‘육체에 새겨진’ 법과 욕망, 그리고 죽음 - ‘문신(文身)’ 모티브를 중심으로
‘Auf den Körper geschrieben’: Gesetz, Lust und Tod - mit Bezug auf das Tätowierungsmotiv
0
조회
0
다운로드
2
인용
0
참고문헌
키워드
초록
In der vorliegenden Arbeit wird versucht, aufgrund des Tätowierungsmotives vorwiegend die Erzählweise von Gesetz, Lust und Tod, die ‘auf den Körper’ geschrieben oder gemalt sind, zu lesen. In erster Linie werden Affinität und Differenzen zwischen den Werken, In der Strafkolonie von Franz Kafka, Tätowierung von Junichiro Tanizaki, Yun-Young Chuns Die Nadel und Peter Greenaways The Pillow Book untersucht. In diesen Werken erscheint die Tätowierung ja immer als produktive Macht, als Zeugung und Hervorbringung, d.h. sie imitiert den göttlichen Urakt einer Zeugung und Geburt durch die Schrift. Es wird versucht aufzuzeigen, wie die Tätowierung als ein Gestaltungs- und Struktur-Prinzip funktioniert und in welcher Weise der Körper als das Opfer der westlichen Schriftkultur rehabiliert wird. In Kafkas In der Strafkolonie wird ein tödlicher Appart präzise beschrieben. Der Verurteilte muss einen fatalen Text, der den Grund für seine Hinrichtung beinhaltet, auf seinem Körper entziffern lernen. Erst danach kann er wissend getötet werden. Dieser fatale Text wird mit der Spitze eines eisernen Stachels in seine Haut eingeritzt und besteht aus Schrift und Bild. Kafkas Erzählung berichtet vom Ende dieses Zeichensystems. Dem nichtsignifikanten Fleisch wird ein ikonographisches oder sprachliches Zeichen eingebrannt. Während aber der Körper in sich selbst ruht, sein Funktionieren auch ohne die signifizierende Zuweisung eines kulturellen Zeichens gewährleistet ist, gewinnt dieses erst mit der Einschreibung Sinn. Die kulturelle Signifikation gelingt erst am Körper. In der Erzählung Tätowierung von Tanizaki ist ebenfalls von der Stilllegung eines Zeichensystems die Rede. Hier jedoch durchspießt die Nadelspitze nicht die Hautoberfläche, sondern zeichnet Bilder darauf. In der Kurzgeschichte geht es vordergründig um den Akt des Tätowierens und um eine fetischistische Beziehung zwischen einem Tätowierer Seikichi und einem jungen Mädchen. Aber ganz anders als In der Strafkolonie wird hier das Zeichensystem nicht physisch zerstört, sondern semantisch subversiert. Dahingegen zeigt Yun-Young Chuns Die Nadel uns mit dem Medium Nadel und durch das Tätowierungsmotiv die Auflösung der stereotypischen Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit. In The Pillow Book von Peter Greenaway wird, wie schon der Titel des Films explitzit aufzeigt, Schrift thematisiert. Vor allem überschreitet in The Pillow Book Greenaway das System der Einschreibung und macht die Schrift in eigenwilliger Weise zur visuellen Kunst. Schrift wird verkörpert zum (Körper-)Bild, indem Worte auf die lebende Fläche der Haut aufgetragen werden. Mit anderen Worten: Die Körper-Schrift fungiert als visueller Bedeutungsträger jenseits der semantischen Bedeutung der Schrift. Greenaway visualisiert in exzessiver Weise das Verhältnis von Text und Bild, Schrift und Körper, Körper und Buch, und umkreist das Problem der Autorschaft. In diesen Werken, die sich mit der Inanspruchname des Dualismus und der Hierarchie von Körper und Geist, Schrift und Bild, Mann und Frau usw. auseinandersetzen, werden all jene abendländischen Dualismen umgekehrt, die - zuungunsten des Körpers - auf der Basis der Schriftkultur entstanden sind.
