서사적 서술기법으로서의 "탈표명화"- 되블린의 소설 『왕룬』과 문학이론서를 중심으로
Epischer Erzählstil des Romans: “Entäußerung” - Untersuchungen zum Wang-lun-Roman und den poetologischen Schriften Döblins
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초록
Der Roman Die drei Sprünge des Wang-lun stellt in Alfred Döblins eigener dichterischer Entwicklung wie auch in der deutschen Romangeschichte einen Wendepunkt dar. Er ist nicht nur aufgrund seiner Thematik von Bedeutung, sondern hat den deutschen Roman auch in formaler Hinsicht um wichtige Aspekte bereichert. Nach Döblins eigener Aussage befand er sich in der Entstehungsphase des Romans in einem Gefühl der inneren Krise. Sein Gefühl der Verlorenheit den Mächten des Lebens gegenüber und die auf seiner früh erlebten Daseinskrise beruhende eigene Spaltung zwischen subjektivem Ich und objektiver Welt gewannen auf diese Weise erste dichterische Gestalt. Die neue, von ihm als persönliche Krise empfundene Phase war durch die Hinwendung zur epischen Großform gekennzeichnet. Döblin fordert in jener Zeit mit dem Begriff “Entäußerung” die Auflösung jeder persönlichkeitsbezogenen Kunstform als Absage an den konventionellen bürgerlichen Roman, der sich im 19. Jahrhundert herausgebildet hat und als moderne Romanform selbstverständlich zu sein scheint. Für ihn ist jede Wortkunst ein Mittel, Wirklichkeit zu schaffen, nicht aber ein Programm, sie abzubilden. Mit der Sprache will er näher an das Leben heran. Er beschreibt die Welt des Romans parallel zur äußeren Wirklichkeit, damit diese ihre Vieldimensionalität unverzerrt ausstrahlen kann. Döblin fordert nicht nur vom Kunstwerk, sondern auch vom Künstler selbst einen “Fanatismus der Entäußerung”. Der Verzicht auf den auktorialen Erzähler folgt aus der engen Beziehung zwischen Wirklichkeit und Schreiben, er kennzeichnet den Verzicht auf eine Distanz zwischen Autor und Werk. Im Zusammenhang damit taucht auch die naturphilosophische Auffassung des geistigen Prinzips, d. h. der Beseelung der gesamten Natur auf; die Welt stellt im Ganzen die vieldimensionale Äußerung einer anonymen Urkraft, eines Ur-Ichs dar. Diese Überlegung spiegelt sich vielfältig in stilistischen Einzelelementen wider. Die Bedeutung des Menschen und seines Innenlebens wird reduziert, er wird in den allgemeinen Lebens- und Naturvorgang eingereiht. Bei allen Schilderungen der personifizierten Natur sowie der physischen Erscheinungen von Gedanken und Gefühlen mit Hilfe sicht- und hörbarer Abläufe und expressiver Ausdrucksbewegungen begegnet dem Leser im Roman eine solche Betrachtungsweise. Die dichterische Objektivität beruht auf Döblins Überzeugung, der Dichter müsse bereit sein, die Welt anzunehmen und sich ihren Geheimnissen zu öffnen, um den Zusammenhang mit dem Ur-Ich zu erfahren. Mit der Aufforderung “Entäußerung des Autors” strebt Döblin genau dieses Erkennen an, durch sie läßt der Dichter die “Aktintentionalität des Ur-Ichs” im epischen Ablauf erscheinen und fühlbar, erlebbar werden.
Abstract
Der Roman Die drei Sprünge des Wang-lun stellt in Alfred Döblins eigener dichterischer Entwicklung wie auch in der deutschen Romangeschichte einen Wendepunkt dar. Er ist nicht nur aufgrund seiner Thematik von Bedeutung, sondern hat den deutschen Roman auch in formaler Hinsicht um wichtige Aspekte bereichert. Nach Döblins eigener Aussage befand er sich in der Entstehungsphase des Romans in einem Gefühl der inneren Krise. Sein Gefühl der Verlorenheit den Mächten des Lebens gegenüber und die auf seiner früh erlebten Daseinskrise beruhende eigene Spaltung zwischen subjektivem Ich und objektiver Welt gewannen auf diese Weise erste dichterische Gestalt. Die neue, von ihm als persönliche Krise empfundene Phase war durch die Hinwendung zur epischen Großform gekennzeichnet. Döblin fordert in jener Zeit mit dem Begriff “Entäußerung” die Auflösung jeder persönlichkeitsbezogenen Kunstform als Absage an den konventionellen bürgerlichen Roman, der sich im 19. Jahrhundert herausgebildet hat und als moderne Romanform selbstverständlich zu sein scheint. Für ihn ist jede Wortkunst ein Mittel, Wirklichkeit zu schaffen, nicht aber ein Programm, sie abzubilden. Mit der Sprache will er näher an das Leben heran. Er beschreibt die Welt des Romans parallel zur äußeren Wirklichkeit, damit diese ihre Vieldimensionalität unverzerrt ausstrahlen kann. Döblin fordert nicht nur vom Kunstwerk, sondern auch vom Künstler selbst einen “Fanatismus der Entäußerung”. Der Verzicht auf den auktorialen Erzähler folgt aus der engen Beziehung zwischen Wirklichkeit und Schreiben, er kennzeichnet den Verzicht auf eine Distanz zwischen Autor und Werk. Im Zusammenhang damit taucht auch die naturphilosophische Auffassung des geistigen Prinzips, d. h. der Beseelung der gesamten Natur auf; die Welt stellt im Ganzen die vieldimensionale Äußerung einer anonymen Urkraft, eines Ur-Ichs dar. Diese Überlegung spiegelt sich vielfältig in stilistischen Einzelelementen wider. Die Bedeutung des Menschen und seines Innenlebens wird reduziert, er wird in den allgemeinen Lebens- und Naturvorgang eingereiht. Bei allen Schilderungen der personifizierten Natur sowie der physischen Erscheinungen von Gedanken und Gefühlen mit Hilfe sicht- und hörbarer Abläufe und expressiver Ausdrucksbewegungen begegnet dem Leser im Roman eine solche Betrachtungsweise. Die dichterische Objektivität beruht auf Döblins Überzeugung, der Dichter müsse bereit sein, die Welt anzunehmen und sich ihren Geheimnissen zu öffnen, um den Zusammenhang mit dem Ur-Ich zu erfahren. Mit der Aufforderung “Entäußerung des Autors” strebt Döblin genau dieses Erkennen an, durch sie läßt der Dichter die “Aktintentionalität des Ur-Ichs” im epischen Ablauf erscheinen und fühlbar, erlebbar werden.
참고문헌 (10)
- "Autobiographische Schriften und letzte Aufzeichnungen" (1980)
- "Die Ermordung einer Butterblume und andere Erzählungen"
- "Schriften zu Ästhetik Poetik und Literatur" (1989)
- "Gespräche mit Kalypso" (1980)
- "알프레드 되블린의 서사적 소설론: 현실과 상상", (15), pp.91~113 (2000)
- "Dargestellte Wirklichkeit in der abendländischen Literatur Bern und München 1982"
- "'Die drei Sprünge des Wang-lun' von Alfred Döblin", pp.510~89 531 (1970)
- "Der klassisch-moderne Roman in Deutschland"
- "Alfred Döblin", Leben und Werk
- "Grundlagen seiner Ästhetik und ihre Entwicklung 1900-1933" (1979)
