레니 리펜슈탈의 산악영화: <푸른 빛>과 <저지대>
Zwei Spielfilme von Leni Riefenstahl: 'Das blaue Licht' (1932) und 'Tiefland' (1954)
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초록
Leni Riefenstahl drehte neben den vier Dokumentarfilmen für die NS-Regierung noch zwei Spielfilme. Während sie von der einen Seite als die größte Regisseurin, die von dem NS-Regime künstlerisch missbraucht wurde, anerkannt wird, gilt sie für die anderen als der Inbegriff der faschistischen Ästhetik. In dieser Arbeit versuche ich zu zeigen, inwieweit die faschistische Ästhetik in ihren Spielfilmen immanent ist. Während man ihre Dokumentarfilme als Auftragsarbeit betrachten kann, können wir in ihren zwei Bergfilmen, Das blaue Licht (1932) und Tiefland (1954), ihr Wesen als Künstlerin besser verstehen. Das blaue Licht und Tiefland ähneln sich in der Dramaturgie: In beiden Filmen wird die schöne Bergwelt mit dem verdorbenen Dorf konfrontiert. Hier ist von der typisch faschistischen Ästhetik wie Heldentum, Hitlerkult, Gehorsamkeit, Verschönerung des Todes, Antisemitismus nichts zu finden. Hingegen fallen Elemente wie Naturkult, Antimodernismus, fehlende Erotik stark auf. Je nachdem, ob man diese Tendenzen als spezifische Nazi-Ästhetik betrachtet oder als den Geschmack der damaligen Zeit auffasst, wird das Urteil zu Das blaue Licht und Tiefland anders ausfallen. Das Interessante an Riefenstahls Bergfilmen, was seit Neustem thematisiert wird, ist ihre neue Sichtweise auf die Sexualität. Die Erotik in den fortschrittlichen wilhelminischen Filmen wie Die Büchse der Pandora oder Der blaue Engel sucht man in ihren Filmen vergebens. Die sexuelle Anziehungskraft, die Junta in Das blaue Licht hat, ist tödlich für die Dorfjugend, dennoch ist die visuelle Sexualität sparsam dosiert. Auch Marthas Tanz in Tiefland wird nur indirekt aus dem Blickwinkel der Männer vermittelt. Das Ideal der bildenden Kunst in der Nazizeit waren die griechischen Skulpturen, und in dem Körperkult war kein Platz für die Erotik. Obwohl die sexuelle Energie in Riefenstahls Spielfilmen eine große Rolle spielt, ist ihr Ausdruck beschränkt auf das Unbewusste. Riefenstahl, die Regisseurin und Hauptdarstellerin, nimmt durchweg die männliche Sichtweise an. Unter dem Nazi-Regime wurde die "entartete Kunst" unterdrückt, und dies führte zu der Marginalisierung des deutschen Films auf der internationalen Ebene. Dass die Bergfilme Riefenstahls - anders als ihre Dokumentarfilme - keine Anerkennung im Ausland fanden, lag vielleicht an der anachronistischen Auffassung der Sexualität, die Riefenstahl und die faschistische Regierung teilten.
Abstract
Leni Riefenstahl drehte neben den vier Dokumentarfilmen für die NS-Regierung noch zwei Spielfilme. Während sie von der einen Seite als die größte Regisseurin, die von dem NS-Regime künstlerisch missbraucht wurde, anerkannt wird, gilt sie für die anderen als der Inbegriff der faschistischen Ästhetik. In dieser Arbeit versuche ich zu zeigen, inwieweit die faschistische Ästhetik in ihren Spielfilmen immanent ist. Während man ihre Dokumentarfilme als Auftragsarbeit betrachten kann, können wir in ihren zwei Bergfilmen, Das blaue Licht (1932) und Tiefland (1954), ihr Wesen als Künstlerin besser verstehen. Das blaue Licht und Tiefland ähneln sich in der Dramaturgie: In beiden Filmen wird die schöne Bergwelt mit dem verdorbenen Dorf konfrontiert. Hier ist von der typisch faschistischen Ästhetik wie Heldentum, Hitlerkult, Gehorsamkeit, Verschönerung des Todes, Antisemitismus nichts zu finden. Hingegen fallen Elemente wie Naturkult, Antimodernismus, fehlende Erotik stark auf. Je nachdem, ob man diese Tendenzen als spezifische Nazi-Ästhetik betrachtet oder als den Geschmack der damaligen Zeit auffasst, wird das Urteil zu Das blaue Licht und Tiefland anders ausfallen. Das Interessante an Riefenstahls Bergfilmen, was seit Neustem thematisiert wird, ist ihre neue Sichtweise auf die Sexualität. Die Erotik in den fortschrittlichen wilhelminischen Filmen wie Die Büchse der Pandora oder Der blaue Engel sucht man in ihren Filmen vergebens. Die sexuelle Anziehungskraft, die Junta in Das blaue Licht hat, ist tödlich für die Dorfjugend, dennoch ist die visuelle Sexualität sparsam dosiert. Auch Marthas Tanz in Tiefland wird nur indirekt aus dem Blickwinkel der Männer vermittelt. Das Ideal der bildenden Kunst in der Nazizeit waren die griechischen Skulpturen, und in dem Körperkult war kein Platz für die Erotik. Obwohl die sexuelle Energie in Riefenstahls Spielfilmen eine große Rolle spielt, ist ihr Ausdruck beschränkt auf das Unbewusste. Riefenstahl, die Regisseurin und Hauptdarstellerin, nimmt durchweg die männliche Sichtweise an. Unter dem Nazi-Regime wurde die "entartete Kunst" unterdrückt, und dies führte zu der Marginalisierung des deutschen Films auf der internationalen Ebene. Dass die Bergfilme Riefenstahls - anders als ihre Dokumentarfilme - keine Anerkennung im Ausland fanden, lag vielleicht an der anachronistischen Auffassung der Sexualität, die Riefenstahl und die faschistische Regierung teilten.
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