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‘기억예술’로서의 여성문학 - 엘프리데 옐리넥의 경우

Frauenliteratur als Gedächtnis-Kunst - Am Beispiel von Elfriede Jelinek

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주제분류독일어와문학

초록

Die kulturwissenschaftiche Gedächtnisforschung beruht eigentlich auf den Ansätzen, die sich schon in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts mit den Kategorien des kollektiven und des sozialen Gedächtnisses geltend gemacht haben. Dabei ist an die soziologische Studie von Maurice Halbwachs und an das kulturwissenschaftliche Gedächtnisprojekt Aby Warburgs zu denken. Beide Ansätze verweisen auf die Bedeutung sozialer Bedingungen und kultureller Einflüsse für die historische Tradierung allen Wissens und aller Erfahrungen des Menschen. Dieses Erinnerungs- und Gedächtniskonzept ist in den 80er Jahren wieder unter kulturwissenschaftlicher Perspektive ins Zentrum des Interesses gerückt. Der Gedächtnistheoretiker Jan Assmann ist der Ansicht, dass der Faden kollektiver und persönlicher Erinnerungen über die Nazivergangenheit nach den 80er Jahren gerissen ist. In Anlehnung an Assman untersucht die vorliegende Arbeit das kulturelle Gedächtniskonzept am Beispiel der Literatur. Im ersten Kapitel wird dargelegt, in welcher Hinsicht das kulturwissen- schaftliche Erinnerungskonzept auf die Veränderung des Begriffs der Literatur gewirkt hat. Dabei werden zwei Literaturwissenschaftler, Harold Bloom und Renate Lachmann in Betracht gezogen, die mit ihren Studien The Anxiety of Influence(1973) und der Monographie Gedächtnis und Literatur(1990) zur Theoriebildung zu dem Thema Erinnerungs der Literatur beigetragen haben. In beiden Studien werden dichterische Einbildungskraft und der mnemonische Raum, in dem sich ein Text entfaltet, zueinander ins Verhältnis gesetzt. Im zweiten Kapitel wird untersucht, wie der Begriff Erinnerung in der Literatur hinsichtlich der Kategorie Gender zu spezifizieren ist. Die bisherige literaturwissenschaftliche Gedächtnisforschung beachtet den Zusammenhang von Gedächtnis und Geschlecht kaum. Daher werden in dieser Arbeit der Stellenwert des Körpers für geschlechtsspezifisches Erinnern und seine Bedeutung für die Konzeption des kulturellen Gedächtnisses in den Diskurs gebracht. Dabei wird nach der Funktion der Körpersprache als Medium der Erinnerung und kultureller Zeichen gefragt. Es folgt dann, dass die Körpersprache als ein Medium der Symbolisierung zu betrachten ist, an der sich Spuren kultureller Sinn- und Bedeutungsstiftung entziffern lassen, also auch Spuren von Verdrängung, von Unterdrückung, von traumatischer Erfahrung. Anhand dieses Konzeptes des literarischen Gedächtnisses wird schließlich E. Jelineks Roman Die Klavierspielerin betrachtet, wobei die autobiographische Erinnerung Jelineks für die Gestaltung der literarischen Bilder wichtig ist. Die literarischen Erinnerungsbilder Jelineks haben mit körpersprachlichen Symptomen Teil an der Archivierung und Tradierung eines kulturellen Wissens in Form des verdrängten Anderen, d.h. des Weiblichen.

