종교의 도그마 - 프리드리히 헤벨의 『마리아 막달레나』를 중심으로
Die dogmatisierte Religiosität in Friedrich Hebbels Maria Magdalena
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초록
Im Mittelpunkt der Diskussion stehen die Fragen, wie die christliche Religiosität in Hebbels Maria Magdalena dargestellt wird und welche Rolle dabei religiöses Denken und Handeln spielt. In dieser Tragödie wird das Denken und Handeln der dramatischen Figuren grundlegend von den Glaubensregeln des Alten bzw. Neuen Testaments geprägt. Das Verhältnis der Personen zu den religiösen Geboten der biblischen Welt ist hier mit ihrem Verhältnis zu den gesellschaftlichen Regeln und Verhaltensnormen gleichzusetzen. So taugt die Religiosität zur innerweltlichen Regulierung und wird als Druck vermittelt. Die Hinwendung zur Religiosität gründet sich weniger auf innere christliche Überzeugung, sondern sie ist vielmehr der “tyrannischen Herrschaft des Man” (im Sinne von Heidegger) ausgesetzt. Die Hauptpersonen Klara, ihre Mutter und Meister Anton, aber auch die anderen männlichen Personen glauben, eben weil man glaubt, weil es sich in der Gesellschaft, in der sie leben, so gehört. Damit verfällt auch ihr Glaube, dessen Regeln ausschließlich deshalb befolgt werden, weil man sie befolgen muss, der Instrumentalisierung. So trägt auch ihre Religiosität zur totalen Verdinglichung als kleinbürgerliches Lebensprinzip bei. Insofern zählen christliche Vorstellungen wie Liebe, Hoffnung, Trost und Gnade kaum in jenen protestantischen Kreisen, von deren Regeln das Zusammenleben in der Familie des Meisters Anton geprägt wird. Zunächst einmal ist der Grund für die kritische Darstellung des christlichen Glaubens in Maria Magdalena auf die Distanz des Dichters zur christlichen Religion zurückzuführen, obgleich er seine religiöse Grundhaltung keineswegs immer negiert hat. Zum anderen ist Hebbels Religionsverständnis anthropologischer Prägung zu nennen. Religiöser Glaube verliert dann seine sittlichen und Lebenssinn stiftenden Kräfte, wenn er auf Grund von kirchlich verordneten Doktrinen, dogmatisierten Glaubensregeln entpersönlicht wird.
Abstract
Im Mittelpunkt der Diskussion stehen die Fragen, wie die christliche Religiosität in Hebbels Maria Magdalena dargestellt wird und welche Rolle dabei religiöses Denken und Handeln spielt. In dieser Tragödie wird das Denken und Handeln der dramatischen Figuren grundlegend von den Glaubensregeln des Alten bzw. Neuen Testaments geprägt. Das Verhältnis der Personen zu den religiösen Geboten der biblischen Welt ist hier mit ihrem Verhältnis zu den gesellschaftlichen Regeln und Verhaltensnormen gleichzusetzen. So taugt die Religiosität zur innerweltlichen Regulierung und wird als Druck vermittelt. Die Hinwendung zur Religiosität gründet sich weniger auf innere christliche Überzeugung, sondern sie ist vielmehr der “tyrannischen Herrschaft des Man” (im Sinne von Heidegger) ausgesetzt. Die Hauptpersonen Klara, ihre Mutter und Meister Anton, aber auch die anderen männlichen Personen glauben, eben weil man glaubt, weil es sich in der Gesellschaft, in der sie leben, so gehört. Damit verfällt auch ihr Glaube, dessen Regeln ausschließlich deshalb befolgt werden, weil man sie befolgen muss, der Instrumentalisierung. So trägt auch ihre Religiosität zur totalen Verdinglichung als kleinbürgerliches Lebensprinzip bei. Insofern zählen christliche Vorstellungen wie Liebe, Hoffnung, Trost und Gnade kaum in jenen protestantischen Kreisen, von deren Regeln das Zusammenleben in der Familie des Meisters Anton geprägt wird. Zunächst einmal ist der Grund für die kritische Darstellung des christlichen Glaubens in Maria Magdalena auf die Distanz des Dichters zur christlichen Religion zurückzuführen, obgleich er seine religiöse Grundhaltung keineswegs immer negiert hat. Zum anderen ist Hebbels Religionsverständnis anthropologischer Prägung zu nennen. Religiöser Glaube verliert dann seine sittlichen und Lebenssinn stiftenden Kräfte, wenn er auf Grund von kirchlich verordneten Doktrinen, dogmatisierten Glaubensregeln entpersönlicht wird.
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