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정체성, 애도 그리고 역사- 우베 욘존의 『기념일들』에 나타난 기억의 세 측면

Identität, Trauer und Geschichte - Drei Aspekte der Erinnerung in Uwe Johnsons Jahrestagen. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl

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주제분류독일어와문학

초록

Uwe Johnsons Jahrestage wird als ‘Erinnerungsroman’ bezeichnet. Die im Roman dargestellten Erinnerungen sind nicht homogen, obwohl derselbe Zeitraum und dieselben Figuren behandelt werden. Im Roman gibt es mindestens drei Versionen der Vergangenheit, die durch drei fiktive ‘Aufträge’ zustande gekommen sind. Der vorliegende Aufsatz untersucht unter Verwendung von Konzepten aus der Gedächtnisforschung, wie diese drei Geschichten mit den Motiven der Erinnerung zusammenhängen. Erstens können wir ohne das Wissen über unsere eigene Vergangenheit unsere Identität nicht finden. Die Nachkriegsgeneration, zu der auch die Hauptfigur des Romans Gesine Cresspahl gehört, verlor ihre Identität, da sie nach dem Zweiten Weltkrieg die Vergangenheit verdrängen und schlagartig neue Werte und eine neue Ordnung verinnerlichen sollte. Gesine möchte diesem Verlust entgegenwirken, imdem sie –in der Welt des Romans –den Schriftsteller Johnson beauftragt, ihre Erinnerungen aufzuschreiben. Während sie versucht, ihre verdrängten Kindheitserinnerungen zu rekonstruieren, erkennt sie, dass ihre Vergangenheit mit dem Nazi-Verbrechen untrennbar verbunden war. Zweitens erinnern wir uns auch an die Vergangenheit, um die Toten zu betrauern. Im Roman ist der Tod omnipräsent. Gesine ist umgeben von den Stimmen von toten Familienmitgliedern, von Opfern des NS-Regimes und denen des Kalten Krieges. ‘Im Auftrag’ dieser Toten schreibt Gesine ihre Geschichte, und am Ende des Romans überreicht sie diese dem Studienrat Kliefoth, dem Ältesten der Überlebenden. Damit vollendet sich die Trauerarbeit und Gesine kann ein neues Leben beginnen. Schließlich sollen wir uns an die Vergangenheit erinnern, um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Diesen pädagogisch-normativen Aspekt der Erinnerung leistet die ‘Geschichte’ bzw. das kulturelle Gedächtnis für die Nachwelt. Im Auftrag ihrer Tochter Marie spricht Gesine die Familiengeschichte auf ein Tonband, damit Marie später verstehen kann, für wenn ihre Mutter gestorben ist. Diese Version der Geschichte unterscheidet sich von der offiziellen Geschichte, durch den privaten Charakter. Angesichts der schier unendlichen Möglichkeiten von Geschichtsversionen erscheint Uwe Johnsons Roman selbst nur als kleine Sammlung und der Leser kann sich aufgefordert fühlen, seine eigene Geschichte zu entwerfen.

Abstract

Uwe Johnsons Jahrestage wird als ‘Erinnerungsroman’ bezeichnet. Die im Roman dargestellten Erinnerungen sind nicht homogen, obwohl derselbe Zeitraum und dieselben Figuren behandelt werden. Im Roman gibt es mindestens drei Versionen der Vergangenheit, die durch drei fiktive ‘Aufträge’ zustande gekommen sind. Der vorliegende Aufsatz untersucht unter Verwendung von Konzepten aus der Gedächtnisforschung, wie diese drei Geschichten mit den Motiven der Erinnerung zusammenhängen. Erstens können wir ohne das Wissen über unsere eigene Vergangenheit unsere Identität nicht finden. Die Nachkriegsgeneration, zu der auch die Hauptfigur des Romans Gesine Cresspahl gehört, verlor ihre Identität, da sie nach dem Zweiten Weltkrieg die Vergangenheit verdrängen und schlagartig neue Werte und eine neue Ordnung verinnerlichen sollte. Gesine möchte diesem Verlust entgegenwirken, imdem sie –in der Welt des Romans –den Schriftsteller Johnson beauftragt, ihre Erinnerungen aufzuschreiben. Während sie versucht, ihre verdrängten Kindheitserinnerungen zu rekonstruieren, erkennt sie, dass ihre Vergangenheit mit dem Nazi-Verbrechen untrennbar verbunden war. Zweitens erinnern wir uns auch an die Vergangenheit, um die Toten zu betrauern. Im Roman ist der Tod omnipräsent. Gesine ist umgeben von den Stimmen von toten Familienmitgliedern, von Opfern des NS-Regimes und denen des Kalten Krieges. ‘Im Auftrag’ dieser Toten schreibt Gesine ihre Geschichte, und am Ende des Romans überreicht sie diese dem Studienrat Kliefoth, dem Ältesten der Überlebenden. Damit vollendet sich die Trauerarbeit und Gesine kann ein neues Leben beginnen. Schließlich sollen wir uns an die Vergangenheit erinnern, um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Diesen pädagogisch-normativen Aspekt der Erinnerung leistet die ‘Geschichte’ bzw. das kulturelle Gedächtnis für die Nachwelt. Im Auftrag ihrer Tochter Marie spricht Gesine die Familiengeschichte auf ein Tonband, damit Marie später verstehen kann, für wenn ihre Mutter gestorben ist. Diese Version der Geschichte unterscheidet sich von der offiziellen Geschichte, durch den privaten Charakter. Angesichts der schier unendlichen Möglichkeiten von Geschichtsversionen erscheint Uwe Johnsons Roman selbst nur als kleine Sammlung und der Leser kann sich aufgefordert fühlen, seine eigene Geschichte zu entwerfen.

참고문헌 (18)

  1. Johnson, Uwe, "Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl. 4 Bde" (1983)
  2. 김연수, "우베 욘존의 혼종화 된 서사방식- 허구와 역사적 담론 사이의 역사소설 "기념일들"", 독어독문학, 48(1), pp.145~165 (2007), 한국독어독문학회
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  11. Erll, Astrid, "Kollektives Gedächtnis und Erinnerungskulturen: Eine Einführung" (2011)
  12. Freud, Sigmund, "Trauer und Melancholie" (1999)
  13. Johnson, Uwe, "Johnsons 'Jahrestage'", pp.15~27 (1985)
  14. Mecklenburg, Norbert, "Die Erzählkunst Uwe Johnsons" (1997)
  15. Mitscherlich, Alexander, "Die Unfähigkeit zu trauern" (1994)
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  17. Schmidt, Thomas, "Der Kalender und die Folgen: Uwe Johnsons Roman Jahrestage; ein Beitrag zum Problem des kollektiven Gedächtnisses" (2000)
  18. "Duden online Wörterbuch" (2017)[URL]

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