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“이런 의미에서 그의 수업시대는 끝났습니다” - 빌헬름 마이스터의 자아인식과 형성

“In diesem Sinne waren seine Lehrjahre geendigt” - Selbsterkenntnis und Bildung bei Wilhelm Meister

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주제분류독일어와문학

초록

이 글의 목적은 빌헬름의 형성의 문제와 관련하여 『수업시대』에서 발견되는 입장들 사이의 이러한 모순점이 갖는 의미가 무엇인지를 밝히는 데 있다. 빌헬름의 형성과정과 관련하여 제기되는 이 물음에 답하기 위하여 이 글은 우선 이 소설에서 자아인식의 문제가 다루어지고 있는 이 소설의 몇몇 장면에 특히 주목하고자 한다.

Abstract

Im letzten Kapitel des 7. Buches von Goethes Roman Wilhelm Meisters Lehrjahre erklärt die Turmgesellschaft, dass Wilhelms Bildung bereits geendet hat. Aber ganz am Anfang des 8. Buches, nämlich direkt im Anschluss an die gerade abgegebene Erklärung über das Ende der Lehrjahre Wilhelms, kündigt ausgerechnet der Erzähler den neuen Anfang seiner Bildung an. Der Erzählerbericht steht sicherlich mit der überzeugten Erklärung der Turmgesellschaft in krassem Widerspruch. Woraus entspringt dieser Widerspruch? Um solche Fragen nach der Bildung zu beantworten, beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit einigen Szenen des Romans, in denen es um die Selbsterkenntnis geht. Denn im Hinblick auf den gerade erwähnten Widerspruch scheint Wilhelms richtige Bildung mit seiner Selbsterkenntnis eng verbunden zu sein. Zunächst will die Arbeit aber einen Umweg machen, indem sie die Aufmerksamkeit nicht direkt auf Wilhelms Selbsterkenntnis, sondern zuerst auf die Selbsterkenntnis des Grafen richtet. Dabei werden mindestens drei folgende Fragen ersichtlich, wie der Graf sich selbst erkennt, worin der Grund für seine falsche Selbsterkenntnis besteht, und welche Resultate sie bei ihm gebracht hat. Und erst dann wird die Selbsterkenntnis Wilhelms in Betracht gezogen, und durch den Vergleich von Wilhelms Erkenntnisweise des Selbst zu der des Grafen wird gezeigt, worin der Sinn der Selbsterkenntnis Wilhelms für seine Bildung besteht. Goethe zufolge könne man im Spiegel nur eine seitenverkehrte Erscheinung einer Gestalt betrachten. Deshalb findet er eine richtige Selbsterkenntnis durch den Spiegel kaum möglich. Im Gegensatz zum Fichteschen Konzept von der Selbsterkenntnis, dem zufolge der Mensch den Blick auf sich zurückwerfen und mithilfe dieses Blicks seine eigene Identität und deren Präsenz feststellen könne, findet es Goethe unmöglich, dass der Mensch sich selbst rein als Objekt betrachtet, denn “niemand kann sich von seinem Selbst-Ich trennen”. Der Mensch könne doch seine Beziehungen zur Außenwelt betrachten und nur dadurch indirekt sich selbst kennen. Um die wahre Selbsterkenntnis zu erreichen, werde also nicht das introspektive Betrachten, sondern der lebendige Kontakt mit der Außenwelt, nämlich das Handeln gefordert. Nach solch einer Auffassung Goethes von der Selbsterkenntnis ist sehr zweifelhaft, ob jemand durch den Spiegel wirklich sich selbst erkennen kann, obwohl das Bild im Spiegel das Spegelbild seiner selbst ist. Somit ist die Lage des Grafen noch prekärer. Denn er hat im Spiegel eigentlich nicht sich selbst, sondern einen anderen (nämlich den verkleideten Wilhelm) gesehen. Anders als der Graf, der durch die Identifikation mit dem gespiegelten Bild als seinem zweiten Selbst die Selbsterkenntnis erreicht zu haben glaubt, erkennt sich Wilhelm in der Beziehung zu dem anderen Ich, das in der Außenwelt vergegenständlicht wurde. Und die Beendigung der Lehrjahre Wilhelms hängt mit seinem Handeln zusammen, das sich in der Wechselwirkung mit der Außenwelt verwirklicht. Zur Beendigung seiner Lehrjahre trägt auch die richtige Selbsterkenntnis bei, die er durch die Beziehung zu dem anderen Ich in der Außenwelt erlangt. Um die Bedeutung der beendigten Lehrjahre zu begreifen, geht es weniger um das im voraus gestellte Ziel der Bildung als um deren Prozeß. Das Ende der Lehrjahre Wilhelms bedeutet also nicht sein Ankommen an einem endgültigen Zielpunkt, sondern seine Aneignung des Handelns im Sinne des Goetheschen Grundprinzips von Bildung und Selbsterkenntnis, das auf den ununterbrochenen Verkehr mit der Außenwelt zielt.

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