1945 - 영시점인가?- 서독문학의 초기상황에 대한 비판적 고찰
1945, die Stunde Null?- Eine kritische Betrachtung über die Frühphase der westdeutschen Literatur
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초록
Die vorliegende Arbeit stellt einen Versuch dar, die Frühphase der westdeutschen Literatur kritisch zu bilanzieren. Diese gewinnt ihre Aktualität dadurch, dass westdeutsche Literatur durch die Wiedervereinigung Deutschland 1990 Geschichte geworden und daher aus einem neuen Blickwinkel zu bewerten ist. Bemerkenswert ist aus heutiger Sicht, dass sich die Literatur der jungen Schriftstellergeneration um die Guppe 47 als Antithese gegen die frühe westdeutsche Literatur entwickelte, in der die Autoren der sogenannten ‘inneren Emigration’ dominierend waren. In diesem Zusammenhang erscheint die These von der Stunde Null, mit der häufig die frühe westdeutsche Literatur charakterisiert wurde, recht fragwürdig, denn die Vorherrschaft der Literatur der inneren Emigration verweist zweifellos auf einen wesentlichen Mangel an Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit. Die Stunde Null ist in der Tat nichts anderes als ein Mythos: In der westdeutschen Nachkriegsliteratur gab es kaum eine Stunde Null im Sinne einer Zäsur mit radikalem Neuanfang. Nur unter den jungen Schriftstellern schimmerte ein Stunde-Null- Bewußtsein auf. Als die entscheidenden Charakteristika jener frühen westdeutschen Literatur, die davon zeugen, dass die Stunde Null ein Mythos war, sind u.a. die folgenden Erscheinungen herauszuarbeiten: die Vorherrschaft der Literatur der inneren Emigration, die ausbleibende oder zögernde Anerkennung der Exilliteratur, das Schweigen der jungen Schriftsteller, die einseitig konservative Aneignung des literarischen Erbes, der Goethe-Kult als Alibi und die Renaissance Gottfried Benns und Ernst Jüngers als Entlastungszeugen.
Abstract
Die vorliegende Arbeit stellt einen Versuch dar, die Frühphase der westdeutschen Literatur kritisch zu bilanzieren. Diese gewinnt ihre Aktualität dadurch, dass westdeutsche Literatur durch die Wiedervereinigung Deutschland 1990 Geschichte geworden und daher aus einem neuen Blickwinkel zu bewerten ist. Bemerkenswert ist aus heutiger Sicht, dass sich die Literatur der jungen Schriftstellergeneration um die Guppe 47 als Antithese gegen die frühe westdeutsche Literatur entwickelte, in der die Autoren der sogenannten ‘inneren Emigration’ dominierend waren. In diesem Zusammenhang erscheint die These von der Stunde Null, mit der häufig die frühe westdeutsche Literatur charakterisiert wurde, recht fragwürdig, denn die Vorherrschaft der Literatur der inneren Emigration verweist zweifellos auf einen wesentlichen Mangel an Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit. Die Stunde Null ist in der Tat nichts anderes als ein Mythos: In der westdeutschen Nachkriegsliteratur gab es kaum eine Stunde Null im Sinne einer Zäsur mit radikalem Neuanfang. Nur unter den jungen Schriftstellern schimmerte ein Stunde-Null- Bewußtsein auf. Als die entscheidenden Charakteristika jener frühen westdeutschen Literatur, die davon zeugen, dass die Stunde Null ein Mythos war, sind u.a. die folgenden Erscheinungen herauszuarbeiten: die Vorherrschaft der Literatur der inneren Emigration, die ausbleibende oder zögernde Anerkennung der Exilliteratur, das Schweigen der jungen Schriftsteller, die einseitig konservative Aneignung des literarischen Erbes, der Goethe-Kult als Alibi und die Renaissance Gottfried Benns und Ernst Jüngers als Entlastungszeugen.
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