음식문화와 남녀(불)평등
Essen als Ursprung der Ungleichheit zwischen Männern und Frauen
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초록
Der vorliegende Aufsatz untersucht den Zusammenhang von Essen und Sexualität und fokussiert dabei insbesondere auf die Bedeutung, die Fleisch im Hinblick auf die Machtstruktur zwischen Männern und Frauen zukommt. Bis zur frühen Steinzeit soll Gleichheit zwischen Männern und Frauen geherrscht haben, da alle Sippenmitglieder unabhängig von Alter und Geschlecht an der Jagd und an der anschließenden Verteilung der Beute teilnehmen durften. Gegen Ende der frühen Steinzeit veränderte sich diese Konstellation aufgrund eines Rückgangs der Zahl an Tieren dahingehend, dass nur erfahrene Männer für die Jagd und Frauen für die Zubereitung der Jagdbeute zuständig waren; unter Androhung harter Strafen war Frauen die Jagd verboten. Dadurch, dass die Beschaffung und die Verteilung von Fleisch männliche Domänen waren, entwickelte sich eine gesellschaftliche Dominanz der Männer. Als knappes und begehrtes Gut war Fleisch den Männern vorbehalten und wurde von ihnen nur in geringem Maße an Frauen weitergegeben, für die in der Regel Gemüse und Obst bestimmt waren. Erfolgreiche Jäger hatten mittels dieses begehrten Gutes die Möglichkeit, Sexpartnerinnen zu gewinnen, sodass Frauen in einen engen Zusammenhang mit essbarer Beute rückten und in ähnlicher Weise betrachtet wurden. Dies führte zu gesellschaftlichen Strukturen, in denen Herrschaft und sexuelle Entscheidungsmacht auf Seiten der Männer verankert waren. Diese grundlegenden Strukturen blieben aufrecht erhalten, sodass der Männerrolle bis in die Neuzeit Fleischgenuss und der Frauenrolle Gemüse- oder Obstgenuss zugeschrieben wird. Zwar wurde die Beschaffung und Verteilung von Fleisch im 19. Jahrhundert durch die Industrialisierung so erleichtert, dass jeder so viel Fleisch bekommen konnte, wie er oder sie mochte; dennoch blieb die enge kulturelle Verbindung von Fleisch und Männlichkeit aufrecht erhalten und äußert sich bis heute in zahlreichen kulturellen Praxen. Auch findet sich die frauenverachtende Metapher der "Frau" bzw. der "weiblichen Sexualität" als "Fleischware" im aktuellen Sprachgebrauch, wie die Beispiele "a bit of meat" für "Prostituierte", "ein Fleischhaus" für "ein Bordell" und "ein Fleischmarkt" für "ein Rendezvous mit einer Prostituierten" oder "weibliche Brüste und Vagina" zeigen. Die unreflektierte Verwendung solcher Alltagsmetaphern trägt zur Perpetuierung der Ungleichheit zwischen Mann und Frau im Alltagsleben bei und erfordert deshalb einen kritischen Zugang unter kulturwissenschaftlicher Perspektive.
Abstract
Der vorliegende Aufsatz untersucht den Zusammenhang von Essen und Sexualität und fokussiert dabei insbesondere auf die Bedeutung, die Fleisch im Hinblick auf die Machtstruktur zwischen Männern und Frauen zukommt. Bis zur frühen Steinzeit soll Gleichheit zwischen Männern und Frauen geherrscht haben, da alle Sippenmitglieder unabhängig von Alter und Geschlecht an der Jagd und an der anschließenden Verteilung der Beute teilnehmen durften. Gegen Ende der frühen Steinzeit veränderte sich diese Konstellation aufgrund eines Rückgangs der Zahl an Tieren dahingehend, dass nur erfahrene Männer für die Jagd und Frauen für die Zubereitung der Jagdbeute zuständig waren; unter Androhung harter Strafen war Frauen die Jagd verboten. Dadurch, dass die Beschaffung und die Verteilung von Fleisch männliche Domänen waren, entwickelte sich eine gesellschaftliche Dominanz der Männer. Als knappes und begehrtes Gut war Fleisch den Männern vorbehalten und wurde von ihnen nur in geringem Maße an Frauen weitergegeben, für die in der Regel Gemüse und Obst bestimmt waren. Erfolgreiche Jäger hatten mittels dieses begehrten Gutes die Möglichkeit, Sexpartnerinnen zu gewinnen, sodass Frauen in einen engen Zusammenhang mit essbarer Beute rückten und in ähnlicher Weise betrachtet wurden. Dies führte zu gesellschaftlichen Strukturen, in denen Herrschaft und sexuelle Entscheidungsmacht auf Seiten der Männer verankert waren. Diese grundlegenden Strukturen blieben aufrecht erhalten, sodass der Männerrolle bis in die Neuzeit Fleischgenuss und der Frauenrolle Gemüse- oder Obstgenuss zugeschrieben wird. Zwar wurde die Beschaffung und Verteilung von Fleisch im 19. Jahrhundert durch die Industrialisierung so erleichtert, dass jeder so viel Fleisch bekommen konnte, wie er oder sie mochte; dennoch blieb die enge kulturelle Verbindung von Fleisch und Männlichkeit aufrecht erhalten und äußert sich bis heute in zahlreichen kulturellen Praxen. Auch findet sich die frauenverachtende Metapher der "Frau" bzw. der "weiblichen Sexualität" als "Fleischware" im aktuellen Sprachgebrauch, wie die Beispiele "a bit of meat" für "Prostituierte", "ein Fleischhaus" für "ein Bordell" und "ein Fleischmarkt" für "ein Rendezvous mit einer Prostituierten" oder "weibliche Brüste und Vagina" zeigen. Die unreflektierte Verwendung solcher Alltagsmetaphern trägt zur Perpetuierung der Ungleichheit zwischen Mann und Frau im Alltagsleben bei und erfordert deshalb einen kritischen Zugang unter kulturwissenschaftlicher Perspektive.
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