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Die Funktion der Bibelsprache in Büchners 'Woyzeck'

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주제분류독일어와문학

초록

In der vorliegenden Arbeit versucht der Verfasser die Szenen zu interpretieren, in denen Woyzeck und Marie ein Bibelzitat anführen oder Bibelstellen assoziierende Bilder vorkommen, um die Funktion der Bibelsprache in Georg Büchners Drama 'Woyzeck' zu beleuchten. Es ist dabei bemerkenswert, dass sich die Analogien zur Apokalypse wiederholen und im Verlauf des Dramas allmählich steigern. In H 4, 1 und H 4, 2 führt Büchner die Weltuntergang anmutenden Bilder der Bibel in Woyzecks Halluzination ein. Es handelt sich um die Offenbarung des Johannes und den Bericht in 1. Mose, 19 vom Untergang der Städte Sodom und Gomorrha. Solche Bilder lassen die Zuschauer Woyzecks Todesangst und Furcht vor dem Weltgericht Gottes lebendig mitfühlen und symbolisieren den Gsamtentwurf des Dramas, das aus dem Sünde/Strafe-Motiv besteht und mit dem tragischen Untergang Maries bzw. Woyzecks endet. Woyzeck schreibt die Aggression gegen seine Peiniger dem strafenden Gott zu und projiziert sie in kosmische Visionen. Der Ersatzhandlungsdrang spiegelt sein unbewusstes Wunschpotential wider, das in der Wirklichkeit notwendigerweise unterdrückt werden muss. Das Drama zeigt paradigmatisch an, wie stark und katastrophal sich die Wirkungen der herrschenden Religion als Ideologie auf das ganze Leben von Woyzeck auswirken. Die Religion dringt auch tief in das Unterbewusstsein ein und beherrscht und besichtigt seine Handlungsweise. Der symbolische Sünde/Strafe-Code in der apokalyptischen Halluzination schlägt sich in Woyzecks Innerstem nieder und wird dort als unkontrollierbare Zwangsvorstellung zum Mord fixiert. Woyzeck bemerkt die Todsünde und die Hurerei Babylons an Marie und ist einem messianischen Größenwahn verfallen. Er imaginiert, dass er die Unzucht von Marie als eine Inkarnation des Bösen züchtigen und bestrafen muss, wie Gott Vergeltung für die Untreue des Volkes gegen ihn übt. Von der megalomanischen Obsession bedrängt, qualifiziert er sich selbst als derjenige, der Marie durch die Tötung von dieser Sünde reinigt. Woyzeck und Marie suchen Trost und Bestätigung in Worten und Vorgängen aus diesem “Buch der Bücher”, in dem sie eine Analogie zur eigenen Lage ahnen. Woyzeck versucht die Bibelsprache als ein offizielles Legitimationsmittel im Alltag zu nutzen, um die Allgemeingültigkeit und die Wahrhaftigkeit seiner Rede zu bekräftigen, aber Andres, Marie und der Doktor können ihn nicht verstehen, daher hat seine Bemühung keinen Erfolg. Er muss immer allein und abgetrennt als entfremdeter Außenseiter in der Kommunikationslosigkeit stehen. Aber Woyzeck gebraucht einmal das berühmte Jesus-Zitat “Lasset die Kindlein zu mir kommen” so scharfsichtig im Gespräch mit dem Hauptmann, der ihm die Sünde vorhält, ein uneheliches Kind gezeugt zu haben. Dadurch betont Büchner den ideologiekritischen Aspekt an der institutionalisierten Religion für die herrschende Klasse. Marie blättert in der Bibel und sucht die Textstellen, wo den Sünderinnen von Jesus vergeben wurde, und zitiert diese Bibelstellen, um ihrem Schuldgefühl zu entkommen. Aber sie schlägt sich schluchzend-rebellierend auf die Brust aus Verzweiflung, weil sie sehr wohl weiß, dass sie auf die Beziehung mit dem Tambourmajor nicht verzichten kann, obwohl sie auch so herzlich nach Vergebung verlangt.

