본문 바로가기
KERD
논문KCI 등재

위험의 파라독스와 임의성 문화 - 위험에 관한 문화학적 고찰

Paradox des Risikos und Kontingenzkultur - Kulturwissenschaftliche Überlegungen zu Risiko

2

조회

0

다운로드

4

인용

0

참고문헌

키워드

주제분류독일어와문학

초록

Seit der Entstehung der Menschen lebt man mit Risiken, und zwar sowohlmit natürlichen als auch mit selbstverschuldeten. Alle grossen Religionenmachen eine übernatürliche Instanz für das menschliche Schicksalverantwortlich. Seit dem Anfang der Neuzeit ist aber der Begriff Risiko in derGesellschaft zentral geworden, ist unsere Kultur als Kontingenzkultur zubegreifen, weil weder sein muss, was ist, noch feststeht, was kommt. DieKonzeptualisierung der Kontingenz sollte zur Signatur der Neuzeit werden. DasKonzept des Risikos hängt von den gegenwärtigen Entscheidungen ab. Wennman den Blick auf kulturelle Praktiken richtet, ist eine Risikokultur schon infrüherer Zeit zu beobachten. Wer Fernhandel betrieb, musste sich auf das Meerwagen und der Gefahr des Schiffbruchs aussetzen. Den Kaufleuten desMittelalters wurde der geschäftsmäßige Umgang mit den Gefahren der Seefahrtdurch eine neuartige Praktik ermöglicht. Im 19. Jahrhundert sollte dieVersicherung mit ihrer Übertragung des Risikos auf die Ebene des Staats zumModell sozialer Beziehungen werden. Die Kalkulierung des Risikos wurdestaatlich institutionalisiert und gehört seitdem zu den kulturellen Grundlagenmoderner Gesellschaften, indem sie die Elemente der Ungewissheit rationalisiertund so operationaliserbar macht. Erst diese Operationalisierbarkeit liefert dieGrundlage für moderne Spekultationsgeshäfte. Spezifisch für die Kontingenzkulturder Moderne wird also die Berechnung der Zukunft. Erst die probabilisitischeRevolution des Wissens ermöglichte die Kontrolle des Zufalls und die Berechnungvon Wahrscheinlichkeiten, indem unabsehbare Gefahren in kalkulierbare Risiken verwandelt wurden. Nach Hans Blumenberg hat der moderne Roman verschiedene Etappen vonjenem Wirklichkeitsbegriff, auf dem auch die Wahrscheinlichkeitsrechnungberuht. Die Welt entwickelt sich von aus der Perspektive des Risikos von einerWelt göttlich unbestimmbarer Providenz zu einem immanenten Spiel kontingenterEreignisse, das auf Wahrscheinlichkeiten beruht. Die Wettverträge mit demTeufel von Goethes Faust und das venezianische Seeversicherungsrecht vonShakespeares Drama des Kaufmanns handeln vom Sinn des Risikos und modernerKontingenzkultur. Die Krise der modernen Kontingenzkultur konfrontiert diese mitden Folgen der eigenen Risikokompensation. Angesichts der Steigerung derRisikoproduktion bleibt nur die Unvermeidbarkeit des Nichtwissens. Die Lösungdes Paradoxons kann nicht durch gesteigerte Wissensproduktion, sondern mussdurch neue Reflexion gesichert werden.

