우리 시대의 비극론 <잠들 수 없다!>, <염소 혹은 실비아는 누구인가?>를 중심으로
Theatertheoretische Überlegungen zur Tragödie/Tragik in der Gegenwart
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초록
Der vorliegende Aufsatz setzt es sich als Aufgabe, die Merkmale und Aspekte der Tragödie/Tragik in der Gegenwart herauszufinden, indem er den Begriff Tragödie einer kritischen und historischen Überlegung unterzieht. Die Positionen der Wissenschaftler zur Tragödie/Tragik teilen sich im großen und ganzen in folgende zwei Richtungen: Die eine zielt darauf, das Wesen der Tragödie aus der elitären Perspektive normativ zu bestimmen und den “Tod der Tragödie”(George Steiner) in der heutigen Zeit zu erklären. Dabei werden allerdings die Unterschiede zwischen den einzelnen Tragödien völlig außer Acht gelassen. Den Theoretikern dieser dominierenden Position zufolge wird der Begriff Tragödie empirisch eingegrenzt. Das heißt, Tragödien werden nur selten und innerhalb kurzer Epochen geschrieben, die weit auseinanderliegen. In ihren Theoremen rückt vor allem die psycho-physiologische, moralische, kognitive und ästhetische Wirkungsweise der Tragödie in den Vordergrund, deren Quintessenz in der “Katharsis”, “moralischen Erhabenheit” und dem “metaphysischen Trost” besteht (Aristoteles, Schiller, Hegel, Nietzsche, George Steiner u.a.). Auf die zentrale Frage, unter welchen politischen und sozialen Bedingungen ein gesellschaftliches Bedürfnis nach einer solchen Wirkung zu erwarten ist, antworten sie mit der “historischen Bruchstelle” als historischem Ort der Tragödie, die sich in einer Übergangsphase von der einen zur anderen Sozialstruktur befindet. Die andere Position behauptet im Gegensatz dazu, dass die Tragödien nicht die einzigartigen Produkte bestimmter Autoren sind, die auf der Politik und Kultur bestimmter Zeiträume basieren. Die Tragödien setzen sich eher über eine bestimmte Epoche hinaus historisch in jeweilig geänderter Form und geändertem Inhalt fort(Raymond Williams, Terry Eagleton u.a.). Die Autoren unserer Zeit schließen sich der letzteren Position der Tragödientheorie an. Es sei hier darauf hingewiesen, dass die Autoren des zwanzigsten Jahrhunderts zwar Tragisches in der zeitgenössischen Realität als weiterhin existent erklären, aber für seine literarische Darstellung die Tragödie ausschließen. Die Ursachen und Gründe, warum der Gegenwart Tragödien und das Tragische fremd sind, warum Autoren dieser Gattung mit Vorbehalten oder gar entschiedener Ablehnung gegenüberstehen, lassen sich in drei Thesen kurz skizzieren: Die erste These besagt, es fehle den Zeitgenossen an der Fähigkeit oder Bereitschaft, auf das Bühnengeschehen mit einer gegenüber der “Tragödie” angebrachten Haltung zu reagieren. Die Ursachen sind zurückführbar auf allgemeinen “Wert-Zerfall”, “Glaubensverlust”, Mangel an der “organischen Weltanschauung” u. ä.(Friedrich Dürrenmatt, Beckett, Ionesco, Arthur Miller, Albee u.a.). Die zweite These geht von der Reflexion über die Wirkung auf das Publikum aus. Damit ist gemeint, was die Tragödie im Zuschauer hervorrufe, sei unvereinbar mit den aktuellen Aufgaben des Theaters. Ein treffender Hinweis darauf ist die Ablehnung der Tragödien durch Brecht und Adorno, zumal die Tragödien “durch die Überhöhung des Leidens [...] Partei für seine Unabänderlichkeit”(Adorno) nehmen. Der dritte Argumentationsbereich bezieht sich auf die ‘Gegenwart’ als den Gegenstand der dramatischen Behandlung. Die zeitgenössische Realität könne nur “um den Preis der Verfälschung” wiedergegeben werden(U. Profitlich). Die Ursachen und Gründe für die Ablehnung der Tragödie in der heutigen Zeit treffen auch auf die zwei als Beispiel herangezogenen Dramen “Sleeplessness!”(Do-Won Kim) und “The Goat or Who is Sylvia?”(E. Albee) zu. Die vorliegende Studie ist darauf angelegt, anhand dieser zwei Theaterstücke die sich unterscheidenden Merkmale und Wirkungsweisen der gegenwärtigen Tragödien zu untersuchen. Bei dieser Untersuchung hat sich herausgestellt, dass sich die theoretischen Auseinandersetzungen um die Formen und Ideen der Tragödien heutzutage aus der Krise ergeben, mit der Tragödien unumgänglich konfrontiert sind. Denn die “Bruchstelle” bzw. der “Weltzustand”(Hegel) in Bezug auf die Tragödien ist mittlerweile verschwunden oder verändert worden. Die gegenwärtigen Tragödien fordern demzufolge ständig, ihre ästhetischen Formen immer erneut und konsequent zu historisieren, statt auf die überzeitlichen substantiellen Tragödientheorien angewiesen zu sein.
