Das westdeutsche Rotkreuzhospital in Busan in den Jahren 1954-59
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Die Bundesrepublik Deutschland (BRD) wurde im Jahre 2018 von der RepublikKorea (Südkorea) offiziell als sechstes Land anerkannt, welches während des Koreakrieges medizinische Unterstützung geleistet hatte. Davor beschränkte sichdie offizielle Anerkennung und Ehrung meistens auf Indien, Italien, Schweden,Dänemark und Norwegen. Zustande kam das deutsche Engagement in Südkoreadurch eine Vereinbarung des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer und desUS-Präsidenten Dwight D. Eisenhowers kurz vor Ende des Koreakrieges im Juli1953. Die Hilfeleistung bestand konkret darin, ein vom Deutschen Roten Kreuz(DRK) geleitetes Hospital für die Bevölkerung zu errichten, das von 1954 bis 1959in der Hafenstadt Busan existierte. Das DRK Hospital Busan behandelte währendseines fünfjährigen Bestehens mehr als 300 000 Menschen und spielte einewichtige Rolle beim Wiederaufbau des Landes. Es war nicht nur eine Heilstätte, inder viele Patienten genesen konnten, sondern auch ein wichtiger Ort, umkoreanische Ärzte und Krankenschwestern auszubilden und die deutscher Kultursowie Sprache zu vermitteln. Dieser Artikel möchte aber nicht nur die großen humanitären Leistungen desHospitals in Erinnerung bringen und würdigen, sondern sich auch kritisch mit denKontroversen um Missstände auseinandersetzen. Diese wurden zwar inDeutschland mit entsprechend negativem medialen Echo thematisiert, in Koreaallerdings beschränkte man sich weitgehend auf positive Aspekte und freute sichüber die Anerkennung der deutschen Hilfeleistung nach so vielen Jahren, so dassdie eigentliche Geschichte des Busaner DRK Hospitals beinahe in Vergessenheitgeraten wäre. Dem Hospital kommt aus historischer Perspektive eine besondereStellung zu, da es als erstes gemeinsames Projekt zwischen der jungen BRD undSüdkorea nach dem Ende des 2. Weltkriegs gelten kann, und bis zum heutigen Tagist seine Bedeutung für die Beziehung der beiden Länder nicht zu unterschätzen,denn neben den materiellen Zuwendungen wurden stets auch Werte wie Empathieund kulturelles Verständnis gepflegt. Mit dem Artikel ist nicht zuletzt auch die Hoffnung verbunden, dass Südkoreaund die BRD aus der langjährigen Hilfsmission wichtige Erfahrungen fürdarauffolgende, aktuelle und zukünftige Projekte sammeln konnten.
Abstract
Die Bundesrepublik Deutschland (BRD) wurde im Jahre 2018 von der RepublikKorea (Südkorea) offiziell als sechstes Land anerkannt, welches während des Koreakrieges medizinische Unterstützung geleistet hatte. Davor beschränkte sichdie offizielle Anerkennung und Ehrung meistens auf Indien, Italien, Schweden,Dänemark und Norwegen. Zustande kam das deutsche Engagement in Südkoreadurch eine Vereinbarung des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer und desUS-Präsidenten Dwight D. Eisenhowers kurz vor Ende des Koreakrieges im Juli1953. Die Hilfeleistung bestand konkret darin, ein vom Deutschen Roten Kreuz(DRK) geleitetes Hospital für die Bevölkerung zu errichten, das von 1954 bis 1959in der Hafenstadt Busan existierte. Das DRK Hospital Busan behandelte währendseines fünfjährigen Bestehens mehr als 300 000 Menschen und spielte einewichtige Rolle beim Wiederaufbau des Landes. Es war nicht nur eine Heilstätte, inder viele Patienten genesen konnten, sondern auch ein wichtiger Ort, umkoreanische Ärzte und Krankenschwestern auszubilden und die deutscher Kultursowie Sprache zu vermitteln. Dieser Artikel möchte aber nicht nur die großen humanitären Leistungen desHospitals in Erinnerung bringen und würdigen, sondern sich auch kritisch mit denKontroversen um Missstände auseinandersetzen. Diese wurden zwar inDeutschland mit entsprechend negativem medialen Echo thematisiert, in Koreaallerdings beschränkte man sich weitgehend auf positive Aspekte und freute sichüber die Anerkennung der deutschen Hilfeleistung nach so vielen Jahren, so dassdie eigentliche Geschichte des Busaner DRK Hospitals beinahe in Vergessenheitgeraten wäre. Dem Hospital kommt aus historischer Perspektive eine besondereStellung zu, da es als erstes gemeinsames Projekt zwischen der jungen BRD undSüdkorea nach dem Ende des 2. Weltkriegs gelten kann, und bis zum heutigen Tagist seine Bedeutung für die Beziehung der beiden Länder nicht zu unterschätzen,denn neben den materiellen Zuwendungen wurden stets auch Werte wie Empathieund kulturelles Verständnis gepflegt. Mit dem Artikel ist nicht zuletzt auch die Hoffnung verbunden, dass Südkoreaund die BRD aus der langjährigen Hilfsmission wichtige Erfahrungen fürdarauffolgende, aktuelle und zukünftige Projekte sammeln konnten.
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