막스 프리쉬와 글쓰기-막스 프리쉬의 소설『슈틸러』에서의 정체성의 해체
Max Frisch und das Schreiben- Aufl o ·· sung der identit a ·· t in Max Frischs Roman stiller
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초록
Abstract
Der Autor Max Frisch, der sein Schreiben als eine Art Lebensbew a ·· ltigung versteht, will seine Bedr a ·· ngnis, seine Angstzust a ·· nde durch den Schreibprozeß u ·· berwinden und zugleich durch ihn zu Erkenntnissen gelangen. In seinem Roman Stiller (1954) gebt es um das Identit a ·· tsproblem er Hauptfigur Stiller: der Kampf eines Menschen um seine subjektive und gegen seine objektive Identit a ·· t. Ein Mann names White, angeblich Amerikaner, wird beim Grenz u ·· bertritt in dei Schweiz festgenommen und verd a ·· chtigt, mit dem seit sieben Jahren verschollenen und in eine mysteri o ·· se Agentenaff a ·· re verwickelten Bildhauer Anatol Ludwig Stiller identisch zu sein. Zur St u ·· tzung seiner Behauptung, nicht Stiller zu sein, soll White sein Leben niederschreiben, w a ·· hrend das Gericht durch Hinzuziehung von Zeugen und deren Darlegungen die Identit a ·· t Whites mit Stiller beweisen will. Der Grund, warum der angebliche White sich weigert, Stiller zu sein, basiert auf der Erfahrung seines mißlungenen Selbstmords, den er in Amerika begangen hat. Durch seinen gescheiterten Selbstmordversuch erkennt also Stiller, daß er zun a ·· chst ein 'wirkliches Leben' leben muß, um dann den 'wirklichen Tod' sterben zu k o ·· nnen. Dieses Motiv hat der Autor Max Frisch in Rilkes Roman Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge gefunden und in seinem Roman verwandelt verwendet. Die ganze Spanienepisode Stillers ist die Darstellung der Flucht von einem Bildnis zu einem anderen und zugleich das Symbol f u ·· r die Schwierigkeiten in der Ehe zwischen Stiller und Julika. Die beiden Eheparter leiden in ihrer Ehe jeweils heimlich unter der Diskrepanz zwischen dem Bildnis des 'idealen Mannes' bzw. der 'idealen Frau', und ihre Angst ist Ausdruck diese Leidens. Stillers Spanienepisode erinnert allerdings an Hemingways B u ·· rgerkriegsroman For whom the bell tolls. Ds heißt: Aus der Lebensgeschichte des Helden und mannhaften, tapferen K a ·· mpfers Robert Jordan wird der Spanienk a ·· mpfer Stiller, der nicht schießt, obwohl er schießen m o ·· chte. So verkehrt sich die M a ·· nnlichkeit in Impotenz, die Stiller bis in die Tr a ·· ume verfolgt. Weiter zitiert der Autor Frisch eine Episode aus Davos in Thomas Manns Roman Der Zauberberg, um Julikas Frigidit a ·· t hervorzuheben. Um der Umwelt seine neugewonnen Erkenntnis mitzuteilen, benutzt Stiller alle m o ·· glichen Mittel. Er erz a ·· hlt sinem Verteidiger das Rip van Winkle-M a ·· rchen, das er aus Irvings Volkserz a ·· hlung Rip van Winkle seiner eigenen existentiellen Situation entsprechend neu geschrieben hat. Wie hier exemplarisch dargestellt, ist der Autor Max Frisch, der 'in einem Zeitalter der Reproduktion' lebt, wie er selbst bekennt, sich durchaus der literarischen Tradition bewußt. Das heißt: Frisch schreibt in seinem Roman Stiller nichts ganz Neues. Vielmehr schreibt er die fr u ·· heren Texte anderer Autoren in seiner eigenen Aktualit a ·· t neu. So nimmt der Autor Frisch, dem es eigentlich um de Schreibprozeß selber geht, in seinem Stiller bewußt oder unbewußt immer wieder auf andere Texte Bezug. Wie in Rilkes Roman Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, den der junge Frisch bewundert hat, wird die Geschichte in Frischs Stiller aus verschiedensten fr u ·· heren Texten montiert, die viele andere zuvor geschrieben haben. Demnach wird die Identit a ·· t des Helden als eines Individuums im Stiller v o ·· llig aufgel o ·· st, indem viele andere, fr u ·· here Figuren durch ihn mitsprechen. Auch die Identit a ·· t des Autors Frisch als eines 'sch o ·· pferischen Individuums' wird in seinem schreibprozeß nach und nach aufgel o ·· st, indem andere, fr u ·· here Autoren durch den Stiller-Roman hindurchschreiben.
