18세기 독일문학에 나타난 범죄- 쉴러의『잃어버린 명예 때문에 범행한 자』와 바그너의『영아살해 모』를 중심으로 -
Kriminalität in der deutschen Literatur des 18. Jahrhunderts: im Blick auf Schillers Der Verbrecher aus verlorener Ehre und Wagners Die Kindermörderin
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초록
Im 18. Jahrhundert wurde ganz Deutschland durch ständige Kriege verheert. Die Zahl der Bettler und Landstreicher stieg stark an und manche von diesen wurden zu Räubern. Dadurch verbreiteten sich Einbrüche, Raubüberfälle und Raubmorde. Unter den verschiedenartigen Verbrechen trat stets auch Kindesmord auf. In dieser Zeit wurde die ‘Constitutio Criminalis Carolina’, die Strafgerichtsordnung Karls V. von 1532, bei Urteilen in Kriminalprozessen angewendet. Die Strafjustiz, die nach diesem Recht urteilte, betont nur die Artikel des Gesetzes und rächte sich an dem Verbrecher im Namen der beleidigten Menschheit mit harten Strafen. Der Hauptzweck der unmenschlichen grausamen Strafmaßnamen war, dass das Beispiel des Gestraften auf die anderen Menschen abschreckend wirken und weitere gleichartige Verbrechen verhindern sollte. An die Besserung des Verbrechers wurde dabei nicht gedacht. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erhoben sich die Stimmen von Rechtsgelehrten, die im Berufung auf die politischen Ideen der europäischen Aufklärung das damalige Rechtssystem kritisierten und seine Reform betrieben. Insbesondere forderten sie eine Humanisierung des Strafrechts. Neben den Schriften von Montesquieu und Voltaire wurde in den Ländern Europas das dünne Buch Über Verbrechen und Strafen diskutiert. Auch in Deutschland wurde es in größerem Umfang in der Literatur aufgegriffen. Es sind die damaligen Schriftsteller, die zusammen mit den Rechtsphilosophen der Aufklärung auf die Reform des Strafrechts hingewirkt haben. Sie haben mit ihrem verstärkten Interesse an Humanität die Gesellschaft ihrer Zeit und eine Strafjustiz kritisiert, die Verbrecher ohne Rücksicht auf ihre persönliche Situation und die Umstände des Verbrechens nur aufgrund des Gesetzes verurteilte. Sie haben mittels ihrer Werke die Leser aufgeklärt und konstatiert, dass sich die Gesellschaft und mit ihr auch das Strafrecht verändern muss. Schillers Kriminalerzählung Der Verbrecher aus verlorener Ehre ist ein Protest gegen die damalige Strafjustiz am Beispiel der traurigen Geschichte des sogennanten ‘Sonnenwirts’. Mitels dieses Werks verlangt Schiller von den Vertretern der Strafjustiz das Rechtssystem grunlegend zu überdenken und das Gesetz zu reformieren. In Wagners Trauerspiel Kindermörderin weist der Autor auf die typischen Ursachen des Kindesmordes hin, und gibt damit dessen Wirklichkeit genau wieder. Am Beispiel seiner Heldin Evchens zeigt er, dass die Kindermörderinen nicht Verbrecherinnen, sondern selbst Opfer sind. Weil die Frauen dieses Verbrechen vor allem aus Selbstschutz begehen, um der gesellschaftlichen Schande auszuweichen, macht Wagner in seinem exemplarischen Drama die Gesellschaft für dieses Verbrechen verantwortlich. Er fordrt eine Veränderung der soziale Umsände und eine Reform des Strafrechts.
Abstract
Im 18. Jahrhundert wurde ganz Deutschland durch ständige Kriege verheert. Die Zahl der Bettler und Landstreicher stieg stark an und manche von diesen wurden zu Räubern. Dadurch verbreiteten sich Einbrüche, Raubüberfälle und Raubmorde. Unter den verschiedenartigen Verbrechen trat stets auch Kindesmord auf. In dieser Zeit wurde die ‘Constitutio Criminalis Carolina’, die Strafgerichtsordnung Karls V. von 1532, bei Urteilen in Kriminalprozessen angewendet. Die Strafjustiz, die nach diesem Recht urteilte, betont nur die Artikel des Gesetzes und rächte sich an dem Verbrecher im Namen der beleidigten Menschheit mit harten Strafen. Der Hauptzweck der unmenschlichen grausamen Strafmaßnamen war, dass das Beispiel des Gestraften auf die anderen Menschen abschreckend wirken und weitere gleichartige Verbrechen verhindern sollte. An die Besserung des Verbrechers wurde dabei nicht gedacht. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erhoben sich die Stimmen von Rechtsgelehrten, die im Berufung auf die politischen Ideen der europäischen Aufklärung das damalige Rechtssystem kritisierten und seine Reform betrieben. Insbesondere forderten sie eine Humanisierung des Strafrechts. Neben den Schriften von Montesquieu und Voltaire wurde in den Ländern Europas das dünne Buch Über Verbrechen und Strafen diskutiert. Auch in Deutschland wurde es in größerem Umfang in der Literatur aufgegriffen. Es sind die damaligen Schriftsteller, die zusammen mit den Rechtsphilosophen der Aufklärung auf die Reform des Strafrechts hingewirkt haben. Sie haben mit ihrem verstärkten Interesse an Humanität die Gesellschaft ihrer Zeit und eine Strafjustiz kritisiert, die Verbrecher ohne Rücksicht auf ihre persönliche Situation und die Umstände des Verbrechens nur aufgrund des Gesetzes verurteilte. Sie haben mittels ihrer Werke die Leser aufgeklärt und konstatiert, dass sich die Gesellschaft und mit ihr auch das Strafrecht verändern muss. Schillers Kriminalerzählung Der Verbrecher aus verlorener Ehre ist ein Protest gegen die damalige Strafjustiz am Beispiel der traurigen Geschichte des sogennanten ‘Sonnenwirts’. Mitels dieses Werks verlangt Schiller von den Vertretern der Strafjustiz das Rechtssystem grunlegend zu überdenken und das Gesetz zu reformieren. In Wagners Trauerspiel Kindermörderin weist der Autor auf die typischen Ursachen des Kindesmordes hin, und gibt damit dessen Wirklichkeit genau wieder. Am Beispiel seiner Heldin Evchens zeigt er, dass die Kindermörderinen nicht Verbrecherinnen, sondern selbst Opfer sind. Weil die Frauen dieses Verbrechen vor allem aus Selbstschutz begehen, um der gesellschaftlichen Schande auszuweichen, macht Wagner in seinem exemplarischen Drama die Gesellschaft für dieses Verbrechen verantwortlich. Er fordrt eine Veränderung der soziale Umsände und eine Reform des Strafrechts.
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