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치료와 인식행위로서의 공감각적 글쓰기 - 라이날트 괴츠의 <정신병자들> 분석

Das synästhetische Schreiben als Heilungs- und Erkenntnisakt - Eine Studie zu “Irre” von Rainald Goetz

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주제분류독일어와문학

초록

Im Roman “Irre” von Rainald Goetz werden Diskurse zum Thema ‘Wahnsinn’geführt. Aus verschiedenen Perspektiven wird das Phänomen ‘Wahnsinn’ beleuchtet, wodurch eine klare Unterscheidung des Normalen und des Irren unmöglich wird. Der Protagonist Raspe, der mit großen Idealen den Dienst als Arzt in einer Klinik angetreten hat, gibt aus Ekel vor der unterdrückenden und verlogenen Klinikwelt seinen Beruf auf, um sich in einen Punk zu verwandeln. Aber er entzieht sich schließlich dem chaotischen Leben eines Punks und schreibt ein Werk, in dem er sich selbst finden und retten will. Den von vorgeformten wissenschaftlichen Terminologien und analytischem Denken diktierten Krankenakten steht ein gescheit irres und irr gescheites Schreiben des Erzählers als Schreiben eines ‘Kochrezeptes’ gegenüber, nach dem zusammenhanglose und zerhackte Geschichten in einen Topf getan und geschmort werden. Schreiben ist dabei ein ‘Kommunikationsmittel’ zwischen Autor und Leser, das der Wortlosigkeit des Patienten und der Gehörlosigkeit des Arztes entgegenwirken kann. Beobachtungsabfälle,die Raspe als Arzt für seine Diagnose und Krankengeschichte tilgen musste, sollen in seinem Werk ihren Platz finden und uns ‘Einblick’ in die ersehnte Wahrheit verschaffen. Ob die Sehnsucht nach Einheit und neuer Ordnung nach dem Krötengang als irrendem ‘Tasten’ in seinem Erzählen realisiert wird, bleibt alllerdings mit einem ‘stinkenden’ Fräglein unbeantwortet. Mit der oben beschriebenen synästhetischen Poetik will Goetz die Alleinherrschaft des von der Klinik als Kontroll- und Unterdrückungsinstanz vertretenen neuzeitlichen Gesichtssinns beenden und durch die Zusammenarbeit der ebenbürtigen Sinne eine neue, offene Ordnung als Chaosmos schaffen.

Abstract

Im Roman “Irre” von Rainald Goetz werden Diskurse zum Thema ‘Wahnsinn’geführt. Aus verschiedenen Perspektiven wird das Phänomen ‘Wahnsinn’ beleuchtet, wodurch eine klare Unterscheidung des Normalen und des Irren unmöglich wird. Der Protagonist Raspe, der mit großen Idealen den Dienst als Arzt in einer Klinik angetreten hat, gibt aus Ekel vor der unterdrückenden und verlogenen Klinikwelt seinen Beruf auf, um sich in einen Punk zu verwandeln. Aber er entzieht sich schließlich dem chaotischen Leben eines Punks und schreibt ein Werk, in dem er sich selbst finden und retten will. Den von vorgeformten wissenschaftlichen Terminologien und analytischem Denken diktierten Krankenakten steht ein gescheit irres und irr gescheites Schreiben des Erzählers als Schreiben eines ‘Kochrezeptes’ gegenüber, nach dem zusammenhanglose und zerhackte Geschichten in einen Topf getan und geschmort werden. Schreiben ist dabei ein ‘Kommunikationsmittel’ zwischen Autor und Leser, das der Wortlosigkeit des Patienten und der Gehörlosigkeit des Arztes entgegenwirken kann. Beobachtungsabfälle,die Raspe als Arzt für seine Diagnose und Krankengeschichte tilgen musste, sollen in seinem Werk ihren Platz finden und uns ‘Einblick’ in die ersehnte Wahrheit verschaffen. Ob die Sehnsucht nach Einheit und neuer Ordnung nach dem Krötengang als irrendem ‘Tasten’ in seinem Erzählen realisiert wird, bleibt alllerdings mit einem ‘stinkenden’ Fräglein unbeantwortet. Mit der oben beschriebenen synästhetischen Poetik will Goetz die Alleinherrschaft des von der Klinik als Kontroll- und Unterdrückungsinstanz vertretenen neuzeitlichen Gesichtssinns beenden und durch die Zusammenarbeit der ebenbürtigen Sinne eine neue, offene Ordnung als Chaosmos schaffen.

참고문헌 (11)

  1. Goetz, Rainald, "Irre" (1986), Frankfurt a.M
  2. 정항균, "시시포스와 그의 형제들. 현대문학과 철학에 나타난 ‘반복’ 모티브" (2009), 을유문화사
  3. 마틴 제이, "모더니티의 시각체제들 in: 핼 포스터(편): 시각과 시각성", pp.21~61 (2004), 경성대학교출판부
  4. 에밀 졸라, "실험소설" (2007), 책세상
  5. Barthes, Roland, "Die helle Kammer. Bemerkung zur Photographie" (1989), Frankfurt a.M
  6. Benjamin, Walter, "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit" (1980), Frankfurt a.M
  7. Binczek, Natalie, "Der ärztliche Blick zwischen Wahrnehmung und Lektüre in Taktilität bei Gottfried Benn und Rainald Goetz", pp.78~102 (2000)
  8. Doktor, Thomas und Spies, Carla, "Gottfried Benn - Rainald Goetz in Medium Literatur zwischen Pathologie und Poetologie" (1997), Opladen
  9. Foucault, Michel, "Wahnsinn und Gesellschaft" (1973), Frankfurt a.M
  10. Nietzsche, Friedrich, "Jenseits von Gut und Böse. In: Giorgio Colli und Mazzino Montinari (Hrsg.): Friedrich Nietzsche" (1980)
  11. wirr: Goetz, "irre", pp.2008, Rudolph, Thorsten

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