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Alexander von Humboldts dichterische Wissenschaft

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주제분류독일어와문학

초록

Alexander von Humboldt(1769-1859) ist vor allem als großer Forschungsreisender sowie als einer der Begründer der modernen Geographie bekannt. Humboldts Reise nach Südamerika war eine Forschungsreise und hat niemals andere als rein wissenschaftliche Ziele verfolgt. Aber auch wenn Humboldt immer alles gemessen und gewogen, analysiert und im Detail erforscht hat, so hat er doch immer auch auf einer ganzheitlichen Sicht auf die Welt und die Natur bestanden. Es war Humboldts selbstgestellte Aufgabe, die “Natur im großen” zu überblicken und das “Zusammenwirken der Kräfte” zu beweisen. Humboldt erlebte immer die tropische Natur als Genuss und wollte dem Leser seines Werkes diesen Genuss vermitteln. Dafür versuchte er in seinen Forschungsreiseberichten einen literarischen mit einem rein wissenschaftlichen Zweck zu verbinden. Zwar sah sich Humboldt selbst nicht in erster Linie als Literaten, sondern als Wissenschafler, aber er war sich der ästhetischen Dimension seiner Werke durchaus bewusst. Die “ästhetische Behandlung naturhistorischer Gegenstände” ist der grundlegende Bestandteil seines gesamten Schaffens, besonders seines liebsten und am besten gelungenen Werks, der Ansichten der Natur. Die vorliegende Arbeit widmet sich der Forschung über die literarische Dimension in dem Werk Ansichten der Natur. Dieses Werk bietet das beste Beispiel für Humboldts schriftstellerische Brillianz. In den wissenschaftlichen Essays in Ansichten der Natur, besonders in ‘Steppen und Wüsten’ und ‘das nächtliche Thierleben im Urwalde’ findet sich der bewusst eingesetzte literarische Stil, um der Schönheit der Natur gerecht zu werden. In seinen Schriften meldet sich der Mensch immer wieder als subjektiv Empfangender der reinen Natur. Die Erzählerfiguren sind komplex ineinander geschachtelt und die Erzählperspektiven wechseln. Dadurch entsteht die Spannung zwischen Ich und Landschaft sowie die Spannung, die sich zwischen der Beobachterperspektive des erzählten Ich (des Reisenden) und des höhergelagerten wissenschaftlichen Ich aufbaut. Für Humboldt spielte die Sprache eine überaus wichtige Rolle in seinen Bestrebungen, der Vielfalt der Natur möglichst nah zu kommen. In den Ansichten der Natur erwähnte er die großen Schwierigkeiten der Komposition und reflektierte die sprachliche, stilistische und strukturelle Form seines Werks. Zudem experimentierte er mit mehreren Darstellungsweisen, wobei er sich durch ein sehr hohes sprachliches Niveau auszeichnete. Humboldts Ansichten der Natur besitzt einen wissenschaftlichen und zugleich poetischen Rang. Humboldt versuchte immer die Mannigfaltigkeit zu synthetisieren, um den “Totaleindruck” der Natur zu erzielen. Dafür erstrebte er die Vereinigung von Wissenschaft und Ästhetik und forschte interdisziplinär. Darin ist Humboldts Werk auch heute aktuell und es fördert den interdisziplinären Dialog.

Abstract

Alexander von Humboldt(1769-1859) ist vor allem als großer Forschungsreisender sowie als einer der Begründer der modernen Geographie bekannt. Humboldts Reise nach Südamerika war eine Forschungsreise und hat niemals andere als rein wissenschaftliche Ziele verfolgt. Aber auch wenn Humboldt immer alles gemessen und gewogen, analysiert und im Detail erforscht hat, so hat er doch immer auch auf einer ganzheitlichen Sicht auf die Welt und die Natur bestanden. Es war Humboldts selbstgestellte Aufgabe, die “Natur im großen” zu überblicken und das “Zusammenwirken der Kräfte” zu beweisen. Humboldt erlebte immer die tropische Natur als Genuss und wollte dem Leser seines Werkes diesen Genuss vermitteln. Dafür versuchte er in seinen Forschungsreiseberichten einen literarischen mit einem rein wissenschaftlichen Zweck zu verbinden. Zwar sah sich Humboldt selbst nicht in erster Linie als Literaten, sondern als Wissenschafler, aber er war sich der ästhetischen Dimension seiner Werke durchaus bewusst. Die “ästhetische Behandlung naturhistorischer Gegenstände” ist der grundlegende Bestandteil seines gesamten Schaffens, besonders seines liebsten und am besten gelungenen Werks, der Ansichten der Natur. Die vorliegende Arbeit widmet sich der Forschung über die literarische Dimension in dem Werk Ansichten der Natur. Dieses Werk bietet das beste Beispiel für Humboldts schriftstellerische Brillianz. In den wissenschaftlichen Essays in Ansichten der Natur, besonders in ‘Steppen und Wüsten’ und ‘das nächtliche Thierleben im Urwalde’ findet sich der bewusst eingesetzte literarische Stil, um der Schönheit der Natur gerecht zu werden. In seinen Schriften meldet sich der Mensch immer wieder als subjektiv Empfangender der reinen Natur. Die Erzählerfiguren sind komplex ineinander geschachtelt und die Erzählperspektiven wechseln. Dadurch entsteht die Spannung zwischen Ich und Landschaft sowie die Spannung, die sich zwischen der Beobachterperspektive des erzählten Ich (des Reisenden) und des höhergelagerten wissenschaftlichen Ich aufbaut. Für Humboldt spielte die Sprache eine überaus wichtige Rolle in seinen Bestrebungen, der Vielfalt der Natur möglichst nah zu kommen. In den Ansichten der Natur erwähnte er die großen Schwierigkeiten der Komposition und reflektierte die sprachliche, stilistische und strukturelle Form seines Werks. Zudem experimentierte er mit mehreren Darstellungsweisen, wobei er sich durch ein sehr hohes sprachliches Niveau auszeichnete. Humboldts Ansichten der Natur besitzt einen wissenschaftlichen und zugleich poetischen Rang. Humboldt versuchte immer die Mannigfaltigkeit zu synthetisieren, um den “Totaleindruck” der Natur zu erzielen. Dafür erstrebte er die Vereinigung von Wissenschaft und Ästhetik und forschte interdisziplinär. Darin ist Humboldts Werk auch heute aktuell und es fördert den interdisziplinären Dialog.

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