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낙태 담론과 페미니즘 욕망의 문학적 형상화 - 아이힝어의 『거울이야기』와 박완서의 『그 가을의 사흘동안』을 중심으로

Ein Diskurs über die Abtreibung und deren literarische Darstellungweise - Ilse Aichingers Spiegelgeschichte und Park Wan Seos Der Herbst Drei Tage lang

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주제분류독일어와문학

초록

Die Abtreibungsfrage bleibt in ihren gesellschaftlichen, ethischen, medizinischen wie rechtlichen Konnotationen ein Thema von ungebrochener Aktualität. Das Recht des ungeborenen Kindes auf Leben sowie dasjenige der Frau auf Entscheidung über ihren eigenen Körper stehen in einem unauflösbaren Spannungsverhältnis. Wegbegleiterin eines in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hier eingetretenen Wandels von Anschauungen war die Frauenrechtsbewegung. Frauenfeindliche Ideologien sowie Rollenstereotypen sind jedoch zum heutigen Zeitpunkt keinesfalls überwunden - und nicht selten sind es Frauen, welche diese nach wie vor befördern. Von der abstrakten Diskussion der Abtreibungfrage im gesellschaftspolitischen Kontext zu scheiden ist für jede Frau der Umgang mit dieser Frage im eigenen Leben. Das persönliche Erleben von ungewollter Schwangerschaft und Abtreibung wird von der österreichischen Schriftstellerin Ilse Aichinger und der koreanischen Schriftstellerin Park Wan Seo jeweils aus auktorialer Perspektive behandelt. Ilse Aichingers Spiegelgeschichte datiert auf das Jahr 1948 und Park Wan Seos Der Herbst Drei Tage lang ist im Jahr 1980 entstanden. Aichinger hatte als Halbjüdin unter den Schrecken des Zweiten Weltkriegs zu leiden. Park erlebte den Korea-Krieg auf hautnahe und brutale Weise. Die persönliche Kriegserfahrung wird von den beiden Autorinnen mit einer weiteren Erfahrung von für sie ähnlich existentieller Tragweite verbunden: dem Erlebnis einer Abtreibung. Die literarischen Ergebnisse dieser Synthese könnten als solche nicht unterschiedlicher sein: Aichingers Spiegelgeschichte trägt in ihrer Verschmelzung von Krieg und Abtreibung widersprüchliche und surreale Züge. Der Blick von Park auf die Grenzerfahrungen ihres Lebens ist demgegenüber von großem Realismus gekennzeichnet, teilweise gipfelnd in sarkastischer Überspitzung. Der Spiegel als traditionelles Motiv wird von beiden Autorinnen in ihren Erzählungen aufgegriffen. Der Blick in einen “magischen Spiegel” als Spiegel der menschlichen Seele - einen Spiegel, welcher sichtbar macht, was ansonsten verborgen bleibt - dient als Instrument der Selbstprojektion. Der Blick in den Spiegel wird auf diese Weise zur limitierenden Größe der eigenen Entscheidung: eine jede Entscheidung setzt voraus, dass man sie vor sich selbst verantworten kann - methaphorisch ausgedrueckt: dass man den Blick in den Spiegel auch danach noch ertragen kann.

Abstract

Die Abtreibungsfrage bleibt in ihren gesellschaftlichen, ethischen, medizinischen wie rechtlichen Konnotationen ein Thema von ungebrochener Aktualität. Das Recht des ungeborenen Kindes auf Leben sowie dasjenige der Frau auf Entscheidung über ihren eigenen Körper stehen in einem unauflösbaren Spannungsverhältnis. Wegbegleiterin eines in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hier eingetretenen Wandels von Anschauungen war die Frauenrechtsbewegung. Frauenfeindliche Ideologien sowie Rollenstereotypen sind jedoch zum heutigen Zeitpunkt keinesfalls überwunden - und nicht selten sind es Frauen, welche diese nach wie vor befördern. Von der abstrakten Diskussion der Abtreibungfrage im gesellschaftspolitischen Kontext zu scheiden ist für jede Frau der Umgang mit dieser Frage im eigenen Leben. Das persönliche Erleben von ungewollter Schwangerschaft und Abtreibung wird von der österreichischen Schriftstellerin Ilse Aichinger und der koreanischen Schriftstellerin Park Wan Seo jeweils aus auktorialer Perspektive behandelt. Ilse Aichingers Spiegelgeschichte datiert auf das Jahr 1948 und Park Wan Seos Der Herbst Drei Tage lang ist im Jahr 1980 entstanden. Aichinger hatte als Halbjüdin unter den Schrecken des Zweiten Weltkriegs zu leiden. Park erlebte den Korea-Krieg auf hautnahe und brutale Weise. Die persönliche Kriegserfahrung wird von den beiden Autorinnen mit einer weiteren Erfahrung von für sie ähnlich existentieller Tragweite verbunden: dem Erlebnis einer Abtreibung. Die literarischen Ergebnisse dieser Synthese könnten als solche nicht unterschiedlicher sein: Aichingers Spiegelgeschichte trägt in ihrer Verschmelzung von Krieg und Abtreibung widersprüchliche und surreale Züge. Der Blick von Park auf die Grenzerfahrungen ihres Lebens ist demgegenüber von großem Realismus gekennzeichnet, teilweise gipfelnd in sarkastischer Überspitzung. Der Spiegel als traditionelles Motiv wird von beiden Autorinnen in ihren Erzählungen aufgegriffen. Der Blick in einen “magischen Spiegel” als Spiegel der menschlichen Seele - einen Spiegel, welcher sichtbar macht, was ansonsten verborgen bleibt - dient als Instrument der Selbstprojektion. Der Blick in den Spiegel wird auf diese Weise zur limitierenden Größe der eigenen Entscheidung: eine jede Entscheidung setzt voraus, dass man sie vor sich selbst verantworten kann - methaphorisch ausgedrueckt: dass man den Blick in den Spiegel auch danach noch ertragen kann.

참고문헌 (9)

  1. 박완서, "그 가을의 사흘동안" (1985), 도서출판 나남
  2. Aichinger, Ilse, "Spiegelgeschichte. In: Gefesselte Erzählungen(1948-1952)" (1991)
  3. 김미경, "일제 아이힝어의 단편 거울이야기 - 서사구조, 상징요소 그리고 진실의 문제", 헤세연구, (13집), pp.277~294 (2005), 한국헤세학회
  4. 박숙자, "여성의 낙태 선택권과 입법과제 연구", 한국여성학, 17(2) (2001)
  5. 이수자, "후기근대의 페미니즘 담론" (2004), 여이연
  6. 이승훈, "문학상징사전" (1995), 고려원
  7. 제레미 M. 호손, "현대문학이론 용어사전" (2002), 동인
  8. 지규철, "미국과 독일의 낙태판결에 관한 비교법적 고찰", 공법학연구, 9(1), pp.84~109 (2008), 한국비교공법학회
  9. 홍준기, "라깡과 프로이트. 키에르케고르. in: 라깡의 재탄생" (1998), 창작과 비평사

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