카프카의 『변신 Die Verwandlung』을 통해 본 ‘소수적’ 글쓰기-들뢰즈와 가타리의 카프카. 소수문학을 위하여 Kafka. Für eine kleine Literatur를 중심으로
Das Schreiben der „kleinen“ Sprache am Beispiel von der Verwandlung Kafkas -mit Bezug auf Kafka. Für eine kleine Literatur von Deleuze und Guattari
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초록
Deleuze und Guattari sind der Meinung, dass die Sprache nichts anderes als eine Macht sei. Die Einheit der Sprache sei im Prinzip politisch. Nach ihnen gäbe es keine Muttersprache, sondern eine Machtergreifung durch die dominante Sprache. In dieser Hinsicht wird unterschieden zwischen der „großen“ Sprache und der „kleinen“ Sprache. In der Schrift, „Kafka. Für eine kleine Literatur“, richtet sich ihre Aufmerksamkeit besonders hierauf. Die vorliegende Arbeit geht von den drei charakteristischen Merkmalen einer „kleinen“ Literatur Deleuzes und Guattaris aus: Deterritorialisierung der Sprache, Koppelung des Individuellen an das unmittelbar Politische und kollektive Aussageverkettung. Kafka gehörte zu jenen wenigen jüdischen Schriftstellern in Prag, die das Tschechische verstehen und sprechen konnten. Außerdem lernte er Hebräisch. Kafka hatte auch von dem Jiddischen Kenntnis, das ihn faszinierte. Er nannte es eine Sprache, die „Angst mit einem gewissen Widerwillen“ hervorruft, einen Dialekt, der keine Grammatiken hat. Damals war Deutsch in Prag die formale Umgangssprache der Stadt, die bürokratische Staats- und kommerzielle Handelssprache. Sie war sozusagen eine dominante, „große“ Sprache. Kafka schrieb auf Deutsch, aber in Prager Deutsch, wie es war, mit all seiner Armut. In diesem Sinne ging er einen anderen Weg als die Prager Schule wie etwa Gustav Meyrink oder Max Brod. Für sie ging es um den symbolischen oder bedeutungsschwangeren oder bloß signifikanten Gebrauch der Sprache. In der Sicht von Deleuze und Guattari sei ihr Versuch eine Re-Territorialisierung, während der Ansatz Kafkas eine Deterritorialisierung bedeute, weil er-sich entgegenstellend-zu einem perfekten und nicht geformten, intensiv materialen Ausdruck gelange. Während sich in den „großen“ Literaturen das individuelle Geschehen mit anderen, einzelnen Angelegenheiten verbinde, bewirke der enge Raum der „kleinen“ Literatur, dass sich jede individuelle Angelegenheit unmittelbar mit der Politik verknüpfe. Deleuze und Guattari sehen in der Schrift Kafkas, dass sich das ödipale Dreieck der Familie mit anderen, mit den geschäftlichen, ökonomischen, bürokratischen und juristischen Anhaltspunkten verbinde, die seine Werke bestimmen würden. Schließlich vertreten Deleuze und Guattari die Ansicht, dass in den „kleinen“ Literaturen alles einen kollektiven Wert gewönne. Der Schriftsteller konstituiere ein gemeinsames Handeln. Als Beispiel dafür nennen sie den Übergang vom einzelnen Tier zur Meute oder zur kollektiven Vielzahl, wie die sieben musizierenden Hunde in den Forschungen eines Hundes. In diesen Kontexten betonen Deleuze und Guattari, dass nur die kleine Sprache im Vergleich zu der großen mit dem ‘Werden’ zu tun habe.
Abstract
Deleuze und Guattari sind der Meinung, dass die Sprache nichts anderes als eine Macht sei. Die Einheit der Sprache sei im Prinzip politisch. Nach ihnen gäbe es keine Muttersprache, sondern eine Machtergreifung durch die dominante Sprache. In dieser Hinsicht wird unterschieden zwischen der „großen“ Sprache und der „kleinen“ Sprache. In der Schrift, „Kafka. Für eine kleine Literatur“, richtet sich ihre Aufmerksamkeit besonders hierauf. Die vorliegende Arbeit geht von den drei charakteristischen Merkmalen einer „kleinen“ Literatur Deleuzes und Guattaris aus: Deterritorialisierung der Sprache, Koppelung des Individuellen an das unmittelbar Politische und kollektive Aussageverkettung. Kafka gehörte zu jenen wenigen jüdischen Schriftstellern in Prag, die das Tschechische verstehen und sprechen konnten. Außerdem lernte er Hebräisch. Kafka hatte auch von dem Jiddischen Kenntnis, das ihn faszinierte. Er nannte es eine Sprache, die „Angst mit einem gewissen Widerwillen“ hervorruft, einen Dialekt, der keine Grammatiken hat. Damals war Deutsch in Prag die formale Umgangssprache der Stadt, die bürokratische Staats- und kommerzielle Handelssprache. Sie war sozusagen eine dominante, „große“ Sprache. Kafka schrieb auf Deutsch, aber in Prager Deutsch, wie es war, mit all seiner Armut. In diesem Sinne ging er einen anderen Weg als die Prager Schule wie etwa Gustav Meyrink oder Max Brod. Für sie ging es um den symbolischen oder bedeutungsschwangeren oder bloß signifikanten Gebrauch der Sprache. In der Sicht von Deleuze und Guattari sei ihr Versuch eine Re-Territorialisierung, während der Ansatz Kafkas eine Deterritorialisierung bedeute, weil er-sich entgegenstellend-zu einem perfekten und nicht geformten, intensiv materialen Ausdruck gelange. Während sich in den „großen“ Literaturen das individuelle Geschehen mit anderen, einzelnen Angelegenheiten verbinde, bewirke der enge Raum der „kleinen“ Literatur, dass sich jede individuelle Angelegenheit unmittelbar mit der Politik verknüpfe. Deleuze und Guattari sehen in der Schrift Kafkas, dass sich das ödipale Dreieck der Familie mit anderen, mit den geschäftlichen, ökonomischen, bürokratischen und juristischen Anhaltspunkten verbinde, die seine Werke bestimmen würden. Schließlich vertreten Deleuze und Guattari die Ansicht, dass in den „kleinen“ Literaturen alles einen kollektiven Wert gewönne. Der Schriftsteller konstituiere ein gemeinsames Handeln. Als Beispiel dafür nennen sie den Übergang vom einzelnen Tier zur Meute oder zur kollektiven Vielzahl, wie die sieben musizierenden Hunde in den Forschungen eines Hundes. In diesen Kontexten betonen Deleuze und Guattari, dass nur die kleine Sprache im Vergleich zu der großen mit dem ‘Werden’ zu tun habe.
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