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통일과 문학사 기술의 편향성(Ⅱ)- 볼프강 엠머리히 『동독문학소사』의 「머리말」을 중심으로

Die tendenziöse Literaturgeschichtsschreibung nach der Einheit Deutschlands - in bezug auf Wolfgang Emmerichs 『Kleine Literaturgeschichte der DDR』

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주제분류독일어와문학

초록

Die Anerkennung von Fremdheit und Anderssein ist ein in den Kulturwissenschaften viel diskutiertes Erkenntnisziel. Sie muss auch für den wechselseitigen Blick auf die zwei Literaturen gelten, die in Ost- und Westdeutschland entstanden sind. Die besondere Situation in diesem Fall besteht darin, dass nicht nur die Differenz des anderen wahrgenommen werden muss, sondern dass diese Differenz zugleich auf mögliche Gemeinsamkeiten hin zu betrachten ist. In der vorliegenden Arbeit wird vor allen Dingen die tendenziöse DDR-Literaturgeschichtsschreibung nach der Einheit Deutschlands untersucht. Wolfgang Emmerichs 『Kleine Literaturgeschichte der DDR』 erschien zum ersten Mal 1981. Dieses ‘Standard-Werk’, das mehrere Auflagen (die letzte im Frühjahr 1989) erfuhr, begleitete (und begleitet) die DDR-Literatur-Forschung in der BRD informativ und orientierend. In der Vorbemerkung zur 1989 erschienenen erweiterten Ausgabe berichtet Emmerich noch von bundesrepublikanischen Kritikern, die ihm “allzuviel Verständnis für den realen Sozialismus” bzw. die ‘systemimmanente’ Methode vorgeworfen hätten. Mit dem Ende der DDR 1990 haben die Auseinandersetzungen um die Geschichte der DDR deutlich gemacht, dass die Vertreter der systemimmanenten Methode nun auch mit am Pranger standen. In die Abwertung der ‘alten’ DDR-Forschung war auch die Abwicklung der DDR-Literatur integriert. In längerer Einleitung zur 1996 erschienenen erweiterten Neuausgabe 「Was heißt und zu welchem Ende studiert man die Geschichte der DDR-Literatur?」 sucht sich Emmerich in der veränderten Forschungssituation zu situieren. Was den Leser in dieser Einleitung erstaunt und irritiert, sind die verblüffenden Verschiebungen von Akzenten und Veränderungen von Wertungen. In diesen Verschiebungen und Veränderungen findet man “eine grundsätzliche Zweideutigkeit”(Alexander von Bormann), die sich besonders auf der begrifflichen Darstellung der ‘Autonomie des Ästhetischen’ zeigt. Emmerich nennt z.B. als “Pferdefuß der DDR-Literatur-Forschung” ihre “umfassende und allseitige Politisierung” und betont, dass er heute “nicht mehr so unbedingt auf dem Verhaktsein der Literatur mit Geschichte und Gesellschaft” beharre. Jetzt will er, “sensibler als vorher”, die wichtigen literarischen Texte “als individuelle Produktionen mit ästhetischen Mitteln” vorstellen. In diesem Zusammenhang beschreibt er den Prozess in der DDR-Literatur seit den 60er Jahren, in dessen Verlauf die “reformsozialistischen” AutorInnen poetische Verfahren der europäischen Moderne übernahmen und weiterentwickelten. Diesen Prozess nennt er “ästhetische Emanzipation”. Das ist eine richtige Bezeichnung, insofern die Literatur sich von dem engen Realismuskonzept der sozialistischen Tradition löste und mit der politischen Bevormundung des SED-Staates in Konflikt geriet. Es ist zugleich eine falsche Bezeichnung, insofern die Literatur sich dabei gerade nicht von gesellschaftlicher Verantwortung befreite, sondern eine erweiterte und vertiefte Behandlung sozialer und politischer Probleme der DDR-Gesellschaft erstrebte. Unter dem Brechtschen Satz, Kunst solle autonom sein, sei aber nie autark, verstehen wir im allgemeinen die Relativität des Begriffs der Autonomie der Kunst. Das hermeneutische Dilemma von Wolfgang Emmerich scheint daran zu liegen, dass er den Begriff Kunstautonomie als absoluten setzt, mit anderen Worten, dass das Verhältnis von gesellschaftlicher Wirklichkeit und Ästhetik nicht genügend durchdacht worden ist.