Abstract
In der vorliegenden Arbeit wird versucht, aufgrund des Tätowierungsmotives vorwiegend die Erzählweise von Gesetz, Lust und Tod, die ‘auf den Körper’ geschrieben oder gemalt sind, zu lesen. In erster Linie werden Affinität und Differenzen zwischen den Werken, In der Strafkolonie von Franz Kafka, Tätowierung von Junichiro Tanizaki, Yun-Young Chuns Die Nadel und Peter Greenaways The Pillow Book untersucht. In diesen Werken erscheint die Tätowierung ja immer als produktive Macht, als Zeugung und Hervorbringung, d.h. sie imitiert den göttlichen Urakt einer Zeugung und Geburt durch die Schrift. Es wird versucht aufzuzeigen, wie die Tätowierung als ein Gestaltungs- und Struktur-Prinzip funktioniert und in welcher Weise der Körper als das Opfer der westlichen Schriftkultur rehabiliert wird. In Kafkas In der Strafkolonie wird ein tödlicher Appart präzise beschrieben. Der Verurteilte muss einen fatalen Text, der den Grund für seine Hinrichtung beinhaltet, auf seinem Körper entziffern lernen. Erst danach kann er wissend getötet werden. Dieser fatale Text wird mit der Spitze eines eisernen Stachels in seine Haut eingeritzt und besteht aus Schrift und Bild. Kafkas Erzählung berichtet vom Ende dieses Zeichensystems. Dem nichtsignifikanten Fleisch wird ein ikonographisches oder sprachliches Zeichen eingebrannt. Während aber der Körper in sich selbst ruht, sein Funktionieren auch ohne die signifizierende Zuweisung eines kulturellen Zeichens gewährleistet ist, gewinnt dieses erst mit der Einschreibung Sinn. Die kulturelle Signifikation gelingt erst am Körper. In der Erzählung Tätowierung von Tanizaki ist ebenfalls von der Stilllegung eines Zeichensystems die Rede. Hier jedoch durchspießt die Nadelspitze nicht die Hautoberfläche, sondern zeichnet Bilder darauf. In der Kurzgeschichte geht es vordergründig um den Akt des Tätowierens und um eine fetischistische Beziehung zwischen einem Tätowierer Seikichi und einem jungen Mädchen. Aber ganz anders als In der Strafkolonie wird hier das Zeichensystem nicht physisch zerstört, sondern semantisch subversiert. Dahingegen zeigt Yun-Young Chuns Die Nadel uns mit dem Medium Nadel und durch das Tätowierungsmotiv die Auflösung der stereotypischen Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit. In The Pillow Book von Peter Greenaway wird, wie schon der Titel des Films explitzit aufzeigt, Schrift thematisiert. Vor allem überschreitet in The Pillow Book Greenaway das System der Einschreibung und macht die Schrift in eigenwilliger Weise zur visuellen Kunst. Schrift wird verkörpert zum (Körper-)Bild, indem Worte auf die lebende Fläche der Haut aufgetragen werden. Mit anderen Worten: Die Körper-Schrift fungiert als visueller Bedeutungsträger jenseits der semantischen Bedeutung der Schrift. Greenaway visualisiert in exzessiver Weise das Verhältnis von Text und Bild, Schrift und Körper, Körper und Buch, und umkreist das Problem der Autorschaft. In diesen Werken, die sich mit der Inanspruchname des Dualismus und der Hierarchie von Körper und Geist, Schrift und Bild, Mann und Frau usw. auseinandersetzen, werden all jene abendländischen Dualismen umgekehrt, die - zuungunsten des Körpers - auf der Basis der Schriftkultur entstanden sind.
참고문헌 (19)
- 천운영, "바늘" (2001), 창작과비평사
- Kafka, Franz, "In der Strafkolonie, in: Kafka, Franz: S?tliche Erz?lungen, hrsg. v. Paul Raabe, Frankfurt a. M", ~ (1970)
- Junichiro, Tanizaki, "T?owierung, ?ers. v. Heinz Brasch, in: Donath, Margarete (Hg.): Japan erz?lt. 17 Erz?lungen. Frankfurt a. M", 11~20 (1990)
- Greenaway, Peter, "The Pillow Book", pp.Niederlande, Frankreich
- 고명철, "비평의 잉걸불, 고명철 비평집" (2002), 새미
- 김영옥, "다니자키 준이치로(谷崎潤一郞)의 「문신 (刺靑)」 읽기 - 신체의 시?공간에 주목하여", 일본어문학, 18, pp.171~191 (2003)
- 김용기, "다니자키 준이치로의 생애와 작품" (2001), 보고사
- 변난수, "카프카의 유형지에서(In der Strafkolonie)에서 글(Schrift)의 의미", 카프카연구, 5 (1996), 한국카프카학회
- 스티브 길버트, "문신, 금지된 패션의 역사" (2000), 르네상스
- 이광호, "그녀들, 우주를 빨아들이는 틈새, 천운영" (2001), 창작과 비평사
- 조현설, "문신의 역사" (2003), 살림
- 피에르 크라스트르, "국가에 대항하는 사회. 정치인류학 논고" (2005), 이학사
- Begemann, Christian, "Die Schrift des K?pers und der K?per der Schrift. Anthropologie und Semiotik in Peter Greenaways The Pillow-Book, in: Christian Begemann", David E. Wellbery (Hg.): Kunst - Zeugung - Geburt. Theorien und Metaphern ?thetischer Produkti
- Bl?orn, Andreas, "Transformation und Archivierung von Bildern im Film: Mediales Differenzial und intermediales Erz?len in Peter Greenaways The Pillow Book, in: M?ler, Corinna", Seidgen, Irina: Mediale Ordnungen. Erz?len, Archivieren, Beschreiben, Marburg
- Spiele: Drama - Film - Literatur, "Wort", pp.2007, Eke, Norbert Otto
- Emrich, Wilhelm, "Franz Kafka" (1975), Wiesbaden
- Kamio, Tatsuyuki, "Schrift und Bild auf der Haut, Schriftlichkeit und Bildlichkeit. Visuelle Kulturen in Europa und Japan", pp.219~228 (2007), M?chen
- Mladek, Klaus, "Ein egentumlicher Appart, In der Strafkolonie", pp.115~142 (1994), Munchen
- Sokel, Walter H., "Franz Kafka. Tragik und Ironie" (1983), Kunst, Frankfurt