Abstract
Der vorliegende Aufsatz setzt es sich als Aufgabe, die Merkmale und Aspekte der Tragödie/Tragik in der Gegenwart herauszufinden, indem er den Begriff Tragödie einer kritischen und historischen Überlegung unterzieht. Die Positionen der Wissenschaftler zur Tragödie/Tragik teilen sich im großen und ganzen in folgende zwei Richtungen: Die eine zielt darauf, das Wesen der Tragödie aus der elitären Perspektive normativ zu bestimmen und den “Tod der Tragödie”(George Steiner) in der heutigen Zeit zu erklären. Dabei werden allerdings die Unterschiede zwischen den einzelnen Tragödien völlig außer Acht gelassen. Den Theoretikern dieser dominierenden Position zufolge wird der Begriff Tragödie empirisch eingegrenzt. Das heißt, Tragödien werden nur selten und innerhalb kurzer Epochen geschrieben, die weit auseinanderliegen. In ihren Theoremen rückt vor allem die psycho-physiologische, moralische, kognitive und ästhetische Wirkungsweise der Tragödie in den Vordergrund, deren Quintessenz in der “Katharsis”, “moralischen Erhabenheit” und dem “metaphysischen Trost” besteht (Aristoteles, Schiller, Hegel, Nietzsche, George Steiner u.a.). Auf die zentrale Frage, unter welchen politischen und sozialen Bedingungen ein gesellschaftliches Bedürfnis nach einer solchen Wirkung zu erwarten ist, antworten sie mit der “historischen Bruchstelle” als historischem Ort der Tragödie, die sich in einer Übergangsphase von der einen zur anderen Sozialstruktur befindet. Die andere Position behauptet im Gegensatz dazu, dass die Tragödien nicht die einzigartigen Produkte bestimmter Autoren sind, die auf der Politik und Kultur bestimmter Zeiträume basieren. Die Tragödien setzen sich eher über eine bestimmte Epoche hinaus historisch in jeweilig geänderter Form und geändertem Inhalt fort(Raymond Williams, Terry Eagleton u.a.). Die Autoren unserer Zeit schließen sich der letzteren Position der Tragödientheorie an. Es sei hier darauf hingewiesen, dass die Autoren des zwanzigsten Jahrhunderts zwar Tragisches in der zeitgenössischen Realität als weiterhin existent erklären, aber für seine literarische Darstellung die Tragödie ausschließen. Die Ursachen und Gründe, warum der Gegenwart Tragödien und das Tragische fremd sind, warum Autoren dieser Gattung mit Vorbehalten oder gar entschiedener Ablehnung gegenüberstehen, lassen sich in drei Thesen kurz skizzieren: Die erste These besagt, es fehle den Zeitgenossen an der Fähigkeit oder Bereitschaft, auf das Bühnengeschehen mit einer gegenüber der “Tragödie” angebrachten Haltung zu reagieren. Die Ursachen sind zurückführbar auf allgemeinen “Wert-Zerfall”, “Glaubensverlust”, Mangel an der “organischen Weltanschauung” u. ä.(Friedrich Dürrenmatt, Beckett, Ionesco, Arthur Miller, Albee u.a.). Die zweite These geht von der Reflexion über die Wirkung auf das Publikum aus. Damit ist gemeint, was die Tragödie im Zuschauer hervorrufe, sei unvereinbar mit den aktuellen Aufgaben des Theaters. Ein treffender Hinweis darauf ist die Ablehnung der Tragödien durch Brecht und Adorno, zumal die Tragödien “durch die Überhöhung des Leidens [...] Partei für seine Unabänderlichkeit”(Adorno) nehmen. Der dritte Argumentationsbereich bezieht sich auf die ‘Gegenwart’ als den Gegenstand der dramatischen Behandlung. Die zeitgenössische Realität könne nur “um den Preis der Verfälschung” wiedergegeben werden(U. Profitlich). Die Ursachen und Gründe für die Ablehnung der Tragödie in der heutigen Zeit treffen auch auf die zwei als Beispiel herangezogenen Dramen “Sleeplessness!”(Do-Won Kim) und “The Goat or Who is Sylvia?”(E. Albee) zu. Die vorliegende Studie ist darauf angelegt, anhand dieser zwei Theaterstücke die sich unterscheidenden Merkmale und Wirkungsweisen der gegenwärtigen Tragödien zu untersuchen. Bei dieser Untersuchung hat sich herausgestellt, dass sich die theoretischen Auseinandersetzungen um die Formen und Ideen der Tragödien heutzutage aus der Krise ergeben, mit der Tragödien unumgänglich konfrontiert sind. Denn die “Bruchstelle” bzw. der “Weltzustand”(Hegel) in Bezug auf die Tragödien ist mittlerweile verschwunden oder verändert worden. Die gegenwärtigen Tragödien fordern demzufolge ständig, ihre ästhetischen Formen immer erneut und konsequent zu historisieren, statt auf die überzeitlichen substantiellen Tragödientheorien angewiesen zu sein.
참고문헌 (22)
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