토마스 만의「로테, 바이마르에 오다」에 나타난 상호텍스트성 - 괴테 작품과의 상관성을 중심으로
Zur Intertextualität in Thomas Manns Lotte in Weimar - Im besonderen Bezug auf den Zusammenhang mit Goethes Texten
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초록
In der vorliegenden Arbeit wird versucht, Aspekte der Intertextualität in Thomas Manns Lotte in Weimar (1939) zu untersuchen. Laut Julia Kristeva ist jeder Text ein ‘Mosaik von Zitaten’, die ‘Absorption und Transformation’ anderer Texte. Lotte in Weimar ist ein Musterbeispiel dafür. In der Erinnerung an die Werther-Szenen gelangt Lotte zur “Empfindung der Vergangenheit und Gegenwart in Eins”, wie Goethe in Dichtung und Wahrheit darstellt; Die Erzählzeit der Gegenwart und die erzählte Zeit der Vergangenheit überlagern sich. Darüber hinaus werden fiktive Ebene und erlebte Wirklichkeit getauscht und miteinander verschmolzen, wodurch sich die höhere Wirklichkeit als reale Wirklichkeit konstruiert. Während sich Lotte im Halbschlaf traumhaft an den einmaligen Kuss mit dem jungen Goethe erinnert, assoziiert Goethe zur gleichen Zeit den Geruch der Erdbeere mit dem Kuss, den Goethe als Höhepunkt der zugleich sinnlichen und platonischen Liebe empfindet. In der Erinnerung an die Frauen, die Goethe liebte, taucht die junge Lotte immer wieder als Urbild der Geliebten auf. So erfährt Goethe die Liebe als das ‘zeitenthobene Gedankenspiel’. Aber die Beziehung zwischen Goethes Sohn August und Ottilie gefährdet die scheinbare Harmlosigkeit dieses Liebesspiels, zumal sich Ottilie aufgrund des Goethekults entschließt, August quasi als den ‘jungen Goethe’ zu lieben und ihn zu heiraten. Deshalb bittet Ottilies enge Freundin Adele Schopenhauer Lotte darum, diese inzestuöse Heirat zu verhindern. Aber Lotte segnet die Heirat ab, weil sie sich mit August so schicksalshaft verbunden fühlt, dass er ihr Sohn sein könnte. So wird Lotte als ein symbolisches Familienmitglied in Goethes Leben eingebettet. Im Zwiegespräch mit dem Goethe-Phantom im letzten Kapitel wirft Lotte Goethe vor, die Frauen, die Goethe liebte, dem Altar von Goethes Dichtung geopfert zu haben. Darauf erwidert Goethe, er selber sei ‘die brennende Kerze’, “die ihren Leib opfert, damit das Licht leuchte.” Unter diesem Licht der Dichtung werden die Frauenbilder zu einem Urbild verklärt. Goethes letztes Wort―“welch ein freundlicher Augenblick wird es sein, wenn wir dereinst wieder zusammen erwachen.”―ist ein wörtliches Zitat aus den Wahlverwandtschaften und lässt sich als autoreferentielles Zitat verstehen, da Lotte und Goethe in Lotte in Weimar wieder zusammen erwachen.
Abstract
In der vorliegenden Arbeit wird versucht, Aspekte der Intertextualität in Thomas Manns Lotte in Weimar (1939) zu untersuchen. Laut Julia Kristeva ist jeder Text ein ‘Mosaik von Zitaten’, die ‘Absorption und Transformation’ anderer Texte. Lotte in Weimar ist ein Musterbeispiel dafür. In der Erinnerung an die Werther-Szenen gelangt Lotte zur “Empfindung der Vergangenheit und Gegenwart in Eins”, wie Goethe in Dichtung und Wahrheit darstellt; Die Erzählzeit der Gegenwart und die erzählte Zeit der Vergangenheit überlagern sich. Darüber hinaus werden fiktive Ebene und erlebte Wirklichkeit getauscht und miteinander verschmolzen, wodurch sich die höhere Wirklichkeit als reale Wirklichkeit konstruiert. Während sich Lotte im Halbschlaf traumhaft an den einmaligen Kuss mit dem jungen Goethe erinnert, assoziiert Goethe zur gleichen Zeit den Geruch der Erdbeere mit dem Kuss, den Goethe als Höhepunkt der zugleich sinnlichen und platonischen Liebe empfindet. In der Erinnerung an die Frauen, die Goethe liebte, taucht die junge Lotte immer wieder als Urbild der Geliebten auf. So erfährt Goethe die Liebe als das ‘zeitenthobene Gedankenspiel’. Aber die Beziehung zwischen Goethes Sohn August und Ottilie gefährdet die scheinbare Harmlosigkeit dieses Liebesspiels, zumal sich Ottilie aufgrund des Goethekults entschließt, August quasi als den ‘jungen Goethe’ zu lieben und ihn zu heiraten. Deshalb bittet Ottilies enge Freundin Adele Schopenhauer Lotte darum, diese inzestuöse Heirat zu verhindern. Aber Lotte segnet die Heirat ab, weil sie sich mit August so schicksalshaft verbunden fühlt, dass er ihr Sohn sein könnte. So wird Lotte als ein symbolisches Familienmitglied in Goethes Leben eingebettet. Im Zwiegespräch mit dem Goethe-Phantom im letzten Kapitel wirft Lotte Goethe vor, die Frauen, die Goethe liebte, dem Altar von Goethes Dichtung geopfert zu haben. Darauf erwidert Goethe, er selber sei ‘die brennende Kerze’, “die ihren Leib opfert, damit das Licht leuchte.” Unter diesem Licht der Dichtung werden die Frauenbilder zu einem Urbild verklärt. Goethes letztes Wort―“welch ein freundlicher Augenblick wird es sein, wenn wir dereinst wieder zusammen erwachen.”―ist ein wörtliches Zitat aus den Wahlverwandtschaften und lässt sich als autoreferentielles Zitat verstehen, da Lotte und Goethe in Lotte in Weimar wieder zusammen erwachen.
참고문헌 (12)
- 토마스 만, "로테, 바이마르에 오다" (2017), 창비
- 2012, , ~
- 괴테, "시와 진실" (2009), 민음사
- 괴테, "괴테 시 전집" (2009), 민음사
- 괴테, "서동시집" (2006), 문학과지성사
- 괴테, "친화력" (2001), 민음사
- Blödorn, Andreas, "Thomas Mann Handbuch" (2015)
- Frizen, Werner, "Kommentar zu Lotte in Weimar" (2003)
- Hansen, Volkmar, "Thomas Mann. Romane und Erzählungen", pp.228~269 (1997)
- Meyer, Herman, "Das Zitat in der Erzählkunst" (1988)
- Pfister, Manfred, "Moderne Literatur in Grundbegriffen", pp.215~218 (1994)
- Pietzcker, Carl, "Heiteres Spiel mit dem Sog der Ambivalenzen. Psychoanalytischer Versuch zu Lotte in Weimar", Jahrbuch für Literatur und Psychoanalyse, 31, pp.231~258 (2012)
