터부(Tabu)를 통해 본 파우스트의 정체성 이해
Die Identität von Faust mit der Tabu-Ansicht
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초록
Der Drang zur Umfassung und Umklammerung des Göttlichen hat auch Faust hinausgetrieben aus den zünftigen Wissenschaften. Vor wissenschaftlicher und kirchlicher Verzweiflung suchte Faust wie Prometheus eine andere, neue selbstständige Bahn, um in die Urquellen allen Lebens einzutauchen. Endlich ergab er sich der Magie, der er sich lange zugewendet hatte. denn er musste sich verändern. Er konnte sich mit dem Gelehrtenleben nicht mehr identifizieren. So hat er mit Mephistopheles einen Pakt geschlossen, um seine Begierde zu stillen. Dieses Vorgehen war in seiner Zeit mit einem Tabu belegt. Wenn wir nach dem Gemeinsamen aller Tabus suchen, stoßen wir auf eine zweigliederige Struktur als zentrales Charakteristikum: Tabus sind Meidungsgebote, deren Übertretung mit Ausschluss aus der Gemeinschaft geahndet wird. Es handelt sich zudem um psychosoziale Bewältigungsmechanismen, mit deren Hilfe individuelle und kollektive Identität gebildet und aufrechterhalten wird. Faust war allein, von der Familie und von seiner Gesellschaft verlassen. Er war eine mutterseelenallein dastehende Person, die von sich aus realistisch oder romantisch alles erreichen wollte. Faust war Romantiker. Zu Lebzeiten hatte er die verschiedenen Sünden begangen, trotzdem wurde er vom Himmel gerettet. Was ist Fausts Ursünde? Das ist sein ruheloser Geist. Dieser braucht keine Tabus. Dieser Geist führt ihn zum Thema Macht. Macht erlaubt all diejenigen Aspekte zu unterdrücken, die den Mächtigen zuwider sind. Heute ist der 'faustische Mensch' ein Schlagwort modernen Lebensgefühls und freister und tatfroher Weltanschauung. Diese Wertung aber des Faustischen ist ein Irrtum. Faust kann dabei kein Repräsentant des Menschen sein. Denn er vermag bei seinem Charakter die menschliche Vollendung nicht zu erreichen. Der lange Weg an der Seite Mephistos war jedoch nicht ohne sittliche Frucht. Er hat auf diesem Weg einen menschlichen Fortschritt errungen. Nicht mehr, wie beim Abschluss des Pakts, ist ihm das Erdenleben allein persönlicher Genuss, persönliche Begierde. Aber das ist eine Gesinnung, die sich gründlich unterscheidet von dem individualistischen Machtwillen und Objektivismus seiner Verehrer, die dem sogenannten "Faustischen Menschen" nachtrachten. Er war wirklich ein Romantiker, der immer wieder seinen Wunsch in Erfühlung gehen ließ. Faustisch ist tragisch, es ist kein schönes Wort mehr. Er stirbt als Scheiternder, denn sein letztes Werk ist dem Untergang verfallen. Er war kein selbstständiger Mensch mehr, weil er nicht der Natur gegenüber stand, sich nicht mehr von der Magie entfernte. Faustisch ist romantisch. Alles ist noch nicht geklärt.
Abstract
Der Drang zur Umfassung und Umklammerung des Göttlichen hat auch Faust hinausgetrieben aus den zünftigen Wissenschaften. Vor wissenschaftlicher und kirchlicher Verzweiflung suchte Faust wie Prometheus eine andere, neue selbstständige Bahn, um in die Urquellen allen Lebens einzutauchen. Endlich ergab er sich der Magie, der er sich lange zugewendet hatte. denn er musste sich verändern. Er konnte sich mit dem Gelehrtenleben nicht mehr identifizieren. So hat er mit Mephistopheles einen Pakt geschlossen, um seine Begierde zu stillen. Dieses Vorgehen war in seiner Zeit mit einem Tabu belegt. Wenn wir nach dem Gemeinsamen aller Tabus suchen, stoßen wir auf eine zweigliederige Struktur als zentrales Charakteristikum: Tabus sind Meidungsgebote, deren Übertretung mit Ausschluss aus der Gemeinschaft geahndet wird. Es handelt sich zudem um psychosoziale Bewältigungsmechanismen, mit deren Hilfe individuelle und kollektive Identität gebildet und aufrechterhalten wird. Faust war allein, von der Familie und von seiner Gesellschaft verlassen. Er war eine mutterseelenallein dastehende Person, die von sich aus realistisch oder romantisch alles erreichen wollte. Faust war Romantiker. Zu Lebzeiten hatte er die verschiedenen Sünden begangen, trotzdem wurde er vom Himmel gerettet. Was ist Fausts Ursünde? Das ist sein ruheloser Geist. Dieser braucht keine Tabus. Dieser Geist führt ihn zum Thema Macht. Macht erlaubt all diejenigen Aspekte zu unterdrücken, die den Mächtigen zuwider sind. Heute ist der 'faustische Mensch' ein Schlagwort modernen Lebensgefühls und freister und tatfroher Weltanschauung. Diese Wertung aber des Faustischen ist ein Irrtum. Faust kann dabei kein Repräsentant des Menschen sein. Denn er vermag bei seinem Charakter die menschliche Vollendung nicht zu erreichen. Der lange Weg an der Seite Mephistos war jedoch nicht ohne sittliche Frucht. Er hat auf diesem Weg einen menschlichen Fortschritt errungen. Nicht mehr, wie beim Abschluss des Pakts, ist ihm das Erdenleben allein persönlicher Genuss, persönliche Begierde. Aber das ist eine Gesinnung, die sich gründlich unterscheidet von dem individualistischen Machtwillen und Objektivismus seiner Verehrer, die dem sogenannten "Faustischen Menschen" nachtrachten. Er war wirklich ein Romantiker, der immer wieder seinen Wunsch in Erfühlung gehen ließ. Faustisch ist tragisch, es ist kein schönes Wort mehr. Er stirbt als Scheiternder, denn sein letztes Werk ist dem Untergang verfallen. Er war kein selbstständiger Mensch mehr, weil er nicht der Natur gegenüber stand, sich nicht mehr von der Magie entfernte. Faustisch ist romantisch. Alles ist noch nicht geklärt.
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