Abstract

In der vorliegenden Arbeit versucht der Verfasser die Szenen zu interpretieren, in denen Woyzeck und Marie ein Bibelzitat anführen oder Bibelstellen assoziierende Bilder vorkommen, um die Funktion der Bibelsprache in Georg Büchners Drama 'Woyzeck' zu beleuchten. Es ist dabei bemerkenswert, dass sich die Analogien zur Apokalypse wiederholen und im Verlauf des Dramas allmählich steigern. In H 4, 1 und H 4, 2 führt Büchner die Weltuntergang anmutenden Bilder der Bibel in Woyzecks Halluzination ein. Es handelt sich um die Offenbarung des Johannes und den Bericht in 1. Mose, 19 vom Untergang der Städte Sodom und Gomorrha. Solche Bilder lassen die Zuschauer Woyzecks Todesangst und Furcht vor dem Weltgericht Gottes lebendig mitfühlen und symbolisieren den Gsamtentwurf des Dramas, das aus dem Sünde/Strafe-Motiv besteht und mit dem tragischen Untergang Maries bzw. Woyzecks endet. Woyzeck schreibt die Aggression gegen seine Peiniger dem strafenden Gott zu und projiziert sie in kosmische Visionen. Der Ersatzhandlungsdrang spiegelt sein unbewusstes Wunschpotential wider, das in der Wirklichkeit notwendigerweise unterdrückt werden muss. Das Drama zeigt paradigmatisch an, wie stark und katastrophal sich die Wirkungen der herrschenden Religion als Ideologie auf das ganze Leben von Woyzeck auswirken. Die Religion dringt auch tief in das Unterbewusstsein ein und beherrscht und besichtigt seine Handlungsweise. Der symbolische Sünde/Strafe-Code in der apokalyptischen Halluzination schlägt sich in Woyzecks Innerstem nieder und wird dort als unkontrollierbare Zwangsvorstellung zum Mord fixiert. Woyzeck bemerkt die Todsünde und die Hurerei Babylons an Marie und ist einem messianischen Größenwahn verfallen. Er imaginiert, dass er die Unzucht von Marie als eine Inkarnation des Bösen züchtigen und bestrafen muss, wie Gott Vergeltung für die Untreue des Volkes gegen ihn übt. Von der megalomanischen Obsession bedrängt, qualifiziert er sich selbst als derjenige, der Marie durch die Tötung von dieser Sünde reinigt. Woyzeck und Marie suchen Trost und Bestätigung in Worten und Vorgängen aus diesem “Buch der Bücher”, in dem sie eine Analogie zur eigenen Lage ahnen. Woyzeck versucht die Bibelsprache als ein offizielles Legitimationsmittel im Alltag zu nutzen, um die Allgemeingültigkeit und die Wahrhaftigkeit seiner Rede zu bekräftigen, aber Andres, Marie und der Doktor können ihn nicht verstehen, daher hat seine Bemühung keinen Erfolg. Er muss immer allein und abgetrennt als entfremdeter Außenseiter in der Kommunikationslosigkeit stehen. Aber Woyzeck gebraucht einmal das berühmte Jesus-Zitat “Lasset die Kindlein zu mir kommen” so scharfsichtig im Gespräch mit dem Hauptmann, der ihm die Sünde vorhält, ein uneheliches Kind gezeugt zu haben. Dadurch betont Büchner den ideologiekritischen Aspekt an der institutionalisierten Religion für die herrschende Klasse. Marie blättert in der Bibel und sucht die Textstellen, wo den Sünderinnen von Jesus vergeben wurde, und zitiert diese Bibelstellen, um ihrem Schuldgefühl zu entkommen. Aber sie schlägt sich schluchzend-rebellierend auf die Brust aus Verzweiflung, weil sie sehr wohl weiß, dass sie auf die Beziehung mit dem Tambourmajor nicht verzichten kann, obwohl sie auch so herzlich nach Vergebung verlangt.

참고문헌 (39)

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