문학의 논리, 정치의 논리 - W. Emmerich『동독문학사』비판 서문
Logik der Literatur, Logik der Politik - Ein Vorwort zur Kritik der 『Kleinen Literaturgeschiche der DDR』 von Wolfgang Emmerich(1996)
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Abstract
In der vorliegenden Arbeit ist untersucht worden, ob man feststellen kann, dass Wolfgang Emmerich in seiner 1996 erweiterten Neuausgabe der 『Kleinen Literaturgeschichte der DDR』(so etwas wie ein “Standardbuch”) den Blick des historischen Siegers praktiziert hat. Seit 1989 dominiert eine bedenkliche Allianz von kulturellem Nationalismus, Schweigen über die Systemmängel westdeutscher Gesellschaftsordnung und ritualisierter Sozialismuskritik den öffentlichen Diskurs der Bundesrepublik. Wenn Uwe Koch 1990 die Verrisse von Christa Wolf schon in der Überschrift als 「Literaturkritik im Zeichen der Sieger」 charakterisierte, dann traf dies zumindest einen Eindruck, den die westdeutschen Angriffe auf die ehemalige DDR hinterließen. In diesem Buch zeigt Wolfgang Emmerich kein Interesse daran, wie andere den gemeinsam erlebten Prozess anders wahrnehmen könnten. Vielmehr wird ostdeutsche Befindlichkeit entweder ästhetisierend unter dem “schönen” Wort “Ostalgie” rubriziert, oder psychlogisch unter dem Wort “Melancholie” unterschätzt. Abgesehen von einem versöhnlichen Schlusswort, das mit einer einsichtigen Beschreibung der deutschen Literatur einhergeht, ist das Interesse für die Erfahrungen, die diejenigen mitbringen, die da wiederstrebend in den Westen integriert wurden, in seinem Buch nicht zu finden. Aus der Perspektive des Siegers wird die DDR-Literatur geurteilt, wobei diese als “unvollkommen” und "vormodern" gilt. Hier gibt es ein wesentliches Phänomen in den für die neunziger Jahre charakteristischen, nahezu ausschließlich von westdeutscher Seite vorgenommenen literaturwissenschaftlichen bzw. literaturkritischen Betrachtungen Ostdeutschlands.
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