하이네의 후기 작품에서 문화의 내면화와 감성의 억압에관한 역사인류학적 고찰
Eine untersuchung zur verinnerlichung der kultur und unterdr u ·· ckung der menschlichen sinnlichkeit in Heines sp a ·· ten werken
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Abstract
Diese Arbeit untersucht in Heines Kulturkritik das Verh a ·· ltnis der menschlichen Sinnlichkeit zur Verinnerlichung der Kultur. Darin geht es um die historischanthropologische Rekonstruktio seiner sensualistischen Ansicht, die die Forderung nach der Rehabilitation der Sinnlichkeit und der K o ·· rperlichkeit betont. Dies zeigt die Konfrontation zwischen vergeistigter Kultur und menschlicher Natur, die aufgrund des christlichen Dualismus zum herabgew u ·· rdigten Reich des Teufels geh o ·· rt. Diese Gegen u ·· berstellung wird aus historisch-anthropologischer Perspektive analysiert. Indem der Mensch im historischen Prozeß der Zivilisation dualistisch determiniert wird, ger a ·· t er in den inneren Zwiespalt zwischen Geist und K o ·· rper, obwohl er eingentlich in sich selbst eins ist. Diese Trennung verkn u ·· pft sich f u ·· r Heine unmittelbar mit der Unterdr u ·· ckung der Sinnlichkeit des Menschen in der Verinnerlichung der asketischen religi o ·· sen Kultur. Dies wird durch Heines Revision der Kulturgeschichte vom Mittelalter zur Moderne deutlich, und dabei kritisiert er am h a ·· rtesten die christliche Tradition und die sich daran orientierenden Romantiker, die in der neuen Zeit die Idee des mittelalterlichen Christentums wieder aufgreifen wollen. In diesem Sinne k o ·· nnen 'Tannh a ·· user' und 'Faust' von Heine in einem inhaltlichen Zusammenhang interpretiert werden. Das Exil Tannh a ·· users entspricht Fausts Pakt mit dem Teufel und Tannh a ·· user ist eine Pr a ·· figuration von Faust. Beide sind als Sensualisten von der u ·· bersinnlichen, geistigen Welt getrennt. Diese Trennung impliziert den Ausschluss aus dem Verweilen im ungeteilten Leben. Heine erlebt den unendlichen Schmerz der Zerrissenheit auch in seiner eigenen gesellschaftlichen Gegenwart, in der das Christentum noch soziale Macht hat. Daraus leitet sich die Leigitimit a ·· t der zeitgem a ·· ßen Forderung ab, durch Rehabilitation der Sinnlichkeit die Entwicklung zum harmonischen, gesunden Menschen zu f o ·· rdern, der zugleich f u ·· hlen und denken kann.
