에.테.아.호프만이 괴테와 벌이는 상호텍스트적 유희
E.T.A. Hoffmanns intertextuelles Spiel mit Goethe
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초록
Abstract
Goethes wenige, fast durchweg negative Äußerungen über E.T.A. Hoffmann sind bekannt. Er verurteilte die “krankhaften Werke des leidenden Mannes” als “Verirrungen”. Hoffmann seinerseits hat sich ebenfalls nicht ausführlicher und vor allem parodistisch mit Goethe auseinander gesetzt. Dieser in der Forschung gängigen Vorstellung vom Verhältnis Hoffmanns zu Goethe stellt der Vortrag ein differenziertes Bild einer lebenslangen intensiven Beschäftigung entgegen: Sie beginnt mit Kompositionen des 19-jährigen Hoffmann in den 1790er Jahren und findet ihren Höhepunkt in dem späteren Roman Kater Murr. Was in diesem Werk (und in vielen anderen zuvor) bislang als “Parodie” beschrieben wurde, entwickelt der Vortrag unter einer anderen Perspektive: als “intertextuelles Spiel” mit Goetheschen Texten, das auf deren sehr genauer Kenntnis beruht. Das gilt zum einen für die Mikroebene. Der Umgang mit Goethe-Zitaten wird nicht, wie bisher, einseitig als komische Verballhornung durch den bildungshungrigen Kater angesehen, sondern in eine ausgeprägte Technik der virtuosen Zitatspiele eingeordnet. Zum anderen wird auf der Makroebene die Destruktion zentraler Gattungen und Ausdrucksformen Goethes, vor allem des Bildungsromans und der Autobiographie, neu bewertet. Hoffmanns Auseinandersetzung mit Goethe erfolgt nicht theoretisch, sondern in den literarischen Texten selbst. Und sie ist nirgendwo verbunden mit den bei vielen anderen Zeitgenossen verbreiteten persönlichen Angriffen auf Goethe. So steckt in Hoffmanns Umgang mit den Goethetexten auch meistens noch eine allerdings oft ironisch gebrochene Hommage an den Autor.
