독일어와 한국어 비정형 동사 infinite Verbformen의 비교연구*— 주변부 절 연결 periphere Anbindung에서 나타나는 비정형 동사의 동사범주의 축약 Reduktion von Verbalkategorien 현상과 기능영역 funktionale Domäne의 차이
Eine kontrastive Untersuchung zu den deutschen und koreanischen infiniten Konstruktionen bezüglich der Reduktion von Verbalkategorien und der funktionalen Domänen
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Abstract
In der vorliegenden Arbeit wird eine kontrastive Untersuchung zu den deutschen und koreanischen infiniten Konstruktionen in zweierlei Hinsicht unternommen: formale Eigenschaft der Infinitheit und funktionale Domäne von infiniten Konstruktionen. In der formalen Analyse wird davon ausgegangen, dass die dichotomische Unterscheidung ‘Finitheit’ vs. ‘Infinitheit’ anhand von indoeuropäischen Verbformen übereinzelsprachlich nicht verwendbar ist. Die deutschen Partizipien und die koreanischen Konverben werden zuerst aus der typologischen Perspektive voneinander und von den verschiedenen infiniten Verbformen (z.B. participles, coverbs, medial verbs, gerund u.a.) unterschieden. Dann werden die infiniten Verbformen im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Satzverbindungen als Resultat des graduellen Reduktionsprozesses von Verbalkategorien behandelt. Dabei werden die Satzverbindungen im Rahmen der funktionalen Grammatik in Reihung, Koordination, adsentenzialen Anschluß (=adverbiale Subordination mit finitem Verb), periphere Anbindung (=freien Adjunkt mit infinitem Verb), Komplementation, Attribution und Komposition klassifiziert. Im Koreanischen zeigt sich der Reduktionsprozess so graduell, dass die agglutinierende Struktur von Verbalmorphologie von hinten nach vorne stufenweise reduziert wird. In der Finalform des unabhängigen Satzes können 5 grammatische Slot für Verbalsuffixe vollständig erfüllt werden (z.B. ka-si-ess-keyss-upni-ta [Vst-SH-TA-MD-HH-MOD]). Bei der Koordination sind die Kategorien Modus (MOD) und Hörerhonorifik (HH) nicht zu realisieren (z.B. ka-si-ess-keyss-ko [Vst-SH-TA-MD-Ø-Ø]), aber in der adsentenzialen Verbindungsform wird weiter die Kategorie Modal (MD) reduziert (z..B. ka-si-ess-eto [Vst-SH-TA-Ø-Ø-Ø]). In der peripheren Verbindungsform mit Konverb wird dann die Kategorie Tempus/Aspekt (z.B. ka-si-mye [Vst-SH-Ø-Ø-Ø-Ø]) und zum Schluss in der Komplexform bis in die Kategorie Subjekthonorifik (SH) reduziert (z.B. ssa-ko-tol-ta [Vst-Ø-Ø-Ø-Ø-Ø]-...). Im Deutschen, der flektierenden Sprache, beobachtet man keine stufenweise Reduktion wie im Koreanischen, sondern eher eine Reduktion, in der die bestimmte Kategorie bezüglich der Satzverbindungsart eingeschränkt wird. Das finite Verb des unabhängigen Satzes sowie bei der Koordination wird in Hinsicht auf alle 4 Verbalkategorien flektiert (z.B. Hau jetzt ab, und es ist alles in Ordnung. [PER:NUM:TEMP:MOD]). Aber die Moduskategorie wird einerseits im Relativsatz sowie im adverbialen Anschluß nicht hypothetisch interpretiert, sondern immer auf 'Faktisch' eingeschränkt (z.B. Die Frau, die dich begrüßt hat, ist meine Schwester. [PER:NUM:TEMP:MOD*]). Andererseits wird der Modus im irrealen Konditionalsatz auf Konjunktiv II und im Komplementsatz mit Verben wie sagen, behaupten, vermuten u.a. auf Konjunktiv I eingeschränkt (z.B. Er wäre, wenn ich gerufen hätte, gleich hergekommen. [PER:NUM:TEMP:MOD*]). Die Verbformen bei peripherer Anbindung sind insoweit infinit, dass sie in Hinsicht auf PERSON, NUMERUS nicht flektiert werden. Die infiniten Verbformen unterscheiden sich voneinander angesichts des Bündels von eingeschränkten Verbalkategorien. Das Partizip I wird als Bündel von Kategorien 'Gleichzeitigkeit', 'Imperfektiv' und 'Aktiv' (z.B. Herbert ging, das Hemd mitschleifend, aufs Klo.), das Partizip II als Bündel von Kategorien 'Vorzeitigkeit', 'Perfektiv' und 'Passiv' (z.B. MX12 nahm wieder Fahrt auf, eskotiert von dem Schnellboot.) behandelt. Zum Schluß findet man in der auxiliaren Periphrase und im Komplexverb ein reines Infinitiv, das hinsichtlich ganzer Verbalkategorien neutralisiert ist. In der Weise wird ein gradueller Abbau von Verbalkategorien im Deutschen festgestellt. Dazu wird in den beiden Sprachen verifiziert: je tiefer ein Satz in einem anderen Satz subordiniert wird, desto mehr Verbalkategorien werden eingeschränkt bzw. reduziert. In funktionaler Hinsicht werden die funktionalen Domänen von Partizipialkonstruktion und Konverbalkonstruktion verglichen. Die Partizipialkonstruktionen dienen zur Koprädikation von dem Partizipanten der übergeordneten Situation: Sie fügen z.B. Begleithandlung, Körperhaltung, emotionalen/physischen Zustand usw. hinzu (z.B. Trost sprechend benutzte er die Gelegenheit....). Die Konverbalkonstruktionen führen hingegen in der übergeordneten Situation einen neuen Partizipanten wie Konkomitant, Benefiziär, Lokativrolle usw. ein (z.B. ai-lul tayli-ko sanchaykhata "mit dem Kind spazieren"), sodass die Partizipantenstruktur der übergeordneten Situation erweitert bzw. modifiziert wird. Aus diesem Unterschied der funktionalen Domänen folgt der Schluss, dass die Partizipialkonstruktion des Deutschen stark für Personen relevant ist, und dass die Konverbalkonstruktion des Koreanischen mehr situationrelevant fungiert. Die Personenrelevanz kann den Nominalbezug (=attributive Verwendung) von Partizipien in indoeuropäischen Sprachen klären, und die Situationsrelevanz erläutert die Verbalstrategie im Koreanischen, wodurch eine Lücke von Obliquekasus wie Komitativ, Allativ, Benefaktiv, Instrumental usw. geschlossen wird (z.B. *sacinki-wa vs. sacinki-lul kaci-ko "mit der Kamera").
