Zeitgeschichte im Fernsehen. Zur Darstellung der Wiedervereinigung in Hans-Christoph Blumenbergs Dokudrama Deutschlandspiel
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초록
Blumenbergs Film schildert die Geschichte der deutschen Wiedervereinigungals Prozess, der ständig als Ganzes gefährdet ist, zunächst durch dieMöglichkeit der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste in der DDR, danndurch internationalen Widerstand und die Option, dass Gorbatschow seineFührungsposition in der UdSSR einbüßen könnte. Dass am Ende derEntwicklungen die Einheit steht, ist, wie der Film explizit formuliert, dem„Glück“ zu verdanken. Gleichzeitig läuft der Einigungsprozess insgesamt,diesen Eindruck vermittelt zumindest der Film, ohne innere Widersprüche ab. Unabhängig davon, ob man dieser Deutung der historischen Ereignisse imEinzelnen zustimmt oder nicht, lässt sich an Deutschlandspiel die Problematikdes Sendeformats Dokudrama aufzeigen. Sie liegt nicht zuletzt darin begründet,dass nach Fritz Wolfs Definition das Dokumentarische und die Spielszenen imDokudrama zwar formal gleichberechtigt sein mögen, die fiktionalen Teilejedoch aufgrund ihrer Darstellungsmittel eine größere Wirkung entfaltenkönnen. Deutschlandspiel suggeriert, eine authentische Rekonstruktion derVergangenheit zu präsentieren, indem sich der Film auf zeitgenössischesDokumentarmaterial und die Erinnerungen von Zeitzeugen stützt. DerAuthentizitätsanspruch, der diesen Quellen zweifellos innewohnt, wird durch diefilmische Montage auch auf diejenigen Filmteile, die fiktionalen Charakter haben,übertragen und damit auf die Filmhandlung als Ganzes. Diese folgt allerdings imRahmen ihrer Dramaturgie einem bestimmten Interpretationsansatz und präsentiertdamit nur eine mögliche Lesart der Geschichte. Eine Lesart, die wiederum geradein den fiktionalen Filmteilen durch den Einsatz filmischer Mittel wie Musikund Kameraführung sowie durch die schauspielerischen Darbietungen derAkteure dem Publikum in besonders eindringlicher Weise vermittelt wird undsich so, so steht zu vermuten, im kollektiven Gedächtnis der Fernsehzuschauerfestsetzen wird.
Abstract
Blumenbergs Film schildert die Geschichte der deutschen Wiedervereinigungals Prozess, der ständig als Ganzes gefährdet ist, zunächst durch dieMöglichkeit der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste in der DDR, danndurch internationalen Widerstand und die Option, dass Gorbatschow seineFührungsposition in der UdSSR einbüßen könnte. Dass am Ende derEntwicklungen die Einheit steht, ist, wie der Film explizit formuliert, dem„Glück“ zu verdanken. Gleichzeitig läuft der Einigungsprozess insgesamt,diesen Eindruck vermittelt zumindest der Film, ohne innere Widersprüche ab. Unabhängig davon, ob man dieser Deutung der historischen Ereignisse imEinzelnen zustimmt oder nicht, lässt sich an Deutschlandspiel die Problematikdes Sendeformats Dokudrama aufzeigen. Sie liegt nicht zuletzt darin begründet,dass nach Fritz Wolfs Definition das Dokumentarische und die Spielszenen imDokudrama zwar formal gleichberechtigt sein mögen, die fiktionalen Teilejedoch aufgrund ihrer Darstellungsmittel eine größere Wirkung entfaltenkönnen. Deutschlandspiel suggeriert, eine authentische Rekonstruktion derVergangenheit zu präsentieren, indem sich der Film auf zeitgenössischesDokumentarmaterial und die Erinnerungen von Zeitzeugen stützt. DerAuthentizitätsanspruch, der diesen Quellen zweifellos innewohnt, wird durch diefilmische Montage auch auf diejenigen Filmteile, die fiktionalen Charakter haben,übertragen und damit auf die Filmhandlung als Ganzes. Diese folgt allerdings imRahmen ihrer Dramaturgie einem bestimmten Interpretationsansatz und präsentiertdamit nur eine mögliche Lesart der Geschichte. Eine Lesart, die wiederum geradein den fiktionalen Filmteilen durch den Einsatz filmischer Mittel wie Musikund Kameraführung sowie durch die schauspielerischen Darbietungen derAkteure dem Publikum in besonders eindringlicher Weise vermittelt wird undsich so, so steht zu vermuten, im kollektiven Gedächtnis der Fernsehzuschauerfestsetzen wird.
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