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볼프람의 『파르치팔』에서 성배(聖杯) 연구

Die Gralssage in Parzival von Wolfram von Eschenbach

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주제분류독일어와문학

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Abstract

Die vorliegende Arbeit versucht, auf der Textbasis des Parzival Wolframs Vorstellungen vom Gral herauszuarbeiten, und diese Angaben zum Gral auf ihre Nähe zum zeitgenösischen Reliquienkult und zur religiösen Praxis zu untersuchen. Auch heute noch weckt die Nennung des Wortes “Gral” eine Vielzahl von Assoziationen; dazu gehören alte Mythen und Sagen von Luzifer, Engelsturz und Entstehung der Welt ebenso, wie die christlichen Legenden und Dichtungen um die Passionsreliquien. Wolfram entwirft in bewußter Abgrenzung zur Artusgesellschaft das Modell einer universalen, idealen Adelsgesellschaft, deren Mitte nicht mehr der höfische Minnedienst, sondern der Gral ist, der zum zentralen Bedeutungsträger wird. In dem Versuch, das Symbol Gral durchgängig einem kulturellen Bereich zuzuordnen, lassen sich zwei Hauptrichtungen ausmachen. Sie beanspruchen jeweils die christliche und die magische keltisch-heidnische Überlieferungstradition als allerdings Basis für Wolframs Entwurf. Wolframs Gralkonzeption in Parzival läßt sich nicht auf die sicherlich zentrale religiöse Thematik reduzieren, wie diese die ältere Forschung getan hat. Wolfram war bemüht, gerade diese engen, eucharistisch-kirchlichen Bezüge, die seine Vorlage Chrétiens mitbrachte, aufzulösen und den überwiegend sakramentalen Charakter des Grals durch zahlreiche neue Motive und Deutungsbereiche zu erweitern. Er griff dabei auf traditionelle Symbolik und geläufige Assoziationsmodelle zurück, denen er ganz neue Schwerpunkte gab. Der gesellschaftsutopische Gesamtentwurf umfaßt gleichzeitig die diesseitsfreudige Artuswelt und die geheimnisvoll-fremde Welt des Orients, von denen jedoch die Gralwelt kontrastiert und merklich über ihnen angelegt ist. Sie vereint also in sich die verschiedenen Lebenswelten zu einer harmonischen, universalen Gemeinschaft.

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