Abstract

Die Anerkennung von Fremdheit und Anderssein ist ein in den Kulturwissenschaften viel diskutiertes Erkenntnisziel. Sie muss auch für den wechselseitigen Blick auf die zwei Literaturen gelten, die in Ost- und Westdeutschland entstanden sind. Die besondere Situation in diesem Fall besteht darin, dass nicht nur die Differenz des anderen wahrgenommen werden muss, sondern dass diese Differenz zugleich auf mögliche Gemeinsamkeiten hin zu betrachten ist. In der vorliegenden Arbeit wird vor allen Dingen die tendenziöse DDR-Literaturgeschichtsschreibung nach der Einheit Deutschlands untersucht. Wolfgang Emmerichs 『Kleine Literaturgeschichte der DDR』 erschien zum ersten Mal 1981. Dieses ‘Standard-Werk’, das mehrere Auflagen (die letzte im Frühjahr 1989) erfuhr, begleitete (und begleitet) die DDR-Literatur-Forschung in der BRD informativ und orientierend. In der Vorbemerkung zur 1989 erschienenen erweiterten Ausgabe berichtet Emmerich noch von bundesrepublikanischen Kritikern, die ihm “allzuviel Verständnis für den realen Sozialismus” bzw. die ‘systemimmanente’ Methode vorgeworfen hätten. Mit dem Ende der DDR 1990 haben die Auseinandersetzungen um die Geschichte der DDR deutlich gemacht, dass die Vertreter der systemimmanenten Methode nun auch mit am Pranger standen. In die Abwertung der ‘alten’ DDR-Forschung war auch die Abwicklung der DDR-Literatur integriert. In längerer Einleitung zur 1996 erschienenen erweiterten Neuausgabe 「Was heißt und zu welchem Ende studiert man die Geschichte der DDR-Literatur?」 sucht sich Emmerich in der veränderten Forschungssituation zu situieren. Was den Leser in dieser Einleitung erstaunt und irritiert, sind die verblüffenden Verschiebungen von Akzenten und Veränderungen von Wertungen. In diesen Verschiebungen und Veränderungen findet man “eine grundsätzliche Zweideutigkeit”(Alexander von Bormann), die sich besonders auf der begrifflichen Darstellung der ‘Autonomie des Ästhetischen’ zeigt. Emmerich nennt z.B. als “Pferdefuß der DDR-Literatur-Forschung” ihre “umfassende und allseitige Politisierung” und betont, dass er heute “nicht mehr so unbedingt auf dem Verhaktsein der Literatur mit Geschichte und Gesellschaft” beharre. Jetzt will er, “sensibler als vorher”, die wichtigen literarischen Texte “als individuelle Produktionen mit ästhetischen Mitteln” vorstellen. In diesem Zusammenhang beschreibt er den Prozess in der DDR-Literatur seit den 60er Jahren, in dessen Verlauf die “reformsozialistischen” AutorInnen poetische Verfahren der europäischen Moderne übernahmen und weiterentwickelten. Diesen Prozess nennt er “ästhetische Emanzipation”. Das ist eine richtige Bezeichnung, insofern die Literatur sich von dem engen Realismuskonzept der sozialistischen Tradition löste und mit der politischen Bevormundung des SED-Staates in Konflikt geriet. Es ist zugleich eine falsche Bezeichnung, insofern die Literatur sich dabei gerade nicht von gesellschaftlicher Verantwortung befreite, sondern eine erweiterte und vertiefte Behandlung sozialer und politischer Probleme der DDR-Gesellschaft erstrebte. Unter dem Brechtschen Satz, Kunst solle autonom sein, sei aber nie autark, verstehen wir im allgemeinen die Relativität des Begriffs der Autonomie der Kunst. Das hermeneutische Dilemma von Wolfgang Emmerich scheint daran zu liegen, dass er den Begriff Kunstautonomie als absoluten setzt, mit anderen Worten, dass das Verhältnis von gesellschaftlicher Wirklichkeit und Ästhetik nicht genügend durchdacht worden ist.

참고문헌 (13)

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  12. Rosenberg, Rainer, "Was war DDR-Literatur?, in: Zeitschrift f? Germanistik", ~ (1995)
  13. Skare, Roswitha, "Eine Wende in der deutschen Literaturgeschic", ~ (1989)

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