Verständnis zum Begriff μυστήριον in der Bibel und dessen Beziehung zum Sakrament
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초록
Diese Arbeit behandelt die Themen “Antike Mysterium und Mysterium Christi“ die im Seminar, in der ich in Griechenland teilgenommen habe, besprochen wurden. Die im Seminar behandelten Themen, insbesondere Mysterium der Orthodoxen Kirche, Mystik, Mysterientheologie, etc. erweckten persönlich großes Interesse. Jedoch beschränkt sich diese Arbeit aus Gründen der Vielschichtigkeit auf das Mysterium in der Bibel, welches diese die Wurzeln darstellen. Μυστήριον hat eine wichtige Bedeutung für das Verständnis vieler Religionen und auch des Christentums. Hervorzuheben ist, dass es in den Religions-Geschehen ohne μυστήριον auch keine Offenbarung geben kann, wobei fast alle Religionen davon ausgehen, dass ein Teil des religiös Relevanten (noch) nicht offenbart ist. Zuerst ist festzustellen, dass die Etymologie des Begriffes μυστήριον etwas ist, über das geschwiegen werden muss. Die Grundbedeutung aber geht weiter: Geheimnis meint eine Wirklichkeit und ein Teilhaben an dieser Wirklichkeit, welche die Sprache und den rationalen Diskus übersteigt. μυστήριον ist die Bezeichnung für die zahlreichen antiken Mysterienkulte. Mysterien sind kultische Feiern, in denen die Geschicke einer Gottheit durch heilige Handlungen vor einem Kreise von Geweihten vergegenwärtigt werden, um diesen Anteil am Los der Gottheit zu geben. Im AT und Judentum, besonders in Schriften der hellenistischen Zeit, wurde μυστήριον profan, theologisch und auch eschatologisch verstan- den. In mehreren Texten spätatl. Schriften meint Mysterium den geschichtlich offenbarten Schöfungs und Heilsplan Gottes bzw. (in apokalyptischem Zusammenhang) die verhüllte Ankündigung des escha- tologischen Handelns Gottes. Im NT begegnet uns μυστήριον 28‐mal. Inhaltlich bezieht sich μυστήριον vorwiegend auf Gottes Heilshandeln in Christus. Neutestamentlich begegnet uns das Mysterium in eschatologischer–apokalyptischer Bedeutung bei Mk. Wichtig wird der Begriff in den paulinischen und deuteropaulinischen Schriften; hier weist er theologische, christologische und ekklesiologische Dimensionen auf, die auch für den späteren Sakramentsbegriff im engeren Sinn maßgeblich werden bzw. sein sollten. Bei Paulus ist μυστήριον als das Geheimnis Gottes, das Christus- mysterium, Mysterium des Evangeliums zusammenzufassen. Besonders Paulus setzt den christologischen Akzent noch ausdrücklicher. “Das göttliche Geheimnis, das Christus ist“, sagt der Kolosserbrief prägnant (Kol 2,2). Im NT wird das Wort μυστήριον nirgends auf liturgische Handlungen bezogen. Trotzdem ist der dargelegte Befund für die Sakramentenlehre bedeutsam. Mit Hilfe des Mysterienbegriffs kann der Zusammenhang der Sakramente mit dem Christusereignis und mit dem Geheimnis seiner Gegenwart in der Kirche dargestellt werden. Vom 2. Jh. an werden in der wesentlichen Theologie die Begriffe μυσ-τήριον und “Sakramentum“ miteinander verschmolzen. Tertullian (+ nach 220) wendet das Wort “Sakramentum“ auf die Taufe an. “Sakramenta“ heißen bei Tertullian und in der Folgezeit nicht nur Taufe und Eucharistie, sondern auch die Heilspläne Gottes und die Geschehnisse der altes- und neutestamentlichen Heilsgeschichte. Insbesondere Menschwerdung, Tod und Auferstehung Jesu, die Sätze der Glaubenslehre, die verschiedensten kirchlichen Riten, der Eid, die biblischen Allegorien werden durch den Begriff “Sakramentum“ vervollständigt. ; weitergehend wird die ganze christliche Religion “Sakramentum“ genannt. Karl Rahners Lehre über das sakramentale Leben lässt uns an die Bedeutung des “Sakramentum“ erinnern. Nach Karl Rahner über das sakramentale Leben könnte man durchaus sagen, “dass das Letzte und Eigentümliche des christlichen Daseins darin besteht, dass der Christ sich in das Mysterium hinein fallenläßt, das wir Gott nennen ; dass er glaubend und hoffend davon überzeugt ist, dass dieser Sturz in das unbegreifliche, namenlose Geheimnis Gottes wirklich der Fall in das selige, vergebende und uns selbst vergöttlichende Geheimnis ist ...“.
