『파우스트』 2부의 비판적 근대인식
Kritik der Moderne in Goethes Faust II
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Abstract
In der vorliegenden Arbeit wird Faust II als kritische Diagnose der Moderne interpretiert. Unter solchem Gesichtpunkt ist das Helena-Drama als Fausts imaginäre ‘Phantasmagorie’ im Sinne der zeitlich-räumlichen Entgrenzung zu verstehen, was die gründliche Säkularisierung des tradierten Kunstbegriffs zur Folge hat und Fausts heroischen Eroberungsdrang zugleich verdeckt und entzündet. Euphorions Sturz ist dann Vorausdeutung des Faustischen Schicksals, das sich auf der Bühne der realen Wirklichkeit entfaltet, wo Faust sich blindlings ins Unendliche treibt und damit sich verliert. Fausts Freiheitsphantasie, die zum Durchsetzen seiner Zweckrationalität alles zu kosten wagt, kulminiert in der Vollendung seines angeblichen ‘Kunstwerks’, das sich als sein Grab entlarvt. Die scheinbare Versöhnung durch Eingreifen der göttlichen Liebe am Schluß verliert ihre symbolisierende Integrationskraft, indem sie im krassen Kontrast zu Fausts selbstischer Befangenheit steht. Die allegorische Form als Kompositionsprinzip von Faust II entspricht demnach der Faustischen Antinomie, die in der Unmöglichlichkeit besteht, das Subjekt mit seinen symbolischen Bedeutungen zu verknüpfen, was wiederum auf die widerspruchsvolle Entwicklung der Moderne hinweist, deren Konsequenzen mit der Beschleunigung der Modernisierung immer folgenschwerere unerwartete Krisen mit sich bringen.
