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헤세의 『나르치스와 골드문트』에 나타난 양극성의 이념과 의지의 문제

Der Polaritätsgedanke und das Willensproblem in Hesses Narziß und Goldmund

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주제분류독일어와문학

초록

In Hesses Werk Narziss und Goldmund zeigen sich zwei gegensätzliche Menschentypen. Narziss und Goldmund treffen sich und sind fortan in tiefer Zuneigung miteinander verbunden. Narziss wird als der Denker und Asket präsentiert, der seinen Trieb unterdrückt, stoisch lebt und sich seinem Geist widmet, während Goldmund als dessen Gegenpol beschrieben wird. Goldmund, dessen Weltverlangen von Narziss in einem intensiven Gespräch geweckt wird, verlässt das Kloster, um in der Sinnenwelt Erfahrungen zu machen und sich zu kultivieren. Es folgt die Entwicklung Goldmunds zum Künstler, wobei die sinnliche Lust im Zentrum seiner Entwicklung steht. Der Tod Goldmunds am Ende, und die im Sterben erreichte Rückkehrr zur Mutter, wird von Hesse mehrfach als eine Heimkehr zur Muttererde geschildert. Im Gegensatz dazu bleibt Narziss in der Geisteswelt verhaftet und lediglich die Hoffnung auf ein Seelenheil nach dem Tod bleibt ihm. Hesse bezog sich nach eigener Aussage mit Goldmunds Gefühl der Leere auf die nihilistische Haltung Schopenhauers, die seinen Werken und seinem Verhältnis zu Frauen spräche. Nach Schopenhauer strebte der Mensch nach der Erfüllung seiner Bedürfnisse, aber erfährt Leiden aufgrund der Erfahrung des Mangels im Leben. Erst nachdem der Mensch vom Willen befreit ist, lässt sich dieser Nihilismus überwinden. Nach Schopenhauer sind der Künstler und der Philosoph, die beiden einzigen vom Willen befreiten Existenzen. Narziss erreichte das Zeil der Willenslosigkeit, indem er im Kloster einer Routine aus Arbeit, Gelassenheit und Reflektion nachgeht. Goldmund wiederum, den die “Schwere und Stauung und (das) Überfülltsein in seiner Seele gelöst und erleichtert” hat, verkörperte das Naturprinzip. Goldmund, der Künstler, der seine Idee in seinen Werken darstellt, befreit sich auf diese Weise von individuellen Leiden und erlangt Zufriedenheit. In seinem Werk Der Wille zur Macht schreibt Nietzsche, dass das Leben der Wille zur Macht sei. Der Wille bedeutete das Leben in einer sich verändernden Welt und nur durch diesen Willen könne, der Mensch seinen Nihilismus überwinden. In diesem Sinne gilt der Akt des Lebens als ein Akt des Willens und damit gleichzeitig als ein Akt der Schöpfung. Die Ursache des Nihilismus findet Nietzsche wiederum in einem Willen zur Wahrheit, d.h. in der trügerischen Hoffnung auf die Offenbarung der Welt durch wissenschaftliche Lebensmethoden. Jegliche Verabsolutierung von Wahrheiten basiert aber auf willkürlichen Setzungen und muss somit mit einer Enttäuschung enden. In Nietzsches Polarisierung erscheint das Streben nach Wahrheit entsprechend als ein menschlicher Hang zum Irrtum, während die Kunst und das Kunstschaffen als Antrieb des Lebens in Erscheinung treten. In diesm Licht ist Nietzsches Favorisierung des Künstlertypus konsequent. In seiner Schrift Die Geburt der Tragödie wird dieser Gegensatz als antagonistisches Verhältnis apollinischer und dionysischer Lebensprinzipien und entsprechenden Anschauungen dargestellt. Sowie Nietzsche in der dionysischen Kunst oder in der Tragödie den Sinn und die Freude am Dasein des Menschen findet, so richtet sich Goldmunds Lebenswille auf die Welt und er findet seine Erfüllung in seinem Künstlertum. Für ihn bedeutete das Kunstwerk, die Illusion des schönen Scheins, welche die momentane Existenz lebenswert macht. Mit Nietzsche gelesen, entspricht der Tod Goldmunds der notwendigen Zerstörung der Erscheinungen durch eine mit Willen und Schaffensfähigkeit begabte Existenz. Hesse erklärte an anderer Stelle, dass der Lebenswille bei Nietzsche sowohl mit der Selbstverwirklichung in Sinne Jungs als auch mit dem ‘actus purus’ von Thomas Aquinas zu vergleichen ist.

