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멜랑콜리의 문화적 수용과 레싱의 드라마적 변용 - 문화⋅젠더학적 분석 -

Cultural reception of melancholy and dramatic Transformation by Lessing - From the perspective of cultural studies and gender studies

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주제분류독일어와문학

초록

Melancholoie bedeutet ‘Schwarzgalle’(μέλας-‘schwarz’, χολή-‘Galle’). Im Mittelalter wurde Melancholie nach theologischer Lehre unter Acedia, also als eine der sieben Todsünden verstanden. Im Selbstbild Walthers von der Vogelweide und in seinem Gedicht im Codex-Manesse stellt das Motiv des aufgestützten Kopfes(die Melancholiepose) die Dreiheit von Traurigkeit, Mattigkeit und Nachdenken dar. In der Renaissance-Zeit verwandelt sich Melancholie zum positiven Begriff der Einbildungskraft, Schöpfungskraft oder Genieästhetik wie etwa in Dürers 「Melancholia I」. In Lessings Wie die Alten den Tod gebildet stellt das Motiv des aufgestützten Kopfes ‘in einer sanften melancholischen Stellung’ ein Menschenbild vor dem Tod dar. Melancholie in Lessings Dramen vergrößert das Mitleid des Publikums. Bei Philotas führt Melancholie, die durch Nachdenken charakterisiert wird, zum Selbstmord. Nicht die Ratio des Menschen im Allgemeinen, sondern die des männlichen Geschlechts fokussiert die Melancholie bei Damis und in seinem Ausruf: Mulier non Homo!. Melancholie isoliert Tellheim von der Welt und treibt ihn in die selbst-zerstörende Verzweiflung. In der Melancholie aus Langweile wird der Prinz zum Tyrann. Unter dem Wahnsinn bei Odoardo ist eine Form von Melancholie zu verstehen. Melancholie bei Appiani ist als bürgerlicher Eskapismus sowie Weltflucht des Bürgertums zu erfassen. Bei solchen Darstellungen charakterisiert die Melancholie Lessings Männerfiguren und wird androzentrisch/androgeschlechtsspezifisch eingefärbt und variiert.

Abstract

Melancholoie bedeutet ‘Schwarzgalle’(μέλας-‘schwarz’, χολή-‘Galle’). Im Mittelalter wurde Melancholie nach theologischer Lehre unter Acedia, also als eine der sieben Todsünden verstanden. Im Selbstbild Walthers von der Vogelweide und in seinem Gedicht im Codex-Manesse stellt das Motiv des aufgestützten Kopfes(die Melancholiepose) die Dreiheit von Traurigkeit, Mattigkeit und Nachdenken dar. In der Renaissance-Zeit verwandelt sich Melancholie zum positiven Begriff der Einbildungskraft, Schöpfungskraft oder Genieästhetik wie etwa in Dürers 「Melancholia I」. In Lessings Wie die Alten den Tod gebildet stellt das Motiv des aufgestützten Kopfes ‘in einer sanften melancholischen Stellung’ ein Menschenbild vor dem Tod dar. Melancholie in Lessings Dramen vergrößert das Mitleid des Publikums. Bei Philotas führt Melancholie, die durch Nachdenken charakterisiert wird, zum Selbstmord. Nicht die Ratio des Menschen im Allgemeinen, sondern die des männlichen Geschlechts fokussiert die Melancholie bei Damis und in seinem Ausruf: Mulier non Homo!. Melancholie isoliert Tellheim von der Welt und treibt ihn in die selbst-zerstörende Verzweiflung. In der Melancholie aus Langweile wird der Prinz zum Tyrann. Unter dem Wahnsinn bei Odoardo ist eine Form von Melancholie zu verstehen. Melancholie bei Appiani ist als bürgerlicher Eskapismus sowie Weltflucht des Bürgertums zu erfassen. Bei solchen Darstellungen charakterisiert die Melancholie Lessings Männerfiguren und wird androzentrisch/androgeschlechtsspezifisch eingefärbt und variiert.

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