. Der vorliegende Aufsatz analysiert Phänomen in Theodor Storms Novelle Immensee (1849). Es stellt sich heraus, dass der Stormsche Text aus eminent vielen Elementen von Zeit und Raum besteht, die ein geradezu werkkonstituierender Bestandteil der Rahmen- und Binnengeschichte sind. Der Raum weist dabei eine immer wiederkehrende, somit kreisförmige Struktur auf, die auf die stagnierende oder gar stillstehende innere Seelenlandschaft des Protagonisten hinweist. Diese findet dann auch in jener linear-polaren Struktur der Zeit eine Analogie, welche wiederum die nichtkontinuierlich-abgebrochene Konstitution des Menschen nahelegt.

참고문헌 (14)

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  6. Laage, Karl Ernst, "Theodor Storm. Studien zu seinem Leben und Werk mit einem Handschriftenkatalog. 2.", pp.1~19 (1988)
  7. Missfeldt, Jochen, "Du graue Stadt am Meer. Der Dichter Theodor Storm in seinem Jahrhundert" (2013)
  8. Novalis, "Die deutschen Romantik in vier Bänden, Bd. III", pp.19~88 (1986)
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  10. Roebling, Irmgard, "Amsterdamer Beiträge zur neueren Germanistik 17", pp.99~130 (1983)
  11. Roebling, Irmgard, "Theodor Storms ästhetische Heimat. Studien zur Lyrik und zum Erzählwerk Storms" (2012)
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