음악 이해의 어려움에 관한 이야기로 본 에테아 호프만의 <돈 후안>(1813)
E.T.A. Hoffmanns Don Juan (1813), betrachtet als eine Erzählung über die Schwierigkeit des Musikverstehens
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초록
In E.T.A.Hoffmanns Musiknovelle Don Juan liefert der Erzähler eine Interpretation über das Opernwerk Don Giovanni von W.A.Mozart. Diese Deutung ist eigenartig und interessant, weshalb sich die Forschungsliteratur zu dieser Novelle großenteils mit ihr beschäftigt hat. Wenig berücksichtigt wird dabei jedoch, dass diese Novelle als eine ursprünglich in einem Musikorgan veröffentlichte Geschichte vor allem auch Reflexionen über die Tonkunst an sich sein können. Statt einer schwerlich nachvollziehbaren, jedoch bisher reichlich diskutierten Don Giovanni-Interpretation durch den Erzähler nachzugehen, versucht der vorliegende Beitrag die Schwierigkeit des Verstehens und Vermittelns der Musik selbst als eine bedeutende Idee dieser Novelle herauszulesen. Im Text fällt vor allem auf, dass der Ich-Erzähler, welcher erzähltheoretisch gesehen normalerweise den Leser an seiner Gedanken- und Erfahrungswelt weitgehend teilhaben lässt, wiederholt die Diskrepanz zwischen ihm und dem Leser spürbar macht. Die Auffassungen des Ich-Erzählers über die Don Giovanni-Aufführung beruht auf seinem Expertengehör und dazu noch wahrscheinlich einer eingehenden Partituranalyse. Das ist dem Leser, selbst bei hohem Interesse an dem hier behandelten Musikwerk Don Giovanni, nicht leicht zugänglich und nachvollziehbar. Zumal wenn sich dabei der Erzähler in der exaltiertesten Stimmung durch die herrliche Musik befindet und so dem Leser auch hinsichtlich des Gemüts fern ist. Zusätzliche Distanz schafft der Erzähler zum Leser, indem er darauf hinweist, wie unzulänglich Worte für die Vermittlung der Musik sind. Dabei hat der Leser nichts als die geschriebenen Worte, um die durch den Erzähler wahrgenommene Musik zu verstehen. Schließlich wird diese Distanz einmal mehr bestätigt, indem Donna Annas Tod in höchst geheimnisvoller Weise mit dem Schaffensmoment des komponierenden Erzählers in Verbindung zu stehen scheint. Bedeutungsvoll stirbt sie in einem Augenblick, in dem der Erzähler aus dem Reich des Romantischen ‘erwacht’, was den Beginn des wahren Schaffens des bisher in dem Zustand der Sehnsüchte Inspirationen empfangenen Musikers markiert. Wie die spirituelle Verbindung von Erzähler und Anna dabei tatsächlich ausgesehen hat, bleibt dem Leser verschlossen. So erweist sich der Text als eine Darlegung der Idee von Tonkunst als hochspeziellem Gebiet in Entstehung und Rezeption.
Abstract
In E.T.A.Hoffmanns Musiknovelle Don Juan liefert der Erzähler eine Interpretation über das Opernwerk Don Giovanni von W.A.Mozart. Diese Deutung ist eigenartig und interessant, weshalb sich die Forschungsliteratur zu dieser Novelle großenteils mit ihr beschäftigt hat. Wenig berücksichtigt wird dabei jedoch, dass diese Novelle als eine ursprünglich in einem Musikorgan veröffentlichte Geschichte vor allem auch Reflexionen über die Tonkunst an sich sein können. Statt einer schwerlich nachvollziehbaren, jedoch bisher reichlich diskutierten Don Giovanni-Interpretation durch den Erzähler nachzugehen, versucht der vorliegende Beitrag die Schwierigkeit des Verstehens und Vermittelns der Musik selbst als eine bedeutende Idee dieser Novelle herauszulesen. Im Text fällt vor allem auf, dass der Ich-Erzähler, welcher erzähltheoretisch gesehen normalerweise den Leser an seiner Gedanken- und Erfahrungswelt weitgehend teilhaben lässt, wiederholt die Diskrepanz zwischen ihm und dem Leser spürbar macht. Die Auffassungen des Ich-Erzählers über die Don Giovanni-Aufführung beruht auf seinem Expertengehör und dazu noch wahrscheinlich einer eingehenden Partituranalyse. Das ist dem Leser, selbst bei hohem Interesse an dem hier behandelten Musikwerk Don Giovanni, nicht leicht zugänglich und nachvollziehbar. Zumal wenn sich dabei der Erzähler in der exaltiertesten Stimmung durch die herrliche Musik befindet und so dem Leser auch hinsichtlich des Gemüts fern ist. Zusätzliche Distanz schafft der Erzähler zum Leser, indem er darauf hinweist, wie unzulänglich Worte für die Vermittlung der Musik sind. Dabei hat der Leser nichts als die geschriebenen Worte, um die durch den Erzähler wahrgenommene Musik zu verstehen. Schließlich wird diese Distanz einmal mehr bestätigt, indem Donna Annas Tod in höchst geheimnisvoller Weise mit dem Schaffensmoment des komponierenden Erzählers in Verbindung zu stehen scheint. Bedeutungsvoll stirbt sie in einem Augenblick, in dem der Erzähler aus dem Reich des Romantischen ‘erwacht’, was den Beginn des wahren Schaffens des bisher in dem Zustand der Sehnsüchte Inspirationen empfangenen Musikers markiert. Wie die spirituelle Verbindung von Erzähler und Anna dabei tatsächlich ausgesehen hat, bleibt dem Leser verschlossen. So erweist sich der Text als eine Darlegung der Idee von Tonkunst als hochspeziellem Gebiet in Entstehung und Rezeption.
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