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서술방식으로서의 반기억 - 귄터 그라스의 『게걸음으로 가다』와 신경숙의『엄마를 부탁해』

Gegenerinnerung als Erzählweise des Romans - Grass’ Im Krebsgang und Shins Please Look After Mom

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주제분류독일어와문학

초록

Anhand von Grass’ Novelle Im Krebsgang und Shins Roman Please Look AfterMom versucht diese Arbeit, die Phänomene der Gegenerinnerungen als ein neuesliterarisches Gestaltungsprinzip zu betrachten. Unter Gegenerinnerung verstehtman eine Erinnerung, die Elemente in den Vordergrund stellt, die in der offiziellenErinnerung unterdrückt bzw. vergessen werden. Die Werke von Shin und Grasswenden dieses Prinzip sehr eigenartig an. Jedoch wirkt es auf der Ebene derErzählweise des Romans sehr entschieden. Auf dieser Ebene werden ein unddasselbe Ereignis und ein und dieselbe Person von individuellen Gedächtnisspeichernin höchst unterschiedlicher Weise erinnert. Manche Erinnerungen gehen aber nocheinen Schritt weiter, indem sie einer anderen Erinnerung explizit widersprichen. Dieses Prinzip gilt für die Gegenerinnerungen. "Du erinnerst es so, aber icherinnere es anders, weil ich erinnere, was du vergessen hast."Während eine Erinnerung in der Form einer traditionellen Geschichte odereinem Werk der Geschichtsschreibung kodifiziert wird, entsprichen Gegenerinnerungendem, was Nietzsche "wirkliche Historie" und Foucault "counterhistory", alsoGegengeschichte genannt haben. Insbesondere behauptet Foucault, dass man dieGeschichte von dem Bild lösen soll, in dem sie sich lange gefallen hat: dem einestausendjährigen und kollektiven Gedächtnisses, das sich auf materielle Dokumentestützte, um die Frische seiner Erinnerungen wiederzufinden. Meines Erachtens istes diese "Frische", die durch die neue Erzählweise der beiden obengenanntenAutoren zwar rekonstruiert wird. Aber ihre Gedächtnisse werden auf der Basis derGegenerinnerungen relativiert. Shin fokussiert die Probleme der persönlichen Erinnerungen der Familienmitgliederüber ihre vermisste "Mutter", die von keinem anderen abschließend zu bestätigensind. In ihrem Werk Please Look After Mom versucht sie das in diversenGedächtnisspeichern Aufbewahrte fast fragmentarisch aufzuschreiben, so dassSchlussfolgerungen über die Alterität der Erinnerungen an die "Mutter" ziehenlassen. Der Roman zeigt, dass das Erinnern grundsätzlich rekonstruktiv verfährt, esgeht stets von der Gegenwart aus, und damit kommt es unweigerlich zu einerVerschiebung, Verformung, Entstellung, Umwertung, Erneuerung des Erinnertenzu dem Zeitpunkt, an dem es wieder ins Gedächtnis gerufen wird. Grass' Novelle Im Krebsgang bleibt für traditionelle Leser durch die häufigenPerspektivenwechsel erzählerisch eigenartig, weil sie ein wirklich durchdachtesKonstruktionsprinzip vermissen. Die scheinbare Familiengeschichte des Romanshat die Erinnerungsprobleme angerissen, und in vermeintlicher Selbstanklage dieGegenerinnerungen der Figuren anschaulich dargestellt. Doch ein Versuch, diesenRoman als Indikator bzw. Katalysator für das Aufkommen neonationalsozialistischenGedankenguts zu lesen, muss scheitern. Die Erzählung schafft die Strukturstelleeines impliziten Lesers, dem die Geschichte als unterdrücktes, als bösartig zensiertesGedankengut erscheint, also im Foucaultschen Sinne als Gegenerinnerungen, dienach Wittgenstein den epistemischen "Reibungen" entsprechen.

