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신적 폭력과 신화적 폭력의 단절과 착종 - 발터 벤야민의 <폭력 비판을 위하여>를 중심으로

Bruch und Komplikation von der mythischen und göttlichen Gewalt in Walter Benjamins Zur Kritik der Gewalt

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주제분류독일어와문학

초록

Die Lesart, wonach in Walter Benjamins Begriff der göttlichen Gewalt, der inseinem 1921 publizierten Aufsatz Zur Kritik der Gewalt einen herausgehobenenStellenwert hat, eine Verwandtschaft mit dem nazistischen Gedankengut von'Endlösung' zu erkennen sei, war in der bisherigen Benjamin-Forschung sehrumstritten. Eine solche verwirrende Diagnose beruht zum Teil darauf, dass seinDenken und das eschatologische Gedankengut auf einen gemeinsamen Nennergebracht werden könnten. Dieses Deutungsmuster geht grundsätzlich davon aus,dass ein unmittelbarer und kontinuierlicher Zusammenhang zwischen derprofan-politischen Ordnung und dem Gottesreich bestünde, indem dieses zu jenemZiel (Telos) gesetzt wird. Sollte dies so sein, dann wäre es konsequent, Benjaminin die Nähe der politischen Theologie sowie der "konservativen Revolution" einesCarl Schmitt zu rücken. Dies aber ist nicht der Fall; bekanntlich hat Benjaminschon selbst solchen theokratischen Annäherungsversuchen mit aller Intensität widersprochen. Wenn aber umgekehrt eine klare Grenze zwischen demHistorischen und Göttlichen gezogen wird und demnach beide lediglich indifferentzueinander stehen, dann lässt man die Tatsache außer Acht, dass Benjamingleichzeitig die metaphysische Wirkmächtigkeit in Form der regulativen Idee nichtvollends außer Kraft setzt. Vor diesem Hintergrund hat es die vorliegende Arbeit zum Ziel, Benjamins Ideeder Gewaltkritik weder auf die kontinuierliche noch auf die diskontinuierlicheThese zu reduzieren, sondern sie in einen 'dialektischen' Zusammenhang zubringen und damit seiner Denkfigur gerecht zu werden. Dieser Versuch, der alseine Art schmaler Gratwanderung darzustellen wäre, wird in zweierlei Hinsichtunternommen: erstens gilt die göttliche Gewalt zwar als das, was eine absolutmetaphysische und reine Dimension annimmt, aber ihr Höhenflug wird zugleichdadurch relativiert, dass jene 'Reinheit' gerade erst mit ihrer Entäußerung immaterialen wie praktischen Akt zur vollen Geltung kommt. Unter diesenVorzeichen steht zweitens das Verhältnis zwischen der göttlichen und mythischenGewalt im Zentrum der Diskussion. Von der These der fundamentalen Diskrepanzausgehend, versucht aber die vorliegende Arbeit zugleich das grundsätzlichunentwirrbare Komplikationsverhältnis zwischen beiden Gewalten ans Licht zubringen, dessen Tatbestand Benjamin nicht über, sondern geradezu in seinerDarstellung unmittelbar zum Ausdruck bringt.

Abstract

Die Lesart, wonach in Walter Benjamins Begriff der göttlichen Gewalt, der inseinem 1921 publizierten Aufsatz Zur Kritik der Gewalt einen herausgehobenenStellenwert hat, eine Verwandtschaft mit dem nazistischen Gedankengut von'Endlösung' zu erkennen sei, war in der bisherigen Benjamin-Forschung sehrumstritten. Eine solche verwirrende Diagnose beruht zum Teil darauf, dass seinDenken und das eschatologische Gedankengut auf einen gemeinsamen Nennergebracht werden könnten. Dieses Deutungsmuster geht grundsätzlich davon aus,dass ein unmittelbarer und kontinuierlicher Zusammenhang zwischen derprofan-politischen Ordnung und dem Gottesreich bestünde, indem dieses zu jenemZiel (Telos) gesetzt wird. Sollte dies so sein, dann wäre es konsequent, Benjaminin die Nähe der politischen Theologie sowie der "konservativen Revolution" einesCarl Schmitt zu rücken. Dies aber ist nicht der Fall; bekanntlich hat Benjaminschon selbst solchen theokratischen Annäherungsversuchen mit aller Intensität widersprochen. Wenn aber umgekehrt eine klare Grenze zwischen demHistorischen und Göttlichen gezogen wird und demnach beide lediglich indifferentzueinander stehen, dann lässt man die Tatsache außer Acht, dass Benjamingleichzeitig die metaphysische Wirkmächtigkeit in Form der regulativen Idee nichtvollends außer Kraft setzt. Vor diesem Hintergrund hat es die vorliegende Arbeit zum Ziel, Benjamins Ideeder Gewaltkritik weder auf die kontinuierliche noch auf die diskontinuierlicheThese zu reduzieren, sondern sie in einen 'dialektischen' Zusammenhang zubringen und damit seiner Denkfigur gerecht zu werden. Dieser Versuch, der alseine Art schmaler Gratwanderung darzustellen wäre, wird in zweierlei Hinsichtunternommen: erstens gilt die göttliche Gewalt zwar als das, was eine absolutmetaphysische und reine Dimension annimmt, aber ihr Höhenflug wird zugleichdadurch relativiert, dass jene 'Reinheit' gerade erst mit ihrer Entäußerung immaterialen wie praktischen Akt zur vollen Geltung kommt. Unter diesenVorzeichen steht zweitens das Verhältnis zwischen der göttlichen und mythischenGewalt im Zentrum der Diskussion. Von der These der fundamentalen Diskrepanzausgehend, versucht aber die vorliegende Arbeit zugleich das grundsätzlichunentwirrbare Komplikationsverhältnis zwischen beiden Gewalten ans Licht zubringen, dessen Tatbestand Benjamin nicht über, sondern geradezu in seinerDarstellung unmittelbar zum Ausdruck bringt.

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