언어학적 발렌츠 개념 및 용어 도입자 논란에 관한 연구
Wer fhrte das Wort Valenz bzw. den Valenzbegriff in die Linguistik ein?
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Die vorliegende Arbeit behandelt das Problem, wer den Valenzbegriff bzw. das Wort Valenz, das eigentlich aus der Chemie stammt, als Erster in die Linguistik eingeführt hat. In der Regel hat man in der Linguistik den französischen Linguisten Lucien Tesniè̀re als den Begründer der linguistischen Valenztheorie betrachtet. Dabei geht man davon aus, dass er das Wort Valenz aus der Chemie in die Linguistik eingeführt hat. In der Valenzforschung gibt es allerdings Autoren, die behaupten, dass die erste Einführung des Terminus Valenz in die Linguistik auf andere Wissenschaftler zurückgehe. So behaupten z.B. Tarvainen (1981) und Lehmann (1992), dass der Holländer A. W. de Groot bereits im Jahre 1949 das Wort Valenz gebraucht hat. Ähnlich nimmt wiederum Bräuer (1974) an, dass S. D. Kacnel ́́son als Erster 1948 das Wort Valenz benutzt hat. Allerdings hat Bühler schon vor de Groot und Kacnel ́́son im Jahre 1934 in seinem bekannten Buch Sprachtheorie explizit das Wort “syntaktische Valenz” verwendet, obwohl diese Tatsache bisher in der Valenzforschung nicht bekannt ist. Es ist zwar offensichtlich, dass einige Wissenschaftler vor den Veröffentlichungen von Tesniè̀re (1953, 1959) das Wort Valenz benutzt haben. Wenn man jedoch das Buch von Tesniè̀re (1958) näher betrachtet, stellt man klar fest, dass er schon am Anfang der 30er Jahre die Hauptideen der Valenztheorie entwickelt und den Terminus Valenz gebraucht hat. Sein Hauptwerk, Elé́ments de syntaxe structurale, war in den 30er Jahren schon als Manuskript fertig, wurde aber erst nach seinem Tod 1959 postum veröffentlicht. Tesniè̀re hat offensichtlich vor Bühler, Kacnel'son und de Groot den Terminus Valenz verwendet. Neulich wurde in Korea noch eine andere Behauptung aufgestellt, nämlich dass der Philosoph Charles Sanders Peirce, der als Begründer des Pragmatismus und der modernen Semiotik angesehen wird, vor Tesniè̀re den chemischen Begriff Valenz in die Linguistik übertragen hat. Wir können jedoch sehen, dass Peirce den Begriff der Valenz aus der Chemie eigentlich nicht für die Sprachanalyse, sondern für seine Relationenlogik eingeführt hat. In der vorliegenden Arbeit wird gezeigt, dass die logische Struktur und die sprachliche Struktur nicht identisch sind. Somit ist es sinnvoll, die Tatsache zu akzeptieren, dass die erste Einführung des Terminus Valenz in die Linguistik auf Tesniè̀re zurückgeht.
Abstract
Die vorliegende Arbeit behandelt das Problem, wer den Valenzbegriff bzw. das Wort Valenz, das eigentlich aus der Chemie stammt, als Erster in die Linguistik eingeführt hat. In der Regel hat man in der Linguistik den französischen Linguisten Lucien Tesniè̀re als den Begründer der linguistischen Valenztheorie betrachtet. Dabei geht man davon aus, dass er das Wort Valenz aus der Chemie in die Linguistik eingeführt hat. In der Valenzforschung gibt es allerdings Autoren, die behaupten, dass die erste Einführung des Terminus Valenz in die Linguistik auf andere Wissenschaftler zurückgehe. So behaupten z.B. Tarvainen (1981) und Lehmann (1992), dass der Holländer A. W. de Groot bereits im Jahre 1949 das Wort Valenz gebraucht hat. Ähnlich nimmt wiederum Bräuer (1974) an, dass S. D. Kacnel ́́son als Erster 1948 das Wort Valenz benutzt hat. Allerdings hat Bühler schon vor de Groot und Kacnel ́́son im Jahre 1934 in seinem bekannten Buch Sprachtheorie explizit das Wort “syntaktische Valenz” verwendet, obwohl diese Tatsache bisher in der Valenzforschung nicht bekannt ist. Es ist zwar offensichtlich, dass einige Wissenschaftler vor den Veröffentlichungen von Tesniè̀re (1953, 1959) das Wort Valenz benutzt haben. Wenn man jedoch das Buch von Tesniè̀re (1958) näher betrachtet, stellt man klar fest, dass er schon am Anfang der 30er Jahre die Hauptideen der Valenztheorie entwickelt und den Terminus Valenz gebraucht hat. Sein Hauptwerk, Elé́ments de syntaxe structurale, war in den 30er Jahren schon als Manuskript fertig, wurde aber erst nach seinem Tod 1959 postum veröffentlicht. Tesniè̀re hat offensichtlich vor Bühler, Kacnel'son und de Groot den Terminus Valenz verwendet. Neulich wurde in Korea noch eine andere Behauptung aufgestellt, nämlich dass der Philosoph Charles Sanders Peirce, der als Begründer des Pragmatismus und der modernen Semiotik angesehen wird, vor Tesniè̀re den chemischen Begriff Valenz in die Linguistik übertragen hat. Wir können jedoch sehen, dass Peirce den Begriff der Valenz aus der Chemie eigentlich nicht für die Sprachanalyse, sondern für seine Relationenlogik eingeführt hat. In der vorliegenden Arbeit wird gezeigt, dass die logische Struktur und die sprachliche Struktur nicht identisch sind. Somit ist es sinnvoll, die Tatsache zu akzeptieren, dass die erste Einführung des Terminus Valenz in die Linguistik auf Tesniè̀re zurückgeht.
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