Abstract

Anhand von Grass’ Novelle Im Krebsgang und Shins Roman Please Look AfterMom versucht diese Arbeit, die Phänomene der Gegenerinnerungen als ein neuesliterarisches Gestaltungsprinzip zu betrachten. Unter Gegenerinnerung verstehtman eine Erinnerung, die Elemente in den Vordergrund stellt, die in der offiziellenErinnerung unterdrückt bzw. vergessen werden. Die Werke von Shin und Grasswenden dieses Prinzip sehr eigenartig an. Jedoch wirkt es auf der Ebene derErzählweise des Romans sehr entschieden. Auf dieser Ebene werden ein unddasselbe Ereignis und ein und dieselbe Person von individuellen Gedächtnisspeichernin höchst unterschiedlicher Weise erinnert. Manche Erinnerungen gehen aber nocheinen Schritt weiter, indem sie einer anderen Erinnerung explizit widersprichen. Dieses Prinzip gilt für die Gegenerinnerungen. "Du erinnerst es so, aber icherinnere es anders, weil ich erinnere, was du vergessen hast."Während eine Erinnerung in der Form einer traditionellen Geschichte odereinem Werk der Geschichtsschreibung kodifiziert wird, entsprichen Gegenerinnerungendem, was Nietzsche "wirkliche Historie" und Foucault "counterhistory", alsoGegengeschichte genannt haben. Insbesondere behauptet Foucault, dass man dieGeschichte von dem Bild lösen soll, in dem sie sich lange gefallen hat: dem einestausendjährigen und kollektiven Gedächtnisses, das sich auf materielle Dokumentestützte, um die Frische seiner Erinnerungen wiederzufinden. Meines Erachtens istes diese "Frische", die durch die neue Erzählweise der beiden obengenanntenAutoren zwar rekonstruiert wird. Aber ihre Gedächtnisse werden auf der Basis derGegenerinnerungen relativiert. Shin fokussiert die Probleme der persönlichen Erinnerungen der Familienmitgliederüber ihre vermisste "Mutter", die von keinem anderen abschließend zu bestätigensind. In ihrem Werk Please Look After Mom versucht sie das in diversenGedächtnisspeichern Aufbewahrte fast fragmentarisch aufzuschreiben, so dassSchlussfolgerungen über die Alterität der Erinnerungen an die "Mutter" ziehenlassen. Der Roman zeigt, dass das Erinnern grundsätzlich rekonstruktiv verfährt, esgeht stets von der Gegenwart aus, und damit kommt es unweigerlich zu einerVerschiebung, Verformung, Entstellung, Umwertung, Erneuerung des Erinnertenzu dem Zeitpunkt, an dem es wieder ins Gedächtnis gerufen wird. Grass' Novelle Im Krebsgang bleibt für traditionelle Leser durch die häufigenPerspektivenwechsel erzählerisch eigenartig, weil sie ein wirklich durchdachtesKonstruktionsprinzip vermissen. Die scheinbare Familiengeschichte des Romanshat die Erinnerungsprobleme angerissen, und in vermeintlicher Selbstanklage dieGegenerinnerungen der Figuren anschaulich dargestellt. Doch ein Versuch, diesenRoman als Indikator bzw. Katalysator für das Aufkommen neonationalsozialistischenGedankenguts zu lesen, muss scheitern. Die Erzählung schafft die Strukturstelleeines impliziten Lesers, dem die Geschichte als unterdrücktes, als bösartig zensiertesGedankengut erscheint, also im Foucaultschen Sinne als Gegenerinnerungen, dienach Wittgenstein den epistemischen "Reibungen" entsprechen.

참고문헌 (26)

  1. 귄터 그라스, "게걸음으로 가다" (2002), 민음사
  2. 신경숙, "엄마를 부탁해" (2009), 창비
  3. Günter Grass, "Im Krebsgang. Eine Novelle" (2002)
  4. 루드비히 비트겐슈타인, "철학적 탐구" (2006), 책세상
  5. 미셸 푸코, "지식의 고고학" (1992), 민음사
  6. 알라이다 아스만, "기억의 공간" (2003), 경북대학교 출판부
  7. 얀 아스만, "이집트인 모세" (2010), 그린비
  8. 이광래, "광기의 역사에서 성의 역사까지" (1996), 민음사
  9. 임진수, "환상의 정신분석. 프로이트․라캉에서의 욕망과 환상론" (2005), 현대문학
  10. 창비 편집부, "창작과 비평, 2007년 가을", 창비, ~ (2007)
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  12. Assmann, Aleida, "Die Erinnerungsräume. Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses" (1999), C. H. Beck
  13. Assmann, Aleida, "The Sun at Midnight: The Concept of Counter-Memory and Its Changes, In Commitment in Reflection. Essays in Literature and Moral Philosophy" (1994)
  14. Assmann, Jan, "Moses der Ägypter. Entzifferung einer Gedächtnisspur" (1998)
  15. Foucault, Michel, "Society Must Be Defended" (2003), Picador
  16. Maurice Halbwachs, "Das kollektive Geda¨chtnis" (1985)
  17. Kluge, Alexander, "Lebensläufe. Vorwort zur ersten Ausgabe der Lebensläufe" (1962)
  18. Koselleck, Reinhar, "Nachwort zu: Charlotte Beradt, Das Dritte Reich des Traums" (1994)
  19. Medina, José, "Speaking from Elsewhere: A New Contextualist Perspective on Meaning, Identity, and Discursive Agency" (2006), SUNY Press
  20. Nietzsche, Friedrich, "Unzeitgema¨ße Betrachtungen. Zweites Stu¨ck: Vom Nutzen und Nachteil der Historie fu¨r das Leben. Schopenhauer als Erzieher, In Friedrich Nietzsche, Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe, Bd.1" (1980)
  21. Sartre, Jean Paul, "Das Imaginäre. Phänomenologische Psychologie der Einbildungskraft" (1971)
  22. Schlaffer, Heinz, "Die kurze Geschichte der deutschen Literatur" (2002)
  23. Stanzel, Franz K., "Typische Formen des Romans" (1972)
  24. Uzzel, Thomas, "Narrative Techniques" (1934)
  25. Voßkamp, Wilhelm, "Deutsche Zeitgeschichte als Literatur. Zur Typologie historischen Erzählens in der Gegenwart", 독일어문화권연구, 8 (1999)
  26. Wittgenstein, Ludwig, "Philosophische Untersuchungen" (1984)

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