근대 독일의 지식인 담론에 나타난 아메리카 이미지 -아도르노와 미국을 중심으로
Das Amerkabild im deutschen Intellektuellen-Diskurs des 20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung von Adornos Verhältnis zu Amerika
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초록
In dieser Studie habe ich herauszuarbeiten versucht, welches Amerika-Bild (d. h. der USA) unter den Intellektuellen der Weimarer Republik in Deutschland vorherrschte, auf welche Weise dieses Bild sich in den Diskursen geformt und wie es gewirkt hatte. Darüber hinaus habe ich anhand des kulturkritischen Denkens und der Theoriebildung bei Theodor W. Adorno verfolgt, welche Spuren dieses Bild in seinen theoretischen Reflexionen als politischer und ideologiekritischer Code hinterlassen hat. Seitdem die Modernisierung auf allen Bereichen der Gesellschaft vorangetrieben wurde, galt Amerika den Deutschen unter anderem als ein Vorbild für den Prozess der kapitalistischen Modernisierung. Es war in diesem Zusammenhang vom Amerikanismus die Rede – ein Ausdruck, der bereits die Ausrichtung Europas bei diesem Prozess nach Amerika hin impliziert. Aber andererseits gab es die Welle des in der Tradition tief verwurzelten Antiamerikanismus, der aus dem Überlegenheitsgefühl der europäischen Kulturnationen gegenüber Amerika als dem Symbol der Zivilisation entsprang. Dieser Zwiespalt im Amerika-Bild spiegelte sich in den Diskursen der Intellektuellen der Weimarer Republik, dem Zeitalter der sogenannten “Neuen Sachlichkeit”, wider und führte im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen dem links gerichteten, progressiven Lager einerseits und dem konservativen Lager andererseits zu komplizierten und oft widersprüchlichen Betrachtungsweisen. Eben in diesem Sinne erscheint Adornos Verhältnis zu Amerika, wenn nicht in sich widersprüchlich, so doch zwiespältig und ambivalent. Wie es in Dialektik der Aufklärung und Minima Moralia zu sehen ist, gilt ihm Amerika als ein Land, das unter dem glänzenden Gesicht des sich fortschreitenden Kapitalismus totalitaristische Züge und Tendenzen der Zivilisation verbirgt. Ihm hat sich das Land als “die fortgeschrittenste Beobachtungsposition” geboten, von der aus er prognostizieren konnte, dass andere Länder, vor allem in Europa, sich auf einen ähnlichen Zustand hinbewegen würden. Diese kultur- und ideologiekritische Perspektive spielt nun in der Theoriebildung der Kritischen Theorie eine zentrale Rolle. Die Gesamtentwicklung der Welt stand dabei im Zeichen der “Destruktivität des Fortschritt”, des “Janusgesicht(s) der Vernunft”, der “Aufklärung als Massenbetrug”. Aber nach der Rückkehr in die Heimat nach dem Ende des zweiten Weltkriegs, vor allem in den 60er Jahren, häufen sich in seinen Reden und Essays Äußerungen, in denen Amerika als ein Land mit dem “Potential realer Humanität” durchaus positiv bewertet und als ein den “Geist der Demokratie” verkörperndes Land gepriesen wird. Dennoch beziehen sich diese positive Bewertungen nicht auf politische Institutionen oder die Kultur von Amerika. Sie beruhen vor allem auf den persönlichen Eindrücken, die er während seiner Exilzeit im Berufs- und Alltagsleben in Amerika gewonnen hatte. Die nicht autoritären Beziehungen der miteinander frei kooperierenden Menschen, in denen er den Geist der Demokratie verwirklicht sah, hatten ihm ein positives Gegenbild zu den kulturkonservativen und technikfeindlichen Europäern geboten. Aber Thesen wie die, dass es in Amerika eine “größere Resistenzkraft gegen totalitäre Strömungen gibt”, stimmen mit der Behauptung aus dem Kulturindustrie-Kapitel der Dialektik der Aufklärung, dass eben solche totalitären Strömungen in Politik, Wirtschaft und Kultur der USA die Oberhand gewonnen haben, nicht überein. Adorno hat jedoch kaum einen Versuch unternommen, die Ambivalenz, die in seinen Amerikabildern deutlich zu spüren ist und sich manchmal in Widersprüche zuspitzt, im Denken dialektisch zu vermitteln. Über diese Ambivalenz, die womöglich für den Wahrheitsgehalt seines theoretischen Denkens spricht, mit den inzwischen veränderten Bedingungen der Welt heute weiter nachzudenken, ist uns zur Aufgabe gegeben.