Abstract

Seit der Entstehung der Menschen lebt man mit Risiken, und zwar sowohlmit natürlichen als auch mit selbstverschuldeten. Alle grossen Religionenmachen eine übernatürliche Instanz für das menschliche Schicksalverantwortlich. Seit dem Anfang der Neuzeit ist aber der Begriff Risiko in derGesellschaft zentral geworden, ist unsere Kultur als Kontingenzkultur zubegreifen, weil weder sein muss, was ist, noch feststeht, was kommt. DieKonzeptualisierung der Kontingenz sollte zur Signatur der Neuzeit werden. DasKonzept des Risikos hängt von den gegenwärtigen Entscheidungen ab. Wennman den Blick auf kulturelle Praktiken richtet, ist eine Risikokultur schon infrüherer Zeit zu beobachten. Wer Fernhandel betrieb, musste sich auf das Meerwagen und der Gefahr des Schiffbruchs aussetzen. Den Kaufleuten desMittelalters wurde der geschäftsmäßige Umgang mit den Gefahren der Seefahrtdurch eine neuartige Praktik ermöglicht. Im 19. Jahrhundert sollte dieVersicherung mit ihrer Übertragung des Risikos auf die Ebene des Staats zumModell sozialer Beziehungen werden. Die Kalkulierung des Risikos wurdestaatlich institutionalisiert und gehört seitdem zu den kulturellen Grundlagenmoderner Gesellschaften, indem sie die Elemente der Ungewissheit rationalisiertund so operationaliserbar macht. Erst diese Operationalisierbarkeit liefert dieGrundlage für moderne Spekultationsgeshäfte. Spezifisch für die Kontingenzkulturder Moderne wird also die Berechnung der Zukunft. Erst die probabilisitischeRevolution des Wissens ermöglichte die Kontrolle des Zufalls und die Berechnungvon Wahrscheinlichkeiten, indem unabsehbare Gefahren in kalkulierbare Risiken verwandelt wurden. Nach Hans Blumenberg hat der moderne Roman verschiedene Etappen vonjenem Wirklichkeitsbegriff, auf dem auch die Wahrscheinlichkeitsrechnungberuht. Die Welt entwickelt sich von aus der Perspektive des Risikos von einerWelt göttlich unbestimmbarer Providenz zu einem immanenten Spiel kontingenterEreignisse, das auf Wahrscheinlichkeiten beruht. Die Wettverträge mit demTeufel von Goethes Faust und das venezianische Seeversicherungsrecht vonShakespeares Drama des Kaufmanns handeln vom Sinn des Risikos und modernerKontingenzkultur. Die Krise der modernen Kontingenzkultur konfrontiert diese mitden Folgen der eigenen Risikokompensation. Angesichts der Steigerung derRisikoproduktion bleibt nur die Unvermeidbarkeit des Nichtwissens. Die Lösungdes Paradoxons kann nicht durch gesteigerte Wissensproduktion, sondern mussdurch neue Reflexion gesichert werden.

참고문헌 (18)

  1. 나병철, "근대성과 근대문학" (1995), 문예출판사
  2. 송해룡, "‘위험’에 관한 인문학적 고찰 - 루만의 커뮤니케이션이론을 중심으로 -", 헤세연구, (27), pp.187~202 (2012), 한국헤세학회[DOI]
  3. 송해룡, "위험의 모순적 양면성", 헤세연구, (29), pp.251~266 (2013), 한국헤세학회
  4. 호이징아, 요한, "호모 루덴스" (2010), 연암서가
  5. Baudrillard, Jean, "Agonie des Realen" (1978)
  6. Beck, Ulrich, "Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne" (1986), Suhrkamp
  7. Blumenberg, Hans, "Nachahmung und Illusion. Poetik und Hermeneutik I", pp.9~27 (1969)
  8. Douglas, Mary, "Risk and Culture: An Essay on the Selection of Technical and Environmental Dangers" (1982), Univ. of California Press
  9. Felix, Martinez-Bonati, "Towards a Formal Ontology of Fictional World", Philosophy and Literature, 7, pp.182~195 (1983)
  10. Giddens, Anthony, "The consequences of modernity", pp.1990
  11. Giddens, Anthony, "Modernity and Self-Identity" (1991), Polity
  12. Luhmann, Niklas, "Soziologische Aufklärung, 5 Bände" (1981)
  13. Luhmann, Niklas, "Die Wissenschaft der Gesellschaft" (1988)
  14. Luhmann, Niklas, "Reden und Schweigen" (1989)
  15. Luhmann, Niklas, "Soziologische Aufklärung, 5 Bände" (1990)
  16. Lukács, Georg, "Die Theorie des Romans. Ein geschichtsphilosophischer Versuch über die Formen der großen Epik" (1982)
  17. Ryan, Marie-Laure, "Possible Worlds and Accessibility Relations: A Semantic Typology of Fiction", Poetics Today, 12(3), pp.553~576 (1991)
  18. Schillmeier, Michael, "Kosmo-politische Ereignisse. Zur sozialen Topologie von SARS", Soziale Welt, 57, pp.331~349 (2006)

관련 논문AI추천

이 간행물의 다른 논문 (7건)