Abstract

In Hesses Werk Narziss und Goldmund zeigen sich zwei gegensätzliche Menschentypen. Narziss und Goldmund treffen sich und sind fortan in tiefer Zuneigung miteinander verbunden. Narziss wird als der Denker und Asket präsentiert, der seinen Trieb unterdrückt, stoisch lebt und sich seinem Geist widmet, während Goldmund als dessen Gegenpol beschrieben wird. Goldmund, dessen Weltverlangen von Narziss in einem intensiven Gespräch geweckt wird, verlässt das Kloster, um in der Sinnenwelt Erfahrungen zu machen und sich zu kultivieren. Es folgt die Entwicklung Goldmunds zum Künstler, wobei die sinnliche Lust im Zentrum seiner Entwicklung steht. Der Tod Goldmunds am Ende, und die im Sterben erreichte Rückkehrr zur Mutter, wird von Hesse mehrfach als eine Heimkehr zur Muttererde geschildert. Im Gegensatz dazu bleibt Narziss in der Geisteswelt verhaftet und lediglich die Hoffnung auf ein Seelenheil nach dem Tod bleibt ihm. Hesse bezog sich nach eigener Aussage mit Goldmunds Gefühl der Leere auf die nihilistische Haltung Schopenhauers, die seinen Werken und seinem Verhältnis zu Frauen spräche. Nach Schopenhauer strebte der Mensch nach der Erfüllung seiner Bedürfnisse, aber erfährt Leiden aufgrund der Erfahrung des Mangels im Leben. Erst nachdem der Mensch vom Willen befreit ist, lässt sich dieser Nihilismus überwinden. Nach Schopenhauer sind der Künstler und der Philosoph, die beiden einzigen vom Willen befreiten Existenzen. Narziss erreichte das Zeil der Willenslosigkeit, indem er im Kloster einer Routine aus Arbeit, Gelassenheit und Reflektion nachgeht. Goldmund wiederum, den die “Schwere und Stauung und (das) Überfülltsein in seiner Seele gelöst und erleichtert” hat, verkörperte das Naturprinzip. Goldmund, der Künstler, der seine Idee in seinen Werken darstellt, befreit sich auf diese Weise von individuellen Leiden und erlangt Zufriedenheit. In seinem Werk Der Wille zur Macht schreibt Nietzsche, dass das Leben der Wille zur Macht sei. Der Wille bedeutete das Leben in einer sich verändernden Welt und nur durch diesen Willen könne, der Mensch seinen Nihilismus überwinden. In diesem Sinne gilt der Akt des Lebens als ein Akt des Willens und damit gleichzeitig als ein Akt der Schöpfung. Die Ursache des Nihilismus findet Nietzsche wiederum in einem Willen zur Wahrheit, d.h. in der trügerischen Hoffnung auf die Offenbarung der Welt durch wissenschaftliche Lebensmethoden. Jegliche Verabsolutierung von Wahrheiten basiert aber auf willkürlichen Setzungen und muss somit mit einer Enttäuschung enden. In Nietzsches Polarisierung erscheint das Streben nach Wahrheit entsprechend als ein menschlicher Hang zum Irrtum, während die Kunst und das Kunstschaffen als Antrieb des Lebens in Erscheinung treten. In diesm Licht ist Nietzsches Favorisierung des Künstlertypus konsequent. In seiner Schrift Die Geburt der Tragödie wird dieser Gegensatz als antagonistisches Verhältnis apollinischer und dionysischer Lebensprinzipien und entsprechenden Anschauungen dargestellt. Sowie Nietzsche in der dionysischen Kunst oder in der Tragödie den Sinn und die Freude am Dasein des Menschen findet, so richtet sich Goldmunds Lebenswille auf die Welt und er findet seine Erfüllung in seinem Künstlertum. Für ihn bedeutete das Kunstwerk, die Illusion des schönen Scheins, welche die momentane Existenz lebenswert macht. Mit Nietzsche gelesen, entspricht der Tod Goldmunds der notwendigen Zerstörung der Erscheinungen durch eine mit Willen und Schaffensfähigkeit begabte Existenz. Hesse erklärte an anderer Stelle, dass der Lebenswille bei Nietzsche sowohl mit der Selbstverwirklichung in Sinne Jungs als auch mit dem ‘actus purus’ von Thomas Aquinas zu vergleichen ist.

참고문헌 (20)

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