Abstract
In dieser Studie habe ich herauszuarbeiten versucht, welches Amerika-Bild (d. h. der USA) unter den Intellektuellen der Weimarer Republik in Deutschland vorherrschte, auf welche Weise dieses Bild sich in den Diskursen geformt und wie es gewirkt hatte. Darüber hinaus habe ich anhand des kulturkritischen Denkens und der Theoriebildung bei Theodor W. Adorno verfolgt, welche Spuren dieses Bild in seinen theoretischen Reflexionen als politischer und ideologiekritischer Code hinterlassen hat. Seitdem die Modernisierung auf allen Bereichen der Gesellschaft vorangetrieben wurde, galt Amerika den Deutschen unter anderem als ein Vorbild für den Prozess der kapitalistischen Modernisierung. Es war in diesem Zusammenhang vom Amerikanismus die Rede – ein Ausdruck, der bereits die Ausrichtung Europas bei diesem Prozess nach Amerika hin impliziert. Aber andererseits gab es die Welle des in der Tradition tief verwurzelten Antiamerikanismus, der aus dem Überlegenheitsgefühl der europäischen Kulturnationen gegenüber Amerika als dem Symbol der Zivilisation entsprang. Dieser Zwiespalt im Amerika-Bild spiegelte sich in den Diskursen der Intellektuellen der Weimarer Republik, dem Zeitalter der sogenannten “Neuen Sachlichkeit”, wider und führte im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen dem links gerichteten, progressiven Lager einerseits und dem konservativen Lager andererseits zu komplizierten und oft widersprüchlichen Betrachtungsweisen. Eben in diesem Sinne erscheint Adornos Verhältnis zu Amerika, wenn nicht in sich widersprüchlich, so doch zwiespältig und ambivalent. Wie es in Dialektik der Aufklärung und Minima Moralia zu sehen ist, gilt ihm Amerika als ein Land, das unter dem glänzenden Gesicht des sich fortschreitenden Kapitalismus totalitaristische Züge und Tendenzen der Zivilisation verbirgt. Ihm hat sich das Land als “die fortgeschrittenste Beobachtungsposition” geboten, von der aus er prognostizieren konnte, dass andere Länder, vor allem in Europa, sich auf einen ähnlichen Zustand hinbewegen würden. Diese kultur- und ideologiekritische Perspektive spielt nun in der Theoriebildung der Kritischen Theorie eine zentrale Rolle. Die Gesamtentwicklung der Welt stand dabei im Zeichen der “Destruktivität des Fortschritt”, des “Janusgesicht(s) der Vernunft”, der “Aufklärung als Massenbetrug”. Aber nach der Rückkehr in die Heimat nach dem Ende des zweiten Weltkriegs, vor allem in den 60er Jahren, häufen sich in seinen Reden und Essays Äußerungen, in denen Amerika als ein Land mit dem “Potential realer Humanität” durchaus positiv bewertet und als ein den “Geist der Demokratie” verkörperndes Land gepriesen wird. Dennoch beziehen sich diese positive Bewertungen nicht auf politische Institutionen oder die Kultur von Amerika. Sie beruhen vor allem auf den persönlichen Eindrücken, die er während seiner Exilzeit im Berufs- und Alltagsleben in Amerika gewonnen hatte. Die nicht autoritären Beziehungen der miteinander frei kooperierenden Menschen, in denen er den Geist der Demokratie verwirklicht sah, hatten ihm ein positives Gegenbild zu den kulturkonservativen und technikfeindlichen Europäern geboten. Aber Thesen wie die, dass es in Amerika eine “größere Resistenzkraft gegen totalitäre Strömungen gibt”, stimmen mit der Behauptung aus dem Kulturindustrie-Kapitel der Dialektik der Aufklärung, dass eben solche totalitären Strömungen in Politik, Wirtschaft und Kultur der USA die Oberhand gewonnen haben, nicht überein. Adorno hat jedoch kaum einen Versuch unternommen, die Ambivalenz, die in seinen Amerikabildern deutlich zu spüren ist und sich manchmal in Widersprüche zuspitzt, im Denken dialektisch zu vermitteln. Über diese Ambivalenz, die womöglich für den Wahrheitsgehalt seines theoretischen Denkens spricht, mit den inzwischen veränderten Bedingungen der Welt heute weiter nachzudenken, ist uns zur Aufgabe gegeben.
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