키치적 허위와 소설적 진실 -밀란 쿤데라의 키치론-
Lüge des Kitschs und Wahrheit des Romans -Kitschkritik bei Milan Kundera-
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초록
Milan Kundera ist wohl einer der beliebtesten ausländischen Autoren in Korea. Sein Roman Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins(1986) gehört zum Steadyseller auf dem koreanischen Buchmarkt. Kundera hat auch die koreanische Literatur sehr beeinflusst. Die Lektüre seiner Romane galt bei den Autoren in den 90er Jahren als ‘Initiationsritual’ zur Dichtung. Was an der koreanischen Kundera-Rezeption auffällt, ist die Tatsache, dass sein Werk ausschließlich als postmodern betrachtet worden ist. Diese postmoderne Rezeption Kunderas steht im klaren Gegensatz zu seinem Selbstverständnis: Er selbst bekennt sich zu der Tradition des “antimodernen Modernismus” von Kafka, Musil und Broch. Wenn man die wichtige Rolle berücksichtigt, die die Begriffe wie individuelles Subjekt, Autorintention und Originalität der Kunst in seinen ästhetischen Überlegungen spielen, ist er nicht ohne weiteres zum literarischen Postmodernismus zuzurechnen. Die ästhetische Moderne profiliert sich unter anderem durch ihre vehemente Kitschkritik. Kitsch ist Erzfeind der modernen Kunst und die negative Folie der modernen Ästhetik. Die repräsentativen Ästhetiker der Moderne wie Adorno und Greenberg definiert die moderne Kunst durch ihren Gegensatz zum Kitsch. Auch für Kundera ist die Ästhetik der Massenmedien “die Ästhetik des Kitschs”, die für ihn zum Feind der Kunst gehört. Auch in dieser Hinsicht beweist er sich als moderner Autor. Kitsch gehört zum Schlüsselwort des kunderaschen Romans Die Unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Kundera hat den 6. Teil des Romans dem Thema “Was ist Kitsch” gewidmet. Aber nach meiner Ansicht durchzieht dieser Thema den ganzen Roman. In dieser Arbeit handelt es sich um eine immanente Rekonstruktion der kunderaschen Kitsch-Auffassung im Roman Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Kundera betrachtet Kitsch als eine Kategorie, die nicht nur ästhetische sondern auch anthropologische und politische Dimensionen umfasst. Der Kitsch ist “das kategorische Einverständnis mit dem Sein” und “die absolute Verneinung der Scheiße”. Im Kitsch wird das Leben als Schönes und Harmonisches dargestellt, soziale Mißstände und existenzielle Widersprüche werden durch den schönen Schein verdeckt. Der Kitsch, der sich durch den unwahrhaften Schein, die Sentimentalität und die Klischee charakterisiert, dient der totalitären Herrschaft zur Legitimation. Für Kundera stellt Unterdrückung und Massenmord in der Sovietunion kein Verfall des kommunistischen Ideals dar. Gulag ist vielmehr die Konsequenz des totalitären Kitschs, der für die Bedingung der menschlichen Existenz blind ist. Nach Kundera ist auch die europäische linke Bewegung nicht auf Ideen und Theorien sondern auf die kitschige Vorstellung des “Langen Marsch”s angewiesen, die im 6. Teil des Romans zusammen mit dem totalitären Kitsch ins Visier genommen wird. In Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins versucht Kundera, sowohl mit den kitschkritschen Figuren wie Sabina und Thomas als auch durch Ironie und polyphonische Komposition der Lüge des Kitschs die Wahrheit des Romans entgegenzusetzen, was im Hauptteil dieser Arbeit eingehend analysiert wird. Zum Schluss wird dann Kunderas Kitschbegriff im Kontext der aktuellen Kitschdiskussion erörtert.
Abstract
Milan Kundera ist wohl einer der beliebtesten ausländischen Autoren in Korea. Sein Roman Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins(1986) gehört zum Steadyseller auf dem koreanischen Buchmarkt. Kundera hat auch die koreanische Literatur sehr beeinflusst. Die Lektüre seiner Romane galt bei den Autoren in den 90er Jahren als ‘Initiationsritual’ zur Dichtung. Was an der koreanischen Kundera-Rezeption auffällt, ist die Tatsache, dass sein Werk ausschließlich als postmodern betrachtet worden ist. Diese postmoderne Rezeption Kunderas steht im klaren Gegensatz zu seinem Selbstverständnis: Er selbst bekennt sich zu der Tradition des “antimodernen Modernismus” von Kafka, Musil und Broch. Wenn man die wichtige Rolle berücksichtigt, die die Begriffe wie individuelles Subjekt, Autorintention und Originalität der Kunst in seinen ästhetischen Überlegungen spielen, ist er nicht ohne weiteres zum literarischen Postmodernismus zuzurechnen. Die ästhetische Moderne profiliert sich unter anderem durch ihre vehemente Kitschkritik. Kitsch ist Erzfeind der modernen Kunst und die negative Folie der modernen Ästhetik. Die repräsentativen Ästhetiker der Moderne wie Adorno und Greenberg definiert die moderne Kunst durch ihren Gegensatz zum Kitsch. Auch für Kundera ist die Ästhetik der Massenmedien “die Ästhetik des Kitschs”, die für ihn zum Feind der Kunst gehört. Auch in dieser Hinsicht beweist er sich als moderner Autor. Kitsch gehört zum Schlüsselwort des kunderaschen Romans Die Unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Kundera hat den 6. Teil des Romans dem Thema “Was ist Kitsch” gewidmet. Aber nach meiner Ansicht durchzieht dieser Thema den ganzen Roman. In dieser Arbeit handelt es sich um eine immanente Rekonstruktion der kunderaschen Kitsch-Auffassung im Roman Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Kundera betrachtet Kitsch als eine Kategorie, die nicht nur ästhetische sondern auch anthropologische und politische Dimensionen umfasst. Der Kitsch ist “das kategorische Einverständnis mit dem Sein” und “die absolute Verneinung der Scheiße”. Im Kitsch wird das Leben als Schönes und Harmonisches dargestellt, soziale Mißstände und existenzielle Widersprüche werden durch den schönen Schein verdeckt. Der Kitsch, der sich durch den unwahrhaften Schein, die Sentimentalität und die Klischee charakterisiert, dient der totalitären Herrschaft zur Legitimation. Für Kundera stellt Unterdrückung und Massenmord in der Sovietunion kein Verfall des kommunistischen Ideals dar. Gulag ist vielmehr die Konsequenz des totalitären Kitschs, der für die Bedingung der menschlichen Existenz blind ist. Nach Kundera ist auch die europäische linke Bewegung nicht auf Ideen und Theorien sondern auf die kitschige Vorstellung des “Langen Marsch”s angewiesen, die im 6. Teil des Romans zusammen mit dem totalitären Kitsch ins Visier genommen wird. In Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins versucht Kundera, sowohl mit den kitschkritschen Figuren wie Sabina und Thomas als auch durch Ironie und polyphonische Komposition der Lüge des Kitschs die Wahrheit des Romans entgegenzusetzen, was im Hauptteil dieser Arbeit eingehend analysiert wird. Zum Schluss wird dann Kunderas Kitschbegriff im Kontext der aktuellen Kitschdiskussion erörtert.
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