하이네와 동화유대인 - ‘유대인문화․학문협회’에 대한 비판을 중심으로
Heine und die assimilierten Juden - In Bezug auf seine Kritik an dem ‘Verein für Cultur und Wissenschaft der Juden’
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초록
In der Periode von Heines Eintritt in den Kulturverein bis zur Übersiedlung nach Paris ist eine extreme Situation einer deutsch-jüdischen Doppelidentität festzustellen. Es ging ihm nicht nur darum, seine eigene individuelle Problematik zu bewältigen, sondern auch darum, das problematische Verhältnis zwischen Individuum und der Welt festzustellen und weiterhin verschiedene mögliche Antworten auf die Lösungsfrage zu suchen. Heine befaßte sich bewußt mit dem Emanzipationskonzept des jüdischen Kulturvereins, das die Philosophie Hegels als theoretische Grundlage hatte. Der Kulturverein wollte das Judentum in das westliche Geschichtsverhältnis aufheben. Heine versuchte sich aber in seinem Geschichtsdenken von den Reformjuden und damit von Hegels Philosophie abzugrenzen: 1. Die Philosophie Hegels hilft nicht, die jüdische Problematik zu bewältigen, weil sie die ärmliche Situation der Juden nur verschärft. 2. Heine machte selbst deutlich, daß bei dem Akkulturations- und Emanzipationsprozeß die Verbundenheit der Juden mit der ethnisch- kulturellen Wurzel erhalten bleiben soll. Einige grundsätzliche Aspekte haben wir in Heines Geschichtsdenken der zwanziger Jahre erkannt: Heines Geschichtsdenken war der Versuch selbst, seine Identitätsproblematik zu bewältigen. Es war darüber hinaus eine intensive Auseinandersetzung mit der Frage nach einer Zukunft des Judentums. Wichtig bleibt dabei, daß die Juden nicht in einer fernen Zukunft, sondern in der Gegenwart eine Antwort finden müssen. Um eine wahre, illusionsfreie Zukunft zu gelingen, will Heine sich daher von den bestehenden geschichtlichen und philosophischen Vorlagen entfernen. Sowohl vom abstrakten Rationalismus als auch vom bloßen Schwärmen für die Tradition ist Heines Position weit entfernt. Daß der junge Heine in allen Äußerungen dennoch kein Zukunftsbild darstellte, zeigt die Unmöglichkeit, die Frage nach der Zukunft der Geschichte richtig zu beantworten. Er ist demnach noch auf der Suche und unterwegs.
Abstract
In der Periode von Heines Eintritt in den Kulturverein bis zur Übersiedlung nach Paris ist eine extreme Situation einer deutsch-jüdischen Doppelidentität festzustellen. Es ging ihm nicht nur darum, seine eigene individuelle Problematik zu bewältigen, sondern auch darum, das problematische Verhältnis zwischen Individuum und der Welt festzustellen und weiterhin verschiedene mögliche Antworten auf die Lösungsfrage zu suchen. Heine befaßte sich bewußt mit dem Emanzipationskonzept des jüdischen Kulturvereins, das die Philosophie Hegels als theoretische Grundlage hatte. Der Kulturverein wollte das Judentum in das westliche Geschichtsverhältnis aufheben. Heine versuchte sich aber in seinem Geschichtsdenken von den Reformjuden und damit von Hegels Philosophie abzugrenzen: 1. Die Philosophie Hegels hilft nicht, die jüdische Problematik zu bewältigen, weil sie die ärmliche Situation der Juden nur verschärft. 2. Heine machte selbst deutlich, daß bei dem Akkulturations- und Emanzipationsprozeß die Verbundenheit der Juden mit der ethnisch- kulturellen Wurzel erhalten bleiben soll. Einige grundsätzliche Aspekte haben wir in Heines Geschichtsdenken der zwanziger Jahre erkannt: Heines Geschichtsdenken war der Versuch selbst, seine Identitätsproblematik zu bewältigen. Es war darüber hinaus eine intensive Auseinandersetzung mit der Frage nach einer Zukunft des Judentums. Wichtig bleibt dabei, daß die Juden nicht in einer fernen Zukunft, sondern in der Gegenwart eine Antwort finden müssen. Um eine wahre, illusionsfreie Zukunft zu gelingen, will Heine sich daher von den bestehenden geschichtlichen und philosophischen Vorlagen entfernen. Sowohl vom abstrakten Rationalismus als auch vom bloßen Schwärmen für die Tradition ist Heines Position weit entfernt. Daß der junge Heine in allen Äußerungen dennoch kein Zukunftsbild darstellte, zeigt die Unmöglichkeit, die Frage nach der Zukunft der Geschichte richtig zu beantworten. Er ist demnach noch auf der Suche und unterwegs.
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