<빌헬름 텔>과 정당한 폭력의 문제
'Wilhelm Tell' und das Problem der gerechten Gewalt
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초록
In der vorliegenden Arbeit wird Wilhelm Tell als kritische Diagnose der gerechten Gewalt interpretiert. Unter einem solchem Gesichtspunkt ist das Freiheitsdrama als Stück der literarischen Auseinandersetzung mit dem Problem des auf naturrechtlichen Prämissen und Prinzipien beruhenden Gewaltsakts zu verstehen, was gerade die Verknüpfung der beiden wichtigsten Handlungsstränge des Textes - Tells Geßlertötung und des revolutionären Widerstands der Rütli-Eidgenossen - mit sich bringt. In einem kunstvoll balancierten System der moralischen Rechtfertigung der Akteure kommt es zu einer wechselseitigen Entlastung. Aber das Drama deutet durch die Parricida-Szene im Schlußakt auch den Preis an, den Tell der friedlichen Revolution zu entrichten hat. Dass der mühsam balancierten Idylle ein Akt der blutigen Gewalt vorausgehen muss, gehört zu den düsteren Aspekten einer märchenhaft wirkenden Ereignisfolge. Indem Schiller die Geschichte der Eidgenossenschaft durch Vermittlung der märchenhaften Taten Tells als Heilsgeschichte darstellt, weist das Drama so auf das Problem der Möglichkeit und Rechtlichkeit revultionären Befreiungskampfs, der nicht zu sinnlosem Blutvergießen führt, eindringlich hin. Der janusköpfige Ausgang als Strukturprinzip von Wilhelm Tell meint demnach nicht nur Schillers Zustimmung im naturrechtlichen Widerstandsrecht und seine Ablehnung der Methoden, sondern auch die Aporie der gerechten Gewalt als Gegengewalt, die eine Gewalt zugleich beendet und ausführt.
Abstract
In der vorliegenden Arbeit wird Wilhelm Tell als kritische Diagnose der gerechten Gewalt interpretiert. Unter einem solchem Gesichtspunkt ist das Freiheitsdrama als Stück der literarischen Auseinandersetzung mit dem Problem des auf naturrechtlichen Prämissen und Prinzipien beruhenden Gewaltsakts zu verstehen, was gerade die Verknüpfung der beiden wichtigsten Handlungsstränge des Textes - Tells Geßlertötung und des revolutionären Widerstands der Rütli-Eidgenossen - mit sich bringt. In einem kunstvoll balancierten System der moralischen Rechtfertigung der Akteure kommt es zu einer wechselseitigen Entlastung. Aber das Drama deutet durch die Parricida-Szene im Schlußakt auch den Preis an, den Tell der friedlichen Revolution zu entrichten hat. Dass der mühsam balancierten Idylle ein Akt der blutigen Gewalt vorausgehen muss, gehört zu den düsteren Aspekten einer märchenhaft wirkenden Ereignisfolge. Indem Schiller die Geschichte der Eidgenossenschaft durch Vermittlung der märchenhaften Taten Tells als Heilsgeschichte darstellt, weist das Drama so auf das Problem der Möglichkeit und Rechtlichkeit revultionären Befreiungskampfs, der nicht zu sinnlosem Blutvergießen führt, eindringlich hin. Der janusköpfige Ausgang als Strukturprinzip von Wilhelm Tell meint demnach nicht nur Schillers Zustimmung im naturrechtlichen Widerstandsrecht und seine Ablehnung der Methoden, sondern auch die Aporie der gerechten Gewalt als Gegengewalt, die eine Gewalt zugleich beendet und ausführt.
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