Abstract
Diese Arbeit behandelt die Themen “Antike Mysterium und Mysterium Christi“ die im Seminar, in der ich in Griechenland teilgenommen habe, besprochen wurden. Die im Seminar behandelten Themen, insbesondere Mysterium der Orthodoxen Kirche, Mystik, Mysterientheologie, etc. erweckten persönlich großes Interesse. Jedoch beschränkt sich diese Arbeit aus Gründen der Vielschichtigkeit auf das Mysterium in der Bibel, welches diese die Wurzeln darstellen. Μυστήριον hat eine wichtige Bedeutung für das Verständnis vieler Religionen und auch des Christentums. Hervorzuheben ist, dass es in den Religions-Geschehen ohne μυστήριον auch keine Offenbarung geben kann, wobei fast alle Religionen davon ausgehen, dass ein Teil des religiös Relevanten (noch) nicht offenbart ist. Zuerst ist festzustellen, dass die Etymologie des Begriffes μυστήριον etwas ist, über das geschwiegen werden muss. Die Grundbedeutung aber geht weiter: Geheimnis meint eine Wirklichkeit und ein Teilhaben an dieser Wirklichkeit, welche die Sprache und den rationalen Diskus übersteigt. μυστήριον ist die Bezeichnung für die zahlreichen antiken Mysterienkulte. Mysterien sind kultische Feiern, in denen die Geschicke einer Gottheit durch heilige Handlungen vor einem Kreise von Geweihten vergegenwärtigt werden, um diesen Anteil am Los der Gottheit zu geben. Im AT und Judentum, besonders in Schriften der hellenistischen Zeit, wurde μυστήριον profan, theologisch und auch eschatologisch verstan- den. In mehreren Texten spätatl. Schriften meint Mysterium den geschichtlich offenbarten Schöfungs und Heilsplan Gottes bzw. (in apokalyptischem Zusammenhang) die verhüllte Ankündigung des escha- tologischen Handelns Gottes. Im NT begegnet uns μυστήριον 28‐mal. Inhaltlich bezieht sich μυστήριον vorwiegend auf Gottes Heilshandeln in Christus. Neutestamentlich begegnet uns das Mysterium in eschatologischer–apokalyptischer Bedeutung bei Mk. Wichtig wird der Begriff in den paulinischen und deuteropaulinischen Schriften; hier weist er theologische, christologische und ekklesiologische Dimensionen auf, die auch für den späteren Sakramentsbegriff im engeren Sinn maßgeblich werden bzw. sein sollten. Bei Paulus ist μυστήριον als das Geheimnis Gottes, das Christus- mysterium, Mysterium des Evangeliums zusammenzufassen. Besonders Paulus setzt den christologischen Akzent noch ausdrücklicher. “Das göttliche Geheimnis, das Christus ist“, sagt der Kolosserbrief prägnant (Kol 2,2). Im NT wird das Wort μυστήριον nirgends auf liturgische Handlungen bezogen. Trotzdem ist der dargelegte Befund für die Sakramentenlehre bedeutsam. Mit Hilfe des Mysterienbegriffs kann der Zusammenhang der Sakramente mit dem Christusereignis und mit dem Geheimnis seiner Gegenwart in der Kirche dargestellt werden. Vom 2. Jh. an werden in der wesentlichen Theologie die Begriffe μυσ-τήριον und “Sakramentum“ miteinander verschmolzen. Tertullian (+ nach 220) wendet das Wort “Sakramentum“ auf die Taufe an. “Sakramenta“ heißen bei Tertullian und in der Folgezeit nicht nur Taufe und Eucharistie, sondern auch die Heilspläne Gottes und die Geschehnisse der altes- und neutestamentlichen Heilsgeschichte. Insbesondere Menschwerdung, Tod und Auferstehung Jesu, die Sätze der Glaubenslehre, die verschiedensten kirchlichen Riten, der Eid, die biblischen Allegorien werden durch den Begriff “Sakramentum“ vervollständigt. ; weitergehend wird die ganze christliche Religion “Sakramentum“ genannt. Karl Rahners Lehre über das sakramentale Leben lässt uns an die Bedeutung des “Sakramentum“ erinnern. Nach Karl Rahner über das sakramentale Leben könnte man durchaus sagen, “dass das Letzte und Eigentümliche des christlichen Daseins darin besteht, dass der Christ sich in das Mysterium hinein fallenläßt, das wir Gott nennen ; dass er glaubend und hoffend davon überzeugt ist, dass dieser Sturz in das unbegreifliche, namenlose Geheimnis Gottes wirklich der Fall in das selige, vergebende und uns selbst vergöttlichende Geheimnis ist ...“.
