첼란의 문학에 나타난 “반어(反語)”의 침묵
Das Schweigen als "Gegenwort" im Werk Celans
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초록
Abstract
Dichtung ist für Celan in der Gestalt Luciles verkörpert. Er bezeichnet den Ausruf Luciles “Es lebe der König” als Dichtung. Ihr Wort ist keine Huldigung an die Monarchie, sondern ihr subjektiver Protest gegen den Tod des Geliebten, zugleich ein Protest gegen den herrschenden Terror und die bedrohliche Welt. Celan nimmt es als das “Gegenwort” an, das den “Draht” zerreißt. Das ist ein Wort,das die technische, unmenschliche Gegenwart bezeugt. Für Celan hat die Sprache an die Greueltaten des Dritten Reiches vom ängstlichen Schweigen bis hin zum Vollstrecken von Todesurteilen gelitten und teilgenommen. Ihre Mitverantwortlichkeit für historischen Vorgänge muß mit Bedacht und soweit wie möglich aufgearbeitet werden. In seiner starken Neigung zum Verstummen sind subjektives Leiden und gesellschaflicher Widerstand impliziert, wie bei Luciles Gegenwort und bei Lenz' Wunsch auf dem Kopf gehen zu können. Sein Schweigen zeigt einen Schattenbereich der Geschichte. Es ist nicht nur ein Prozess, ein Suchen und Schaffen einer neuen Form von Sprechen, sondern auch eine bewusste Auseinandersetzung mit der Geschichte und mit sich selbst. Daher ist sein Schweigen kein endgültiges Verstummen. Es ist eine Zensur für die Sprache, die die Wahrheit nicht deutlich ausdrückt. Im Andenken an die Leidenden wartet er auf die Ankunft des Wortes, auf die Erschaffung einer neuen Welt, wo die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits, Leben und Tod überwunden und der Schmerz der Trennung daher verschwinden ist.
