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크리스타 볼프의 원전 사고에 나타난 재난시대의 글쓰기 의미에 대한 고찰

Der Sinn des Schreibens im Zeitalter der globalen Katastrophe in Christa Wolfs Stoerfall

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초록

Störfall(1987), der zwischen Juni und September 1986 entstandene Text ist als Reaktion auf die direkte Betroffenheit Christa Wolfs durch die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl zu betrachten. Der Gau im April 1986 macht Wolf bewusst, dass die Gefahr der Selbstvernichtung der Menschheit durch technisches Versagen als eine aktuelle Bedrohung zu sehen ist. Angesichts der Angst vor der globalen Vernichtung wird in Störfall insbesondere der Frage nachgegangen, was in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit fehlgelaufen ist, dass die menschliche Existenz so grundlegend gefährdet ist. In ihren Augen ist Tschernobyl ein Beispiel für die verhängnisvollen Konsequenzen der einseitigen Festlegung der modernen Industriegesellschaften auf Wissenschaft und Technik. Über den Zusammenhang zwischen Fortschritt und Zerstörung nachzudenken sowie die kulturellen Voraussetzungen der destruktiven Fortschrittsidee in der modernen Industriegesellschaft zu erkunden, ist Christa Wolfs Hauptanliegen in Störfall. Für die Tendenz zur Destruktivität findet Wolf eine Erklärung in der Evolution der Gattung Mensch, die durch die Verbindung von Töten und Selektion, von Töten und Erfinden vorangetrieben worden ist. Lust und Zerstörung sind seitdem miteinder verknüpft. Schöpfung, Naturbeherrschung und Entwicklung sind mit der Lust am Töten verbunden. Die destruktive Entwicklung der Technik ist laut Wolf der extremen Arbeitsteilung zuzuschreiben, die durch Rationalität und sachbezogenes Denken gekennzeichnet ist. Um die einseitigen Anforderungen der Industriegesellschaft erfüllen zu können, wird die Fähigkeit zur Liebe oft unterdrückt. Für liebesunfähige Menschen wird die Technik zum Ersatzmittel. Eine andere Erklärung bezieht sich auf den blinden Fleck im Gehirn. Es geht um das Unvermögen des Menschen, Gefahr wahrzunehmen. Über den blinden Fleck wird der Mechanismus der Verdrängung thematisiert, der als Selbstschutz vor den äußeren Gefahren und vor den eigenen Erkenntnissen über sich selbst zu betrachten ist. Diese Lückenhaftigkeit in der eigenen Wahrnehmung betrifft nicht ausschließlich die Wissenschaftler, die sich der Konsequenzen ihrer Forschung nicht bewusst sind. Menschliches Verdrängungsverhalten ist außerdem beim Schreiben und beim Reden festzustellen. In Störfall vergleicht Wolf zwei unterschiedliche Arten von Verantwortung; die Verantwortung des Wissenschaftlers und die Verantwortung des Schriftstellers. Die Frage nach der eigenen Mitschuld an der destruktiven Entwicklung der Menschheit bringt Wolf dazu, über den Sinn des Schreibens im Zeitalter der atomaren Bedrohung nachzudenken. Sie bezweifelt, dass Schreiben die neue lebensbedrohliche Katastrophe erfassen und die Menschen vor der globalen Vernichtung retten kann. Denn aus Unsicherheit, Angst und trügerischer Hoffnung heraus wird vermieden, unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Stattdessen sollte es dem Schriftsteller um die schonungslose Auseinandersetzung mit der Realität gehen. Die Bedeutung des eingreifenden Schreibens besteht weiterhin darin, den blinden Fleck in der eigenen Seele, in der Gesellschaft, in Literatur und Sprache ein wenig sichtbarer zu machen.

Abstract

Störfall(1987), der zwischen Juni und September 1986 entstandene Text ist als Reaktion auf die direkte Betroffenheit Christa Wolfs durch die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl zu betrachten. Der Gau im April 1986 macht Wolf bewusst, dass die Gefahr der Selbstvernichtung der Menschheit durch technisches Versagen als eine aktuelle Bedrohung zu sehen ist. Angesichts der Angst vor der globalen Vernichtung wird in Störfall insbesondere der Frage nachgegangen, was in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit fehlgelaufen ist, dass die menschliche Existenz so grundlegend gefährdet ist. In ihren Augen ist Tschernobyl ein Beispiel für die verhängnisvollen Konsequenzen der einseitigen Festlegung der modernen Industriegesellschaften auf Wissenschaft und Technik. Über den Zusammenhang zwischen Fortschritt und Zerstörung nachzudenken sowie die kulturellen Voraussetzungen der destruktiven Fortschrittsidee in der modernen Industriegesellschaft zu erkunden, ist Christa Wolfs Hauptanliegen in Störfall. Für die Tendenz zur Destruktivität findet Wolf eine Erklärung in der Evolution der Gattung Mensch, die durch die Verbindung von Töten und Selektion, von Töten und Erfinden vorangetrieben worden ist. Lust und Zerstörung sind seitdem miteinder verknüpft. Schöpfung, Naturbeherrschung und Entwicklung sind mit der Lust am Töten verbunden. Die destruktive Entwicklung der Technik ist laut Wolf der extremen Arbeitsteilung zuzuschreiben, die durch Rationalität und sachbezogenes Denken gekennzeichnet ist. Um die einseitigen Anforderungen der Industriegesellschaft erfüllen zu können, wird die Fähigkeit zur Liebe oft unterdrückt. Für liebesunfähige Menschen wird die Technik zum Ersatzmittel. Eine andere Erklärung bezieht sich auf den blinden Fleck im Gehirn. Es geht um das Unvermögen des Menschen, Gefahr wahrzunehmen. Über den blinden Fleck wird der Mechanismus der Verdrängung thematisiert, der als Selbstschutz vor den äußeren Gefahren und vor den eigenen Erkenntnissen über sich selbst zu betrachten ist. Diese Lückenhaftigkeit in der eigenen Wahrnehmung betrifft nicht ausschließlich die Wissenschaftler, die sich der Konsequenzen ihrer Forschung nicht bewusst sind. Menschliches Verdrängungsverhalten ist außerdem beim Schreiben und beim Reden festzustellen. In Störfall vergleicht Wolf zwei unterschiedliche Arten von Verantwortung; die Verantwortung des Wissenschaftlers und die Verantwortung des Schriftstellers. Die Frage nach der eigenen Mitschuld an der destruktiven Entwicklung der Menschheit bringt Wolf dazu, über den Sinn des Schreibens im Zeitalter der atomaren Bedrohung nachzudenken. Sie bezweifelt, dass Schreiben die neue lebensbedrohliche Katastrophe erfassen und die Menschen vor der globalen Vernichtung retten kann. Denn aus Unsicherheit, Angst und trügerischer Hoffnung heraus wird vermieden, unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Stattdessen sollte es dem Schriftsteller um die schonungslose Auseinandersetzung mit der Realität gehen. Die Bedeutung des eingreifenden Schreibens besteht weiterhin darin, den blinden Fleck in der eigenen Seele, in der Gesellschaft, in Literatur und Sprache ein wenig sichtbarer zu machen.

참고문헌 (21)

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