Abstract

Die kulturwissenschaftiche Gedächtnisforschung beruht eigentlich auf den Ansätzen, die sich schon in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts mit den Kategorien des kollektiven und des sozialen Gedächtnisses geltend gemacht haben. Dabei ist an die soziologische Studie von Maurice Halbwachs und an das kulturwissenschaftliche Gedächtnisprojekt Aby Warburgs zu denken. Beide Ansätze verweisen auf die Bedeutung sozialer Bedingungen und kultureller Einflüsse für die historische Tradierung allen Wissens und aller Erfahrungen des Menschen. Dieses Erinnerungs- und Gedächtniskonzept ist in den 80er Jahren wieder unter kulturwissenschaftlicher Perspektive ins Zentrum des Interesses gerückt. Der Gedächtnistheoretiker Jan Assmann ist der Ansicht, dass der Faden kollektiver und persönlicher Erinnerungen über die Nazivergangenheit nach den 80er Jahren gerissen ist. In Anlehnung an Assman untersucht die vorliegende Arbeit das kulturelle Gedächtniskonzept am Beispiel der Literatur. Im ersten Kapitel wird dargelegt, in welcher Hinsicht das kulturwissen- schaftliche Erinnerungskonzept auf die Veränderung des Begriffs der Literatur gewirkt hat. Dabei werden zwei Literaturwissenschaftler, Harold Bloom und Renate Lachmann in Betracht gezogen, die mit ihren Studien The Anxiety of Influence(1973) und der Monographie Gedächtnis und Literatur(1990) zur Theoriebildung zu dem Thema Erinnerungs der Literatur beigetragen haben. In beiden Studien werden dichterische Einbildungskraft und der mnemonische Raum, in dem sich ein Text entfaltet, zueinander ins Verhältnis gesetzt. Im zweiten Kapitel wird untersucht, wie der Begriff Erinnerung in der Literatur hinsichtlich der Kategorie Gender zu spezifizieren ist. Die bisherige literaturwissenschaftliche Gedächtnisforschung beachtet den Zusammenhang von Gedächtnis und Geschlecht kaum. Daher werden in dieser Arbeit der Stellenwert des Körpers für geschlechtsspezifisches Erinnern und seine Bedeutung für die Konzeption des kulturellen Gedächtnisses in den Diskurs gebracht. Dabei wird nach der Funktion der Körpersprache als Medium der Erinnerung und kultureller Zeichen gefragt. Es folgt dann, dass die Körpersprache als ein Medium der Symbolisierung zu betrachten ist, an der sich Spuren kultureller Sinn- und Bedeutungsstiftung entziffern lassen, also auch Spuren von Verdrängung, von Unterdrückung, von traumatischer Erfahrung. Anhand dieses Konzeptes des literarischen Gedächtnisses wird schließlich E. Jelineks Roman Die Klavierspielerin betrachtet, wobei die autobiographische Erinnerung Jelineks für die Gestaltung der literarischen Bilder wichtig ist. Die literarischen Erinnerungsbilder Jelineks haben mit körpersprachlichen Symptomen Teil an der Archivierung und Tradierung eines kulturellen Wissens in Form des verdrängten Anderen, d.h. des Weiblichen.

참고문헌 (25)

  1. Jelinek, Elfriede, "Die Klavierspielerin" (2004)
  2. Assmann, Jan, "Das kulturelle Gedächtnis. Schrift, Erinnerung und politische Identität in frühen Hochkulturen" (1992)
  3. Assmann, A, "Kultur als Lebenswelt und Monument" (1991)
  4. Bartens, Daniela, "Elfriede Jelinek" (1997)
  5. Bauer, Joachim, "Das Gedächtnis des Körpers" (2007)
  6. Bloom, Harold, "The Anxiety of Influence. A Theory of Poetry" (1973)
  7. Bogdal, Klaus-Michael, "Sprachen der Erinnerung", Der Deutschunterricht, 6 (2005)
  8. Foucault, Michel, "Der Wille zum Wissen Sexualität und Wahrheit Bd.1" (1991)
  9. Grubitzsch, Helga, "Frauen-Literatur-Revolution" (1992)
  10. Gudehus, Christian, "Gedächtnis und Erinnerung. Ein interdisziplinäres Handbuch" (2010)
  11. Janz Marlies, "Elfriede Jelinek" (1995)
  12. Lachmann, Renate, "Gedächtnis und Literatur. Intertextualität in der russischen Moderne" (1990)
  13. Lücke, Bärbel, "Elfriede Jelinek" (2008)
  14. Mayer, verena, "elfriede jelinek. Ein Porträt" (2006)
  15. Meyer, Anja, "Elfriede Jelinek in der Geschlechterpresse" (1994)
  16. Moebius, Stephan, "Kultur. Theorien der Gegenwart" (2006)
  17. Nietzsche, F, "Zur Geneologie der Moral. In: Sämtliche Werke, Bd.5" (1993)
  18. Nünning, Ansgar, "Metzler Lexikon Literatur- und Kulturtheorie" (2001)
  19. Nuenning, Ansgar, "Konzepte der Kulturwissenschaften" (2003)
  20. Nünning, Vera, "Methoden der literatur- und kulturwissentschaftlichen Textanalyse" (2010)
  21. Presber, Gabriele, "Elfriede Jelinek. In: Frauenleben, Frauenpolitik. Rückschläge und Utopien" (1992)
  22. Stephan, Inge, "Gender@Wissen Ein Handbuch der Gender-Theorien" (2005)
  23. Weigel, Sigrid, "Die Stimme der Medusa" (1989)
  24. Weigel, Sigrid, "Bilder des kulturellen Gedächtnisses. Beiträge zur Gegenwartsliteratur" (1994)
  25. Zittel, Claus, "Positionen der Jelinek-Forschung" (2008)

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